2008-08-10

Predigt über 1. Korinther 3, 9-15 / Pfarrer Wolfgang Schumann
Der Predigttext aus 1. Korinther 3, die Verse 9-15:
9 Denn wir sind Gottes Mitarbeiter; ihr seid Gottes Ackerfeld und Gottes Bau. 10 Ich nach Gottes Gnade, die mir gegeben ist, habe den Grund gelegt als ein weiser Baumeister; ein anderer baut darauf. Ein jeder aber sehe zu, wie er darauf baut. 11 Einen andern Grund kann niemand legen als den, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus. 12 Wenn aber jemand auf den Grund baut Gold, Silber, Edelsteine, Holz, Heu, Stroh, 13 so wird das Werk eines jeden offenbar werden. Der Tag des Gerichts wird's klarmachen; denn mit Feuer wird er sich offenbaren. Und von welcher Art eines jeden Werk ist, wird das Feuer erweisen. 14 Wird jemandes Werk bleiben, das er darauf gebaut hat, so wird er Lohn empfangen. 15 Wird aber jemandes Werk verbrennen, so wird er Schaden leiden; er selbst aber wird gerettet werden, doch so wie durchs Feuer hindurch."



Liebe Gemeinde,
der Schriftsteller Max Eyth schreibt in der Novelle »Berufstragik« über einen jungen Ingenieur, der über einen Meeresarm eine Eisenbahnbrücke konstruieren und bauen darf. Es wird ein Bauwerk nach den neuesten Erkenntnissen der Technik. Durch das vollendete Werk wird er über Nacht berühmt und ist nun ein anerkannter Baumeister. Als im Herbst die Stürme von der See her aufs Land brausen, beschleicht ihn jedoch eine dunkle Ahnung. Er hat die Wucht der aufgepeitschten Wassermassen zu wenig einkalkuliert. Jedes Jahr ist er darum im Herbst voller Sorgen draußen bei seiner Brücke. Er weiß, es ist eine Fehlplanung; aber er gesteht es niemandem ein. In einer Sturmnacht schließlich bricht seine Brücke unter einem fahrenden Zug zusammen. Die Geschichte endet mit einer Katastrophe.

Paulus schreibt der Gemeinde in Korinth einen Brief, weil er von Spannungen in der Gemeinde gehört hat. Scheinbar haben sich Lager gebildet, angeführt von besonderen
Persönlichkeiten. Und jedes Lager reklamierte für sich, die richtige Art Gemeinde zu bauen Angesichts dieser Spaltungen legt Paulus klar, dass alles auf das Fundament ankommt, das bereits besteht. Es ist Jesus Christus. Nur darauf können die verschiedenen Baumeister bauen.

Darum meint er, dass jeder Dienst am einzelnen Christen und an der Gemeinde von dem bestimmt sein muss, was in Jesus Christus gesetzt und gegeben ist. Paulus war wohl der erste Bote des Evangeliums in Korinth. Er hat den Grund gelegt, indem er Jesus Christus als Fundament des Glaubens bezeugte. Viele haben sich im Glauben darauf eingelassen, ihr Leben auf diesen Grund zu gründen. Bald kamen noch andere, die in Korinth die Botschaft verkündigten. Dadurch entstanden in der Gemeinde Gruppen, die sich zu einzelnen Personen, wie Apollos, Petrus oder Paulus hielten. Die Gefahr für die Gemeinde war nun, dass die Besonderheiten  einzelner Leiter wichtiger waren als die Ausrichtung ihres Glaubens auf Jesus Christus. Paulus warnt die Mitarbeiter und die Gemeinde vor falscher Bauweise.


1. Nicht der Erfolg, sondern das Fundament trägt
Menschen können begeistern. Das geschieht durch einleuchtende Worte, vernunftgemäße Argumente oder vorweisbaren Erfolg. Davon sind auch an Christus glaubende Mitarbeiter nicht ausgenommen. Paulus weiß, dass die Gemeinde in Korinth Jesus als Fundament ihres Glaubens und ihrer Hoffnung angenommen hat.

Der Anfang des Glaubens bedarf aber des beständigen Fortgangs. Glaube muss immer wieder gefördert und gefordert werden. Dazu ist der gegenseitige Dienst von Mitarbeitern, von berufenen und begabten Geschwistern nötig. Um dieses Aufbauen und Fördern des Glaubens geht es in unserem Abschnitt. Wer baut richtig? Was hält die Stürme der Anfechtung, des Widerstandes und der Anpassung aus?

Für Paulus gibt es sehr unterschiedliche Baumaterialien: Gold, Silber, Edelsteine und Holz, Heu, Stroh. Letztere sind billig. Sie können in großen Mengen eingesetzt werden. Mit ihnen kann man zwar schnell sichtbare Erfolge vorweisen. Man sieht etwas. Aber die Frage ist, wie halt-bar das ist, was schnell aufgezogen wurde.

Dagegen ist mit edlem Material nicht so schnell ein Baufortschritt zu erreichen. Damit zu bauen kostet ein Mehrfaches. Mehr Orientierung am Willen Gottes. Mehr Ringen im Gebet um Weisheit und Liebe. Mehr Zeit und Geduld miteinander. Der Preis dafür ist hoch. Mehr Opfer in materieller Weise. Weniger sichtbarer Erfolg. Weniger Anerkennung durch die Welt. Weniger eigene Ehre.

Das Aufbauen, Weiterhelfen und Fördern der Gläubigen ist immer wieder nötig. Jede Gemeinde braucht Mitarbeiter, die in ihr dienen. Wenn das aber neben dem Fundament geschieht, bricht alles schnell zusammen, besonders wenn die Stürme der Zwietracht und Ehrsucht aufbrechen. Aller Dienst in der Gemeinde ist am Fundament orientiert, oder er ist vergeblich. Und wenn zwar auf den richtigen Grund gebaut wird, dies mit billigen und vordergründigen Lehren geschieht, die letztlich nicht am Wort Gottes geprüft sind, dann hat dieser Dienst keine Zukunft vor Gott.


2. Nicht die Zustimmung der Menschen, sondern das Übereinstimmen mit Jesus
Wir sind alle in der Gefahr, wie damals Apollos in Korinth, die Zustimmung der Menschen zu suchen. Apollos war redegewandt. Er verstand es, die anstößige Kreuzesbotschaft in wohlgewogene Worte zu verpacken. Paulus sieht seinen Dienst nicht in menschlicher Weisheit und einleuchtender Rede, sondern in Schwachheit und mit Furcht und Zittern (1).

Er richtet nicht über Apollos, aber er ermahnt die Gemeinde, zu wachen über die Nähe allen Dienstes der Mitarbeiter zum Grund, der gelegt ist: Jesus.

Ist das, was die Gemeinde so willig aufnimmt, dem Fundament entsprechend? Lässt sich das, was in der Gemeinde geschieht, mit den Worten und dem Auftrag Jesu vereinbaren? Ist noch in allem, was in der Gemeinde geschieht, die Hauptsache, dass Jesus Herr, Heil und Hoffnung des Lebens ist?

In einer Zeit, in der die Gemeinde Jesu immer wieder vom Sog negativer Meldungen auch in der Kirche erfasst wird, gilt es, darüber zu wachen, ob die Zustimmung der Masse und die Akzeptanz in den Medien wichtiger ist als das Übereinstimmen mit der Botschaft vom Kreuz.

Wie jener Ingenieur in der Novelle könnten wir ahnen, dass bei unserem Gemeindeengagement etwas nicht stimmt. In der Berechnung wurde ein Faktor übersehen: das Gericht Gottes. Gericht und Feuer sind für Paulus nicht das End- und Weltgericht. Der Tag des Gerichts ist hier nur ein Datum für die Gemeinde. An diesem Tag wird offenbar, wie der Glaube im Licht der Wirklichkeit Gottes gelebt wurde. Dann wird deutlich, was Nebensache und Hauptsache ist. Dann vergeht alles, was nicht dem Christus und seinem Willen gemäß war. Dann kann die Arbeit in der Gemeinde, die nicht auf das Fundament bezogen war, dann können die vielen Aktivitäten, die menschlichen Ideen entstammen, wie Stroh im Feuer vergehen. Dies ist der heilige Ernst der eben auch zur Mitarbeit im Reich Gottes gehört.


3. Nicht dass, sondern wie gebaut wird zählt
Auch ein frommes Werk kann zusammenbrechen, so wie eine Eisenbahnbrücke bei Max Eyth. Damit war der Ruhm des Ingenieurs dahin. Er hatte vergeblich gearbeitet.

Von »Schaden leiden« schreibt Paulus. Er meint damit, dass Mitarbeiter ihr Leben und ihre Gaben einsetzen können und doch alles nicht im Sinn Gottes war.

Das würde schmerzlich sein, wenn unser wohlgemeinter Dienst, der mit großem Einsatz und viel Mühe geschah, im Licht der Ewigkeit keinen Bestand hat. Darum stellt Paulus sich selbst und uns unter diese mahnenden Worte: »Ein jeder aber sehe zu, wie er darauf baut.« Es ist die Mahnung, Mitarbeit und Gemeindearbeit nicht vom jeweiligen Zeitgeist und der Menschenmeinung bestimmen zu lassen. Es ist die Mahnung, nicht auf Erfolg zu sehen, sondern auf Jesus und sein Wort. Es ist auch die Mahnung, das Ende im Blick zu haben und nicht die augenblicklichen Notwendigkeiten zum entscheidenden Maß des christlichen Handelns zu machen.

»Wird jemandes Werk verbrennen«, dann war viel Mühe vergeblich. Wenn ein Mitarbeiter in der Gemeinde leichtfertig und leichtsinnig baut, dann bringt ihn das nicht in die Verdammnis. »Er selbst aber wird gerettet werden.« Weil Werke das Heil nicht schaffen, hängt die Seligkeit nicht an den Werken.

Dennoch will Paulus uns vor diesem Schmerz des vergeblichen und unbrauchbaren Wirkens bewahren. Die Wucht der Herbststürme gehört für jeden Brückenbauer mit in die Berechnung hinein. Übertragen: die Reinheit und Herrlichkeit Gottes und das Gewicht seiner Ewigkeit gehören in das Wirken und Wollen der Gemeinde mit eingerechnet. Jedes Gemeindebauwerk, das wir durchführen, das wir nicht im Licht der Ewigkeit Gottes angehen, das hat keinen Bestand. Es ist vorläufig und Gott wird es wegwischen.

Darum brauchen wir die rechte Bewertung dessen, was zählt und was hält vor Gottes Thron: Jesus als alleiniges Fundament für unser Glauben und Wirken trägt in Zeit und Ewigkeit. Diese Grundlage hält auch dann, wenn alles wankt und zerbricht.

Darum hören wir die Weisung des Apostels und handeln danach: Seht zu, wie ihr auf diesen Grund baut.   Amen.
   
Anmerkungen:     
(1)  1. Korinther 2, 2–5



Dieser Artikel wurde von Pfarrer Bühner erstellt.

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