2017-06-18

Predigt über Johannes 5,39-47 / Pfarrer Friedhelm Bühner

 

Wir hören Wort Gottes für diesen Sonntag einen Abschnitt aus dem 

Johannesevangelium, Kapitel 5, die Verse 39-47:

 

„Ihr sucht in der Schrift, denn ihr meint, ihr habt das ewige Leben darin. 

Und sie ist‘s, die von mir zeugt; aber ihr wollt nicht zu mir kommen, 

dass ihr das Leben hättet. 

Ich nehme nicht Ehre von Menschen; aber ich kenne euch, dass ihr 

nicht Gottes Liebe in euch habt. Ich bin gekommen in meines Vaters

Namen, und ihr nehmt mich nicht an. Wenn ein anderer kommen wird

in seinem eigenen Namen, den werdet ihr annehmen.

Wie könnt ihr glauben, die ihr Ehre voneinander annehmt, und die Ehre, 

die vom alleinigen Gott ist, sucht ihr nicht? 

Ihr sollt nicht meinen, dass ich euch vor dem Vater verklagen werde; es ist

einer, der euch verklagt: Mose, auf den ihr hofft. 

Wenn ihr Mose glaubtet, so glaubtet ihr auch mir; denn er hat von mir ge-

schrieben. Wenn ihr aber seinen Schriften nicht glaubt, wie werdet ihr 

meinen Schriften glauben?"

 

 

 

Liebe Gemeinde,

 

„Bibel rettet Mann das Leben“, 

stand vor einiger Zeit groß in Focus-Online zu lesen. 

Es ging darin um einen Busfahrer in den USA (in Ohio), 

der von einem Angreifer mit drei Schüssen attackiert wurde. 

Einer traf ihn ins Bein, 

zwei weitere zielten auf den Oberkörper … und wurden 

dort von einer Bibel in seiner Brusttasche abgebremst, 

so dass der Mann den Angriff leicht verletzt überlebte. 

 

Ein Polizist, der den Fall aufgenommen hat, 

hielt fest: „Ohne einen besonderen Eingriff von oben

wäre der Fahrer jetzt sicherlich tot.“

 

Szenenwechsel: 

Hätte es zur Zeit von Jesus schon eine kleine gedruckte Bibel 

gegeben, hätten seine Zuhörer die wohl auch ganz nah 

„an ihrem Herzen“ getragen.

Für die Schriftgelehrten und Pharisäer war die Bibel 

nämlich ganz wichtig. 

Sie wollten sie leben, Wort für Wort. 

So haben sie die Bibel gelesen

und viele Bibelverse auswendig gelernt. 

 

Das bescheinigt ihnen Jesus: 

Die Heilige Schrift ist für euch von großer Bedeutung. 

 

Und wir sehen

 

1. „Ihr sucht in der Schrift“ - die Geschichte beginnt mit
einem großen Lob

Jesus anerkennt das. 

So wie er auch uns anspornen will, 

regelmäßig in der Bibel zu lesen, 

Bibelverse auswendig zu lernen, 

im Hauskreis darüber nachzudenken,

zum Gottesdienst zu kommen,

ja uns regelrecht hinein zu graben in Gottes einzigartiges Wort.

 

Warum eigentlich?

 

Weil wir darin … das Leben finden. 

Weil uns die Schrift … den Weg zum ewigen Leben zeigt:

„Ihr sucht in der Schrift, denn ihr glaubt, 

ihr habt das ewige Leben darin.“

 

Das sagt Jesus über die Schriftgelehrten - voller Anerkennung. 

 

Jeder, der auf der Suche nach dem Sinn seines Lebens ist, 

der soll dieses Buch aufschlagen!

Wer ewiges Leben bei Gott haben will, 

für den ist Gottes Wort unersetzlich wichtig!

Jeder, der Gewissheit haben will 

in den letzten Fragen seines Lebens, 

der kann nicht anders … als in der Bibel lesen.

 

Die Bibel hat es in sich!

Worte des Lebens. 

Worte zum ewigen Leben. 

 

Das ist ja auch der Grund, warum in jeder evang. Kirche

auf dem Altar eine aufgeschlagene Bibel liegt

und wir uns zum Gottesdienst treffen, 

darauf hören und es auf uns wirken lassen. 

(Und umgekehrt ist ein Hinweis auf den Zustand unserer

Kirche, wie wenige … sich heute noch dafür interessieren).

Eine benutzte Bibel ist der Ausgangspunkt für Gottes Wirken. 

 

Die Erfahrung zeigt: 

Wo immer Menschen die Bibel ernst genommen haben, 

da hat sich etwas bewegt!

Das hat positive Kreise gezogen

in einem weiten Umfeld. 

 

Ja, die Bibel hat’s in sich!

 

 

2. „Und sie ist’s, die von mir zeugt“ - die Geschichte geht
    weiter mit einem atemberaubenden Anspruch!

Da ist den Schriftgelehrten die Spucke weg geblieben!

Wer getraut sich so was zu sagen?

Der erste Bibelteil, den wir heute das „Alte Testament“ nennen, 

beglaubigt also, dass Jesus mehr ist als ein wichtiger Prediger!

Das Alte Testament schon bezeugt ihn 

als den angekündigten und jetzt gekommenen Messias. 

Es bezeugt, dass Jesus … Gottes Sohn ist. 

Es bezeugt Jesus in dem …, was er tut und was er sagt!

 

Und Jesus … stimmt dem zu. 

Er sagt: 

Mose, die wichtigste Person in der Geschichte Israels, 

Mose, der vor Hunderten von Jahren gelebt und gewirkt hat, 

den ihr als Prophet und Mann Gottes verehrt, 

dieser Mose … hat von mir geschrieben!

 

Wer Jesus ist und was er tut, 

was mit ihm passiert ist und noch kommen wird, 

das ist schon im Alten Testament angekündigt. 

 

Die Bibel kann nur dann richtig verstanden werden, 

wenn man sie auf Jesus hin liest!

Jesus und sein Werk der Erlösung … ist der Fluchtpunkt des

Alten Testaments, auf den alles zuläuft!

 

Den Inhalt der „Schriften“ hat Jesus so zusammen gefasst: 

„So sehr hat Gott die Welt geliebt, 

dass er seinen eingeborenen Sohn dahin gab, 

damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, 

sondern das ewige Leben haben.“ (Joh 3,16)

 

Jesus selber hat aus dem Alten Testament gelebt, 

darüber mit den Leuten diskutiert

und noch am Kreuz mit Psalmworten gebetet. 

Er sieht seine eigene Lebensgeschichte in diesem 

Bibelteil vorgezeichnet. 

 

Am Abend des Ostersonntags hat er den zwei Jüngern 

aus Emmas seine Geschichte erzählt … mit Worten 

aus dem Alten Testament:

„Und Jesus fing an bei Mose und allen Propheten

und legte ihnen aus, was in der ganzen Heiligen Schrift

von ihm gesagt war.“ (Lk 24,27). 

 

Und dafür lobt Jesus die Schriftgelehrten und Pharisäer, 

dass sie in der Bibel suchen!

Und er beansprucht: 

„Sie ist es (die Bibel, das AT), das von mir zeugt!“

Können seine Gesprächspartner hier noch mitgehen?

Können Sie diesem gewaltigen Anspruch zustimmen?

 

 

3. „Aber ihr wollt nicht zu mir kommen, dass ihr das 

Leben hättet“ - die Geschichte stockt mit einem Wort 

voller Schmerz

Das ist bitter, so richtig bitter, liebe Gemeinde. 

;an kann den Schmerz Jesu so richtig spüren, 

als er dieses Wort sagt. 

 

Seine Gesprächspartner haben das richtige Ziel vor Augen, 

sie haben die richtige Landkarte  

und lesen sie auch eifrig. 

 

Aber den Weg zum Ziel, der überdeutlich eingezeichnet ist, 

den gehen sie nicht. 

Das ist schlimm. 

Das tut weh. 

 

Warum ist das so?

Woran liegt’s?

Hat Gott sein Wort verschlüsselt, 

dass man das Leben darin gar nicht finden kann?

Stehen sich diese Leute selber im Weg?

Reicht ihr Eifer vielleicht noch nicht?

Und … können wir denn sicher sein?

Ist Jesus der, der für den er sich hält?

 

In der Antwort, die Jesus gibt, 

stehen interessanter Weise nicht Begriffe wie 

„Einsicht, „Erkenntnis“ und „Verstand“ im Mittelpunkt. 

Es ist also keine Frage der Intelligenz, 

ob jemand In der Schrift fündig wird oder nicht. 

Bildung und Vorbildung machen es wohl nicht, 

ob wir Jesus als unseren Retter annehmen oder nicht. 

 

Offensichtlich … kann einer sich sehr gut in der Bibel auskennen

und das Wichtigste doch nicht begriffen haben. 

 

Es ist, sagt Jesus, vielmehr eine Frage der Ehre:

„Wie könnt ihr glauben, die ihr Ehre voneinander nehmt

und die Ehre, die von dem alleinigen Gott kommt, 

die sucht ihr nicht?“

 

Was ist damit gemeint?

 

Wenn Jesus der Messias ist, der Fluchtpunkt des Alten 

Testaments: Müsste er sich dann nicht mit eindeutigen 

Argumenten beweisen?

 

Müsste er sich darin nicht wissenschaftlich sauber

darlegen lassen?

 

Aber daran liegt es nicht! 

Sagt er. 

 

Glaube an Jesus ist erst in zweiter Linie eine Sache der

Vernunft, am Anfang steht das Herz!

Und das Gewissen!

 

Jesus als den Sohn Gottes zu erkennen und anzuerkennen, 

das ist (sagt Jesus) eine Sache der Ehre: 

Bin ich bereit, auf Gottes Wort zu hören?

Wirklich zu hören?

Und nicht zu meinen, ich wüsste schon alles, 

was ER mir zu sagen hat?

Bin ich bereit, mein Leben aus Gottes Sicht zu sehen?

Mich zu sehen als jemand, 

der durch Sünde von Gott getrennt ist, 

als einen, der Vergebung braucht

und ohne Jesus verloren geht?

 

Bin ich bereit zu folgen, 

wenn Jesus mich ruft ihm nachzufolgen?

Bin ich für das Wagnis bereit, 

IHM mein Leben anzuvertrauen?

 

Es kann nämlich sein, 

mich hindern ganz falsche Vorstellungen von Gott
und der Welt. 

Ich habe sie von anderen übernommen. 

Und deshalb entdecke ich Jesus als den Sohn Gottes

auch nicht. 

 

Vielleicht bin ich zu stolz, 

um mich in das Licht der Wahrheit Gottes zu stellen?

Vielleicht bin ich einfach von der Meinung anderer abhängig, 

die sagen: Glaube, Kirche, Gemeinde, 

das ist uncool. 

Da halte ich mich zurück …

 

Jesus beschreibt seine Zuhörer als gefangen in einem Kreis:

„Wie könnt ihr glauben, die ihr Ehre voneinander nehmt, 

und die Ehre, die von dem alleinigen Gott kommt, 

sucht ihr nicht?“

 

Sie haben nur Augen und Ohren füreinander. 

Sie wollen voreinander geachtet sein. 

Da kommt Gott … gar nicht zu Wort. 

 

Den letzten Schritt auf Jesus zu wagen sie nicht, 

weil ihnen die Zustimmung der Leute wichtiger ist

als Gottes „JA“ über ihrem Leben. 

 

Ehre von Menschen …?

 

Wie sieht das bei uns aus …?

 

Ja, es ist eine Frage der Ehre: 

Suchen wir die eigene oder die Ehre Gottes?

 

Jesus schmerzt es ganz tief, 

dass Menschen sich selber im Weg stehen

und nicht zum Glauben finden. 

Aber: 

 

 

4. Er ringt um seine Kritiker - „Wenn ihr Mose glaubtet,
    so glaubtet ihr auch mir; denn er hat von mir geschrieben.“


Jesus lässt seine Kritiker nicht einfach stehen, 

dreht sich nicht einfach weg.
Deshalb gab’s auch vereinzelt Schriftgelehrte und
Pharisäer, die zum Glauben gefunden haben. 

Deshalb finden bis heute Menschen den Retter. 

Weil Jesus sucht und wirkt - durch das Wort der Bibel!

 

Deshalb und nur deshalb 

gibt es immer wider dieses Wunder!

 

Das hat auch viel mit Gebet zu tun. 

Mit dem anhaltenden Gebet für Menschen …

und mit dem mutigen „Anstupsen“ von Christen, 

die nicht ihre Ehre suchen, 

sondern die Ehre Gottes. 

Von Menschen, 

die Jesus folgen, die ihm nachfolgen

auf eine Weise, die andere nachdenklich macht. 

 

 

( … )

 

Liebe Gemeinde, 

Die Bibel rettet Leben. 

Dieses Wunder: Die Begegnung mit Jesus, 

die Freude an seinem Wort, 

die Liebe zu ihm - dieses Wunder soll auch bei uns heute

passieren. 

In Dennach, in Schwann, 

überall wo Menschen diesem Wort begegnen 

und sich öffnen. 

Für Jesus, den Retter. 

 

Darum lasst uns beten 

und Jesus bekennen. 

Amen

 

(Ich danke Kollege Chr. Hillebrand für seine Vorarbeit zu diesem Predigttext)




Dieser Artikel wurde von Pfarrer Bühner erstellt.

Sonntag, 19.08.2018
9:15 Uhr:
Gottesdienst in Dennach (Pfarrer Schüssler)
10:15 Uhr:
Gottesdienst in Schwann (Pfarrer Schüssler)
Sonntag, 26.08.2018
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Gottesdienst in Schwann (Dr. Difäm)
Sonntag, 02.09.2018
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Sonntag, 09.09.2018
9:15 Uhr:
Vorstellungs-Gottesdienst in Dennach (Pfarrer Held)
10:15 Uhr:
Gottesdienst in Schwann (Prädikantin Donath)