2016-01-17

Predigt über 2. Korinther 4,6-10 / Pfarrer Friedhelm Bühner

Wir hören den Predigttext für diesen Sonntag aus dem 2. Brief

des Apostels Paulus an die Korinther, Kapitel 4, die Verse 6-10:

    „Denn Gott, der sprach: Licht soll aus der Finsternis hervorleuchten, 

    der hat einen hellen Schein in unsere Herzen gegeben, dass durch

    uns entstünde die Erleuchtung - zur Erkenntnis der Herrlichkeit

    Gottes - in dem Angesicht Jesu Christi.

    Wir haben aber diesen Schatz in irdenen Gefäßen, damit die 

    überschwängliche Kraft von Gott sei - und nicht von uns. 

    Wir sind von allen Seiten bedrängt, aber wir ängstigen uns nicht.

    Uns ist bange, aber wir verzagen nicht. 

    Wir leiden Verfolgung, aber wir werden nicht verlassen. 

    Wir werden unterdrückt, aber wir kommen nicht um. 

    Wir tragen allezeit das Sterben Jesu an unserem Leibe,

    damit auch das Leben Jesu - an unserem Leib - offenbar werde“.

 

 

1. Der helle Schein 

 

Liebe Gemeinde, 

 

was halten Sie von der bekannten Aussage des großen 

Philosophen Friedrich Nietzsche: 

„Die Christen müssten erlöster aussehen, 

glaubten sie an einen Erlöser“?

 

Es gibt sie, die Christen, 

aus deren Leben Christus heraus leuchtet!

Wer im Angesicht von Christus 

die Herrlichkeit Gottes erkannt hat, 

aus dessen Leben strahlt die Liebe Gottes. 

 

Schon Jesus hat einmal vom „Schatz des Herzens“ gesprochen: 

„Wes das Herz voll ist, des geht der Mund über. 

Ein guter Mensch bringt Gutes hervor 

aus dem guten Schatz seines Herzens; 

und ein böser Mensch bringt Böses hervor

aus seinem bösen Schatz“ (Mt 12,34b.35). 

 

Der „Schatz Christus“ leuchtet aus einem Leben heraus …

Einem solchen Menschen wird geschenkt, 

wonach der große deutsche Dichter Wolfgang von Goethe

sich auf seinem Sterbebett noch gesehnt haben soll: 

„Mehr Licht! Mehr Licht!“

Sein strebendes Bemühen, gut und edel zu sein, 

hat für sein Sterben und für seine Erlösung 

offenbar nicht gereicht. 

 

Niemand vermutet das Licht in der Finsternis. 

Gottes aber hat es aus der Finsternis hervor leuchten lassen

in der Krippe von Bethlehem

und am Kreuz von Golgatha. 

 

Von dort gibt es einen hellen Schein in die Herzen der Menschen. 

Gott hat für sie ein Gesicht bekommen

im Angesicht von Jesus Christus. 

So kann uns auch sein Wort 

wie ein Pfeil mitten ins Herz treffen. 

 

Unmissverständlich ist uns dann klar: 

Da redet kein Mensch, 

sondern Gott selber. 

 

Haben Sie das schon einmal erlebt?

 

Christen, die noch nicht lange zum Glauben gekommen sind, 

haben oft eine unglaubliche Ausstrahlung. 

Sie sind Feuer und Flamme für ihren Herrn (für Jesus). 

Und ähnlich geht’s Christen, 

die von Gott durch großes Leid geführt worden sind.

Christus schenkt gerade in der Schwachheit seiner 

Nachfolger unglaubliche Stärke:

„Lass Dir an meiner Gnade genügen, 

denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig“ (2. Kor 12b, 

das hat der Apostel immer und immer wieder erlebt.

 

Manchmal müssen wir Menschen durch persönliches Leid gehen

und seelische Tiefen erleben, 

damit wir im Glauben - zum Licht von Christus - finden. 

 

Eine junge Sportlerin ist beim Skilaufen verunglückt. 

Auf einem Gletscher ist sie tief in eine unter dem Schnee

verborgene Gletscherspalte gefallen. 

Im Krankenhaus ist bald deutlich geworden, 

dass sie querschnittsgelähmt bleiben wird. 

So schreit sie ernsthaft nach der Hilfe Gottes. 

 

Es braucht noch eine ganze Zeit 

und geduldige Christen, 

bevor sie ihre Lage aus Gottes Hand annehmen kann

und so - zum Glauben findet. 

 

Danach macht sie im Fechtsport weiter. 

Bei den Paralympics gewinnt sie sogar eine Medaille. 

Das Wichtigste war ihr aber, 

unter den Sportlern den Glauben an Jesus Christus 

bekannt zu machen. 

 

Sie hat ihr Leid nicht verherrlicht, 

aber deutlich gemacht, 

dass sie ohne den Unfall wohl nie zu Christus gefunden hätte. 

 

Gott hat sie aus der Dunkelheit ihres Leids

in das Licht der Liebe Christi geführt.

So konnte sei Gott für ihre Leiden dankbar sein. 

 

 

 

2. Der himmlische Schatz

 

Wer es selbst erlebt hat, 

wie er von Gottes Liebe angezündet worden ist, 

entdeckt die Liebe von Christus als himmlischen Schatz

in seinem irdischen Leben. 

 

Denken wir nur einmal an das Gleichnis vom Schatz im Acker 

und von der Perle (Mt 13,44-36):

„Vom Schatz im Acker und der kostbaren Perle

44 Das Himmelreich gleicht einem Schatz, verborgen im Acker, 

den ein Mensch fand und verbarg; und in seiner Freude ging 

er hin und verkaufte alles, was er hatte, und kaufte den Acker. 

45 Wiederum gleicht das Himmelreich einem Kaufmann, der 

gute Perlen suchte, 46 und als er eine kostbare Perle fand, 

ging er hin und verkaufte alles, was er hatte, und kaufte sie.“

 

Christen bekennen: 

„Wir haben einen solchen Schatz in irdischen Gefäßen!“

 

Ist das eine Anmaßung?

Gibt es eigentlich so etwas wie einen Besitz im Glauben, 

den himmlischen Schatz auf dieser Erde?

 

Ja, als Geschenk, 

das wir jeden Tag wieder neu 

aus der Hand Gottes annehmen dürfen!

 

Was ist Dir die ewige Liebe Gottes wert?

Was ist Dir im Leben wichtig?

 

Der Hebräerbrief weist auf Mose hin: 

„… und er achtete die Schmach von Christus für größeren 

Reichtum als die Schätze Ägyptens“ (Hebr 11,26). 

 

Ist für uns die Liebe von Christus

nicht schon oft zur Phrase geworden?

Wie lebst Du sie aus (wenn Sie Dich schon erreicht hat)?

Was kann uns noch in Bewegung bringen?

 

Die Botschaft der Liebe von Christus 

reißt viele von uns nicht mehr vom Hocker! 

Leider!

 

Aber auch die fern von Gott lebenden Menschen 

brauchen den hellen Schein in ihren Herzen. 

„Sie suchen, was sie nicht finden, 

in Liebe und Ehre und Glück

und kommen belastet mit Sünden 

und unbefriedigt zurück“, heißt es immer noch zutreffend 

in einem alten Lied (1).

 

Die Menschen aller Zeiten sind auf Sinnliche

und ahnen, dass es einen solchen Schatz geben muss. 

Damit sie das auch erkennen können, 

hat Christus seinen Leuten (die, die ihm nachfolgen), 

den Auftrag gegeben, 

durch ihr Leben 

diesen Schatz weiterzugeben. 

 

Ihr Leben und ihr Glaube sind - als „irdische Gefäße“ oft

stümperhaft und zerbrechlich: 

Wie schnell lassen sich auch Christen verleiten

und auf falsche Fährten setzen!?

 

Wäre es da nicht besser gewesen, 

Gott hätte bessere Werkzeuge beauftragt?

 

Was wäre dann aber aus uns geworden?

 

In seinem ersten Brief an die Korinther hat Paulus geschrieben

„Gott hat das Geringe vor der Welt und das Verachtete erwählt, 

das, was nichts ist, damit er zunichte mache, 

was etwas ist …“ (1. Kor 1,28)

 

Gott hat das Verachtete erwählt.

Je krasser der Gegensatz zwischen der Schwachheit der Boten 

und der Leuchtkraft der Botschaft ist, 

desto geringer ist die Gefahr, 

dass die Boten mit Botschaft verwechselt werden!

Gerade in der Schwachheit seiner Nachfolger 

wird die Kraft Gottes umso größer. 

 

Gott hält sein Reich zusammen 

mit menschlichen Nieten!

Gott hält sein Reich zusammen … 

mit menschlichen Nieten!

 

 

3. Der kraftvolle Schutz

 

Wer sich Christus ganz hingibt, 

der ist an das Energienetz von Christus angeschlossen. 

 

Mit diesem Schatz von Liebe, Kraft, Energie

und einer unverwüstlichen Hoffnung, 

die allein von Jesus Christus kommen kann,,

lassen sich alle Schwierigkeiten und Probleme 

des Lebens in dieser Welt durchstehen und bewältigen. 

 

Paulus lobt das Leiden nicht, 

sondern er lobt die großartige Erkenntnis 

der Herrlichkeit von Christus - im - Leiden!

Gerade im Leiden wird die Gegenwart von Jesus 

besonders spürbar!

 

Er allein beschützt seine Gemeinde

vor äußeren Gefahren durch Gegner und in Verfolgung. 

Auch vor innerer Erosion, 

indem seine Nachfolger treu sein Wort lesen 

und es zur Messlatte machen. 

 

Einzelnen Christen steht er zur Seite,

wenn sie innerlich zu kämpfen haben, 

wenn sie entmutigt sind. 

 

Jesus ist getötet worden, 

hat aber den Tod besiegt!

 

Deshalb kann nur ER 

als der Auferstandene

auch Schutz und Hilfe für seine Gemeinde sein. 

 

Wer mit Christus leben will, 

der muss auch bereit sein, 

mit ihm zu leiden. 

Bei Gott gibts keine Krone ohne Kreuz. 

 

Das hätten wir gern anders!

Gerade in Europa und Amerika, bei so viel Wohlstand, 

ist die Leidensbereitschaft der Christen ganz schwach 

ausgebildet. 

Dazu kommt eine Art gesellschaftlicher und politischer Korrektheit, 

die alles irgendwie Anstößige vor zu vermeiden versucht. 

 

Wer setzt da schon um Christi willen

die eigene Ehre aufs Spiel?

Oder um seiner Position im Beruf willen?

 

Wer aber um Christi willen nicht anstößig ist, 

der stößt auch … nichts an!

 

Jesus Christus nachfolgen, 

das heißt, auf einem persönlichen „Sterbensweg“ unterwegs

zu sein!

 

Dazu gehört auch, 

eigene Wünsche und Ziele

um Christi willen aufzugeben. 

Aus Liebe zu Christus und zu seinem Wort

riskieren Christen Kopf und Kragen … weltweit!

Sie erleiden Folter, unendliche Qualen

und schauen ihrem irdischen Ende mutig ins Auge, 

weil sie den himmlischen Schatz 

der Liebe von Christus und

er Auferstehungshoffnung

in ihrem Herzen tragen. 

 

Die ersten Missionare in Papua-Neuguinea sind in den 

Töpfen der Kannibalen gelandet und aufgegessen worden …

Es hat etwa ein Jahr gedauert. 

Dann sind die Witwen der getöteten und verspeisten Missionare

gekommen. 

 

Das hat nun überhaupt nichts ins Denkschema der 

Kannibalen gepasst. 

Sie haben Blutrache gekannt und ausgeübt. 

 

Aber aus Liebe zu den Mördern ihrer Ehemänner?

Das war ihnen neu. 

Das hat sie neugierig gemacht

hat sie nach und nach geöffnet für die großartige Botschaft

der Liebe des lebendigen Gottes, 

der nicht Rache, sondern Barmherzigkeit geübt hat, 

als er seinen einzigen Sohn 

für die Schuld aller Menschen in den Tod gegeben hat. 

 

Dadurch sind viele von ihnen zum Glauben gekommen, 

die ersten Gemeinde ist entstanden. 

 

Christen haben erfahren, 

wie die überschwängliche Kraft Gottes

ihnen Mut und Durchhaltevermögen gegeben hat. 

Sie wollen der Nachfolge von Jesus

um nichts in der Welt abschwören. 

 

Der himmlische Schatz der Liebe von Jesus Christus, 

liebe Gemeinde, 

ist das Licht in ihrem Herzen

und die Kraft in ihrem Leben. 

Damit sind sie keine Glaubens- oder Leidenshelden. 

Sie bleiben Diener … ihres ewigen Herrn, 

mit dem sie das Licht der rettenden Liebe Gottes

in diese dunkle Welt tragen. 

 

Der helle Schein von Christus strahlt in alle Dunkelheit. 

Es geht um einen himmlischen Schatz, 

den die Menschen auf dieser Erde, 

bei denen, die von Jesus erleuchtet sind, 

finden können. 

Und dieser Schatz schützt, 

er lässt uns Kopf und Kragen riskieren … für Christus. 

Amen 

 

 

(Ich danke Pfarrer B. Affeld, Osnabrück für seine Vorarbeiten zu diesem Predigttext!)




Dieser Artikel wurde von Pfarrer Bühner erstellt.

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