2014-11-23 Ewigkeitssonntag

Predigt über 2. Petrus 3,3-13 / Pfarrer Friedhelm Bühner

Wir hören den Predigttext für den Ewigkeitssonntag aus dem 

 

 

2. Brief des Apostels Petrus, Kapitel 3, 3-13 (NGÜ)

3 Vor allem müsst ihr wissen, dass in den Tagen vor dem Ende 

Spötter auftreten werden, denen nichts heilig ist und die nur ihren 

eigenen Begierden folgen. 4 »Wo bleibt denn die Erfüllung seiner 

Zusage?«, höhnen sie. »Er hat doch versprochen, dass er wieder-

kommt! Inzwischen sind unsere Väter gestorben, aber geändert hat 

sich nichts. Alles ist immer noch so, wie es seit der Erschaffung der 

Welt war.« 5 Denen, die das behaupten, entgeht freilich, dass es 

in alter Zeit schon einmal einen Himmel und eine Erde gab, die auf 

Gottes Wort hin entstanden waren (wobei das Land sich aus dem 

Wasser erhob und das Wasser dem Land Platz machte). 6 ´Und es 

entgeht ihnen, dass` diese damalige Welt vernichtet wurde, und 

zwar ebenfalls auf Gottes Wort hin und ebenfalls mit Hilfe von Wasser

 – dem Wasser der großen Flut. 7 Genauso sind auch der jetzige 

Himmel und die jetzige Erde durch dasselbe göttliche Wort zur 

Vernichtung bestimmt, allerdings zur Vernichtung durch das Feuer. 

Sie bleiben nur noch so lange bestehen, bis der Tag des Gerichts da ist 

und die gottlosen Menschen dem Verderben ausgeliefert werden.

 

8 Eines freilich dürft ihr nicht vergessen, liebe Freunde: Für den 

Herrn ist ein Tag wie tausend Jahre, und tausend Jahre sind für ihn 

wie ein Tag. 9 Es ist also keineswegs so, dass der Herr die Erfüllung 

seiner Zusage hinauszögert, wie einige denken. Was sie für ein 

Hinauszögern halten, ist in Wirklichkeit ein Ausdruck seiner Geduld 

mit euch. Denn er möchte nicht, dass irgendjemand verloren geht; 

er möchte vielmehr, dass alle ´zu ihm` umkehren. 10 Trotzdem: 

Der Tag des Herrn wird kommen, und er kommt ´so unerwartet` 

wie ein Dieb. An jenem Tag wird der Himmel mit gewaltigem Krachen

vergehen, die Gestirne werden im Feuer verglühen, und über die

Erde und alles, was auf ihr getan wurde, wird das Urteil gesprochen 

werden.

 

11 Wenn das alles auf diese Weise vergeht, wie wichtig ist es da, 

dass ihr ein durch und durch geheiligtes Leben führt, ein Leben 

in der Ehrfurcht vor Gott! 12 Wartet auf den großen Tag Gottes; 

verhaltet euch so, dass er bald anbrechen kann! Sein Kommen 

bedeutet zwar, dass der Himmel in Brand geraten und vergehen 

wird und dass die Gestirne im Feuer zerschmelzen. 13 Doch wir 

warten auf den neuen Himmel und die neue Erde, die Gott 

versprochen hat – ´die neue Welt,` in der Gerechtigkeit regiert.“

 

 

Liebe Gemeinde, liebe Konfirmanden, 

 

1. Altes vergeht. 

 

Es geschieht nichts Neues unter der Sonne!

Werden und Vergehen scheinen sich abzulösen in einem 

ewigen Kreislauf. 

Oder gibt es doch einen Weg und ein Ziel?

 

Ohne Weg und Ziel fehlt der Sinn zum Leben. 

Gibt es eine jenseitige Welt, für die es sich lohnt im Diesseits zu leben?

Die alten Ägypter haben daran fest geglaubt, 

dass es ein Jenseits gibt. 

Die stärksten Zeugnisse für ihre Glaubensgewissheit

waren der Totenkult, die Mumifizierung der Verstorbenen

    > Die berühmte Totenmaske des Tutenchamun …

oder der Bau überdimensionaler Gräber für die Pharaonen. 

 

In vielen Religionen und Kulturen der Erde 

finden wir diese Sehnsucht der Menschen, 

jenseits des Todes in eine Jenseits gelangen zu wollen, 

um das irdische Leben in anderer Form weiterzuleben. 

    > Die berühmte Terrakotta-Armee in der Nähe der

         chinesischen Prozinzhauptstadt Xian. Sie sollte        

           dem ersten chinesischen Kaiser im Jenseits 

         zur Verfügung stehen. 

Auch diese Sehnsüchte sind nichts Neues.

 

Jeder spürt am eigenen Leib die Zerbrechlichkeit und 

Vergänglichkeit  alles Lebendigen. 

Dem setzen Religionen und Kulturen die Vorstellung entgegen, 

dass nichts wirklich ganz vergeht, 

sondern nur in eine andere Daseinsform wechselt. 

    > In Todesanzeigen Sätze wie der „… und immer sind

          da Spuren deines Lebens, die uns glauben lassen,
          dass du bei uns bist“

 

Es wiederholt sich alles. 

Wirklich Neues entsteht auf dieser Erde nicht. 

 

In einigen asiatischen Religionen glaubt man an die Seelenwanderung. 

Man fürchtet z. B. ein Tier zu töten, 

weil in ihm die Seele eines Menschen stecken könnte. 

Andere meinen, dass ihre Verstorbenen nur die Daseinsform

gewechselt haben: Sie fühlen sich unsichtbar von ihnen umgeben, 

geben ihnen Opfer, damit sie sich freundlich gegenüber den 

Lebenden verhalten. 

 

Wie viele Menschen werden heute bei uns auf den Friedhöfen

an Gräbern stehen und meinen, 

mit ihren Angehörigen, die 1,80 m tief im Sarg oder 

in einem Urnengrab lieben, sprechen zu können!?

 

Egal, in welcher Lebenssituation wird uns befinden, 

wir wollen uns aufbäumen gegen den Gedanken der Vergänglichkeit

und des Todes. 

Wenn es kein Ziel für unser Leben gibt, 

kommt es uns sinnlos vor:

Wo landen wir, wenn sich doch alles wiederholt, 

wenn das Leben auf dieser Erde in einem Kreislauf bewegen sollte?

 

Wieder andere sind in ihrer Verzweiflung mit ihrem Denken 

und Fühlen am Ende: Für sie gibt es kein Jenseits und kein Leben 

nach dem Tod!

Der Friedhof ist für sie der Abfallplatz des Lebens, 

wenn der Sargdeckel zu ist, ist alles aus und vorbei, 

da kommt nichts mehr, 

kein anderes Leben in irgendeinem Jenseits. 

Einfach aus und vorbei, passé!

 

 

Gott aber, liebe Gemeinde, 

lässt uns nicht im Unklaren darüber, 

dass nicht nur unser Leben auf dieser Erde vergeht, 

sondern auch Himmel und Erde vergehen werden!

Das ganze „System Erde und Menschheit“ und mit ihnen

Weltall und Kosmos werden vergehen. 

 

Kaum zu denken für uns, nicht wahr?!

Wann soll das passieren?

Wir wissen es nicht. 

Gottes Zeitrechnung ist anders als unsere. 

 

Eines aber ist sicher: 

Überraschend wird das kommen wie ein Dieb in der Nacht. 

Alles wird dann zusammen krachen (Vv10.12)!

 

Dieser Tag wird dann noch eine andere Seite haben: 

Gottes Verheißungen werden endlich erfüllt, 

das Warten der Christen hat sich gelohnt. 

Gott wird Gericht halten. 

Jesus wird als Weltherrscher wiederkommen 

und alle Knie werden sich vor ihm beugen:

„9 Darum hat ihn auch Gott erhöht und hat ihm den Namen 

gegeben, der über alle Namen ist, 10 dass in dem Namen Jesu 

sich beugen sollen aller derer Knie, die im Himmel und auf Erden 

und unter der Erde sind …“ (Phil 2,10f)

 

Wer Jesus in seinem Leben vertraut hat

und ihm nachgefolgt ist, 

wird durch dieses Gericht hindurch gerettet werden. 

 

2. Geduld!

Gegen alle Jenseitsträume, Spekulationen, Reinkarnations-

Hoffnungen und gegen allen Spott beruhigt Gott die Seinen durch 

sein Wort, in dem er seine Verheißungen bestätigt 

und um Geduld bittet!

 

Wer Jesus nachfolgt, kann eine großartige Zukunft erwarten, 

kann darauf geduldig warten, 

so wie Gott Geduld hat mit den Menschen, 

die ihm heute noch die kalte Schulter zeigen. 

 

Zur Geduld gehört immer das Vertrauen in Gottes Wort, 

in die Bibel. 

 

Allein durch sein Wort hat Gott einst die Welt ins Leben gerufen: 

„Gott sprach … und siehe … es ist geschehen!“

Allein durch sein Wort bleiben diese Welt und der Kosmos

bis heute in einer stabilen Bahn (V7). 

Und durch eben dasselbe Wort 

wird Gott einmal die alte Erde und den alten Kosmos vergehen lassen

und sein Wort wird eine neue Erde und einen neuen Himmel

entstehen lassen. 

 

Trauen Sie ihm das zu?!

Viele werden darüber lachen. 

Aber schon vielen ist das Lachen auch schon vergangen. 

Sie haben sich über- und Gottes Wort unterschätzt!

 

Allein im Vertrauen auf Gottes Wort können Christen bestehen

gegenüber Spöttern und Besserwissern, die Petrus hier 

„Verführer“ nennt. 

 

Es wird eng werden für die Christen „in den letzten Tagen“, 

steht hier und ich habe den Eindruck, 

wir spüren das heute schon deutlich: 

    - In der Gesellschaft wenden sich viele gegen das 

        Christentum, jedenfalls in der biblisch konkreten Form.

    - Christen werden als „reaktionär“ und „altbacken“ 

        dargestellt, wenn sie für das Ehebild mit Mann und Frau

        eintreten, das Gott segnet. 

    - immer weniger verstehen, warum Christen ihre Kinder

        gerne selbst erziehen wollen und das nicht einfach an 

        Kitas und Ganztagsschulen delegieren wollen. 

    - An der Abtreibungsrealität in Deutschland darf ohnehin kaum 

        noch erinnert werden (in Stuttgart ist die Stadtverwaltung

        heftig bemüht, neue Räumlichkeiten für eine Abtreibungs-

        Klinik zu finden). Wer das aus christlicher Sicht nicht

        gut findet, wird als „ewig gestrig“ hingestellt …

 

Nur, wer aktiv erwartet, dass diese Weltzeit auf den Tag zuläuft, 

dass Jesus sichtbar wiederkommt, 

wird darin die Geduld Gottes entdecken

und selber Geduld haben mit den verlorenen Menschen, 

mit seinen Gegnern und Freunden, die Gott fern stehen. 

 

Gott selber ist Vorbild in Geduld. 

 

Im Gegensatz zu manchen Christen 

hat Gott selber Geduld mit denen, 

die noch nicht zu ihm gefunden haben. 

Möglichst viele Menschen sollen noch zu ihm finden. 

Sie sollen umkehren auf ihrem Weg in die (ewige) Verlorenheit

und Buße tun. 

Das ist ihre große Chance

und eine Verpflichtung ihnen Jesus zu bringen. 

 

Die Christen sollen die Zeit der Geduld Gottes nutzen 

- für ein Leben in ganzer Hingabe an Christus:

„11 Wenn das alles auf diese Weise vergeht, wie wichtig ist es da, 

dass ihr ein durch und durch geheiligtes Leben führt, ein Leben 

in der Ehrfurcht vor Gott!“ (V11)

und in großem Eifer den Menschen die frohe Botschaft weiterzusagen:

„Handelt, bis ich wiederkomme!“ (V11.12.14)

 

Das hat Jesus seinen Jüngern auf ihren Weg mitgegeben. 

Warten unter der Geduld Gottes

heißt Einsatz für die verlorenen Menschen

zur Ehre von Christus. 

 

Christen eilen quasi ihrem wiederkommenden Herrn entgegen

in Geduld, Wachsamkeit und missionarischem Eifer. 

 

3. Neues kommt!

Die Sehnsucht nach einer neuen Welt, 

in der Frieden und Gerechtigkeit zuhause sind, 

hat die Menschen immer wieder gepackt 

und in Bewegung gesetzt.

 

Dafür gibt es viele Beispiele in der Geschichte: 

    - Kommunismus und Maoismus - beide sind gescheitert. 

    - Auch der Islam - Er sieht sich als Friedensbewegung,

         den Glauben aber verteidigt er mit Feuer und Schwert

         (… das Grauen des Islamischen Staates (IS) … die 

         Terroristen von Boko Haram in Nigeria … 

         die Hamas im Gazastreifen, die jubeln und feiern lässt,
         als zwei Attentäter in der vergangenen Woche vier Besucher
                einer Synagoge in Jerusalem mit Beilen und Messern
          umgebracht haben)

    - Und so manche politische Utopie
          („Frieden schaffen ohne Waffen“, „Stell dir vor, es ist Krieg

          und keiner geht hin …“ (Berthold Brecht)).

 

Wem können wir vertrauen?

 

Jesus hat auf dieser Erde in Wort und Tat 

um Vertrauen zu seinem ewigen Vater geworben. 

Gott - kann uns nicht betrügen, weil er uns liebt.

Gott, der die Welt und den Kosmos geschaffen hat, 

verspricht einen neuen Himmel und eine neue Erde: 

    Unglaublich!

    Gott, der Schöpfer des Anfangs, des Ende - und - 

    eines Neuanfangs!

 

Er sagt nicht: „Alles wird gut!“, 

sondern „Ich mache alles neu!“ (Offb 21,5). 

 

Wir können uns heute aufgrund der Erkenntnis aus der Atomphysik

und der modernen Astronomie die Möglichkeit eines solchen Endes

von Kosmos und Erde sehr wohl vorstellen. 

Wir haben eine Vorstellung davon, 

wie Elemente bei der Kernfusion zerschmelzen können. 

Das Ende der Erde könnte aber auch durch eine kosmische 

Katastrophe kommen. 

 

Darüber gibt’s im Internet unter dem Stichwort „Meteoriteneinschlag“

sehr interessante, aber auch beängstigende Seiten.

Die Erde schwebt nicht gefahrlos im Weltraum, 

erst vor wenigen Monaten sind wir auf der Erde

einem großen Einschlag, einer kosmischen Katastrophe, 

entgangen!

 

Auf „youtube.com“ gibt es ein interessantes Video zum Thema

„Weltuntergang durch einen Meteoriteneinschlag“. 

Der NASA-Chef zumindest rät zum Beten

gegen Meteoriteneinschläge …

 

Christen wissen, „Gott sitzt im Regimente und führet alles wohl“.

Auch sein Wort können wir uns voll und ganz verlassen

(gegen alle Spötter). 

Gott erfüllt seine Verheißungen und rettet seine Gemeinde

durch alle Katastrophen hindurch

und führt sie in sein Reich eines neuen Himmels

und einer neuer Erde. 

 

So wird der Totensonntag für die Christen zum Ewigkeitssonntag!

Was für eine Zukunft!

Amen


(Ich danke Pastor B. Affeld für seine Vorarbeiten zu diesem Predigttext)

 

 

 

 




Dieser Artikel wurde von Pfarrer Bühner erstellt.

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