2013-07-28

Predigt über Matthäus 13,44-46 / Pfarrer Friedhelm Bühner

Gottes Wort für diesen Sonntag steht im Matthäus-Evangelium, Kapitel 13, die Verse 44-46. Ich lese es zunächst nach der den meisten bekannten Luther-Übersetzung:

Vom Schatz im Acker und der kostbaren Perle

44 Das Himmelreich gleicht einem Schatz, verborgen im Acker, den ein Mensch fand und verbarg; und in seiner Freude ging er hin und verkaufte alles, was er hatte, und kaufte den Acker. 45 Wiederum gleicht das Himmelreich einem Kaufmann, der gute Perlen suchte, 46 und als er eine kostbare Perle fand, ging er hin und verkaufte alles, was er hatte, und kaufte sie.“

 

 

 

Liebe Gemeinde, 

reif für die Insel – wer ist das nicht,
wenn er an das Ende des Schuljahres denkt. 

Ich denke da an unsere Konfirmanden / Schüler ...

Mal keine Schule, keinen Lehrer, keine Klassenarbeiten mehr sehen – 

einfach alles hinter sich lassen – das wäre es doch! 

 

Aber auch die Ausgeschulten und Studierten: 

Reif für die Insel – wer ist das nicht, 

wenn er an seinen stressigen Job denkt, 

der ihm den letzten Nerv kostet:

Mal keine Kollegen mehr sehen – einfach alles hinter sich lassen – 

das wäre es doch! 

 

Reif für die Insel – wer ist das nicht, 

wenn er an unsere verrückte Welt denkt, 

die jeden Tag andere schlechte Nachrichten produziert, 

einfach sich in die Einsamkeit zurückziehen –.

das wäre es doch! 

 

 

1. Reif für die Insel – wie komme ich da hin? 

Für viele ist das alles ganz einfach. 

Sie gehen ins Reisebüro oder stöbern im Internet 

und kaufen sich ein Ticket nach Korsika, Sardinien, Hawaii oder Bali 

und fliegen auf ihre Insel. 

 

Für viele ist dieser Traum nur ein Traum. 

Sie haben nicht das nötige Kleingeld um sich diesen Traum zu erfüllen. 

Und schon ist der Traum geplatzt. 

Das geht mit den meisten Träumen so. Sie platzen. 

Und deshalb träumen wir weiter. 

 

Gibt es einmal eine Erfüllung unserer Träume? 

 

Wir haben heute morgen einen Predigttext aus der Bibel, 

der genau den umgekehrten Weg geht:

Nicht ersehnte Träume, enttäuschte Träume und geplatzte Träume. 

Nein, unverhofft erfüllte Träume. 

 

Hören wir den Bibeltext aus Matthäus 13, (44-46) dazu noch einmal 

ganz neu:

„Wenn Gott die Beziehung zu uns Menschen neu aufbaut, 

dann geht es zu, wie bei folgender Geschichte (sagt Jesus): 

ein landwirtschaftlicher Arbeiter fand zufällig auf einem Acker einen 

wertvollen Schatz. Da ihm der Acker nicht gehörte, fasste er einen 

genialen Plan. Er vergrub den Schatz wieder. 

In seiner übergroßen Freude über den Fund verkaufte er seinen ganzen 

Besitz und kaufte den Acker mit dem vergrabenen Schatz. 

So - gehörte ihm dann auch - der verborgene Schatz.“ 

 

Reif für die Insel: Wie komme ich da hin? 

Für den glücklichen Schatz-Finder ist die Frage beantwortet. 

Er war ganz nahe an seinem Glück. 

Wenn er diesen Schatz sein eigen nennen konnte, 

dann konnte er sich jede Insel leisten. 

Dann konnte er sich sogar seine eigene Insel kaufen. 

Was trennte ihn noch von seinem Glück? 

Nur die klitzekleine Tatsache, dass ihm der Acker nicht gehörte, 

wo sein Schatz vergraben lag. 

 

Wie komme ich da hin? 

Wie komme ich an den Schatz ran? 

 

Für ihn eine klare Sache: Konzentration auf das einzig Wahre – 

nicht „Warsteiner“ oder eine andere Marke -, 

sondern alles, was innerhalb den Grenzsteinen seines Glücksackers lag. 

 

Kein Geld mehr ausgeben für Kinkerlitzchen. 

Sondern nur noch für das Eine, seinen Acker, seinen Schatz, sein Glück. 

 

Keine Zeit mehr verplempern – alle Zeit einsetzen für das eine, 

seinen Acker, seinen Schatz, sein Glück.

 

Reif für die Insel – wie komme ich da hin –, 

indem ich aufhör‘ mich zu verzetteln und mir das Beste aneigne. 

 

Was ist das Beste? - „Das Himmelreich, die Herrschaft Gottes, 

die Beziehung zu Gott ist einem Schatz zu vergleichen, 

den jemand unverhofft findet.“ 

 

Wie komme ich da hin? - 

Indem ich unverhofft entdecke, 

dass ich einem Schatz auf die Spur gekommen bin, 

wenn ich auf Gottes Wort höre. 

Und dass jetzt alles darauf ankommt, 

dass ich mich nicht verzettele, sondern den Schatz gewinne! 

 

 

2. Reif für die Insel – was suchen wir überhaupt? 

„Wenn Gott die Beziehung zu uns Menschen neu aufbaut, 

dann geht es zu wie bei folgender Geschichte (sagt Jesus): 

Ein Perlenkaufmann suchte in allen einschlägigen Geschäften 

nach hochwertigen Perlen. Zufällig beim Suchen stöberte er eine 

welteinmalig schöne und große Perle auf. Er verkaufte alle seine 

Perlen und sein ganzer Besitz nur um die einmalige Perle zu kaufen.“

 

Warum sind die Inseln dieser Erde so beliebt: 

Sonne, Strand, Palmen, Bacardi und traumhafte Musik? 

Was für ne Sehnsucht tragen wir in uns? 

 

Wir haben in uns ein Bild vom Paradies. 

In Norddeutschland gibt er eine Stiftung mit dem Namen „miniParadies“, 

ein Bauernhof für Stadtkinder, der sie glücklich machen soll. 

Keine schlechte Idee, finde ich. 

Aber „glücklich“, was ist das?

 

Wir wollen doch alle mehr als das „glückliche Landleben“,

mehr als Inselurlaub –, 

wir wollen mehr als ein Miniparadies, nicht wahr!?

 

Was macht das richtige Paradies aus? 

Unsere Geschichte in der Bibel sagt es uns: 

„Wenn Gott die Beziehung zu uns Menschen neu aufbaut...“ 

 

Wir suchen eine feste Beziehung, die nicht abbricht. 

Wir sind sehnsüchtig nach einem, der uns nie die Freundschaft kündigt. 

Wir suchen die welteinmalige Perle des Lebens. 

Und die heißt: Für immer zu Gott gehören!

Wir suchen nicht eine Insel – wir suchen das Paradies. 

 

Deine Sehnsucht kommt nicht zur Ruhe, bis zu weißt, 

dass du einen Platz im Paradies hast. Dass du ewig zu Jesus gehörst. 

 

Wer nach Hawaii fliegt, der lernt eine Reiseart kennen, 

die er von Europa so nicht kennt. 

Hawaii ist ja eine ganze Inselgruppe. 

Man schaut sich nicht nur eine Insel an. 

Man fliegt von einer Insel zur anderen. 

Und die Flugzeuge dazu heißen: Insel-Hopper, 

das, was man hier tut: Insel-Hopping. 

 

Ähnlich wie wir das vorhaben mit unserer Segelfreizeit

im holländischen Wattenmeer: Wir machen Insel-Hopping, 

jeden Abend wollen wir eine neue Insel erreicht haben ... 

bitte beten Sie für die 25 Teilnehmer, die am nächsten Freitag

in Schwann starten, dass sie in dieser Woche auf einem Segelboot mehr als 

ein Mini-Paradies entdecken, sondern Jesus selber ...

 

Insel-Hopping, das manchen viele Menschen. 

Auch ohne Ausflug ans Meer. 

Aber sie suchen nicht an der richtigen Stelle. 

Sie suchen, was sie nicht finden können in Liebe und Ehre und Glück 

und sie kommen belastet mit Sünden und unbefriedigt zurück. 

Reif für die Insel: 

- wie komme ich da hin? 
- was suchen wir überhaupt? 

haben wir uns bis hierher gefragt. 

 

Unser Bibeltext für diesen Sonntag bleibt uns die Antwort nicht schuldig: 

 

3. Reif für die Insel - setze alles auf eine Karte! 

In beiden Geschichten gilt eines: 

der Schatzfinder und der Perlensucher setzen alles auf eine Karte. 

Sie riskieren alles. 

 

Der steinreiche Modemacher und Desginer JOOP, 

wohnhaft in Potsdam und in Monaco, er gilt als einer der erfolgeichsten

Deutschen in dieser Branche, sagt: 

„Das Einfache ist heute der Luxus, den man nicht mehr hat.“ 

 

Unsere Sehnsucht nach einer Insel 

ist die Sehnsucht nach Klarheit und Einfachheit. 

Raus aus dem Vielerlei und Unübersichtlichem, 

aus dem Verzetteln und Dahinleben. 

 

Der lebendige Gott lädt uns heute ein alles auf eine Karte, 

besser alles auf seine Karte zu setzen. 

Ganz einfach ihm zu vertrauen. 

Alle anderen Optionen zurückstellen und mit ihm, mit Jesus, zu leben 

in der Gewissheit, das Paradies dabei als großes Geschenk zu bekommen. 

 

Das ist ja die Erfahrung der Beiden in unseren Kurzgeschichten: 

den Schatz im Acker: das war ein unverhofftes, 

ein nicht erwartetes Geschenk. 

Die Perle mit einmaligem Wert, das war ein Sensationsfund. 

Für beide ein Geschenk. 

 

Das Einfache ist immer ein Geschenk. 

Und uns wird heute - das Geschenk der Beziehung zu Gott - angeboten, 

die nie mehr abreißt. 

Die bis ins Paradies hält, die selbst den Tod überdauert. 

Du stehst heute vor dem Angebot dieses Geschenkes. 

 

Höre auf mit dem Insel-Hopping – da mal zu suchen, 

dort mal zu schnuppern, ruft uns Jesus hier zu!

Nimm die angebotene Beziehung zu Gott an und auf. 

Die ist nämlich nicht von Natur aus da, 

auch nicht durch Taufe und Konfirmation, 

sondern wir sind aufgefordert, für das Paradies, 

den entdeckten größtmöglichen Schatz, zu handeln, aktiv zu werden, 

alles dran zu geben - nur dann - gehört das Paradies auch mir!

 

Ist Ihnen aufgefallen, 

wer eigentlich der Erfinder dieser Gleichnisgeschichten war?

 

Niemand Geringeres als Jesus selbst. 

 

Er hat sie erzählt und damit alle eingeladen, 

den größten Schatz, die beste Perle des Leben zu bekommen. 

 

Und er hat diese Geschichte nicht nur erzählt. 

Er hat alles dafür getan, 

dass wir die Beziehung zu Gott aufnehmen können. 

Er hat am Kreuz für uns das große Pluszeichen gemacht. 

Für ihn war das keine Insel – sondern grausamer Tod. 

Für ihn war das kein Urlaub - sondern tödliches Leiden. 

Aber seit seiner Todesstunde gilt uns die Zusage: 

Heute noch, wenn du annimmst, was dir geschenkt wird, 

wirst du mit mir einen Platz im Paradies haben. 

 

Kannst Du an diesem Angebot vorübergehen? 

 

Mit Gedanken von Hermann Traub will ich schließen:

du bist reif für die Insel 

und fragst dich 

wie komme ich da hin 

setzte alles auf eine Karte 

verzettle dich 

nicht länger 

das Beste wartet auf dich 

 

du bist reif für die Insel 

und suchst 

das große Glück 

lass es dir sagen 

Gott will Beziehung 

für immer 

zu dir 

 

du bist reif für die Insel 

empfange 

mit leeren Händen 

dass Gott 

dir alles schenkt 

was du zum Leben 

brauchst 

für alle Zeit

 

Amen

 

(Ich danke Pfarrer Hermann Traub für seine Vorarbeiten zu diesem Predigttext)




Dieser Artikel wurde von Pfarrer Bühner erstellt.

Sonntag, 24.06.2018
9:15 Uhr:
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10:00 Uhr in Schwann:
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10:15 Uhr:
Gottesdienst in Schwann (Pfarrer M.Gerlach)
Dienstag, 26.06.2018
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19:45 Uhr:
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Mittwoch, 27.06.2018
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Donnerstag, 28.06.2018
18:30 Uhr:
Biblellesen und Austausch für Jugendliche im GH Schwann