2013-03-29 Karfreitag Konfirmanden

Predigt über das Kreuz und seine Bedeutung / Pfarrer Friedhelm Bühner

Anspiel „Komma-Verschiebung“ (Idee aus www.der-steigbuegel.de)

(Eine Person sitzt vorne, die Ellenbogen auf den Knien gestützt, die Hände vorm Gesicht)

Erzähler: (Spannung einbauen) Dunkel ist der Kerker, in dem der Gefangene ausharrt. Die Jahre im Gefängnis haben ihn gezeichnet. Matt sind seine Hände, dunkel seine Augen. 

Der Urteilsspruch lautete: (Plakat wird von zwei Personen ausgerollt und hochgehalten.) 

Gnade unmöglich, im Gefängnis lassen! 

Doch dann regiert eines Tages ein neuer König. Er hört von dem Mann, den man in den Kerker warf. Als man ihm berichtet, ist sein Herz bewegt. Er nimmt noch einmal den Urteilsspruch und verändert nur ein kleines Zeichen. Er versetzt das Komma an eine 

andere Stelle. (Komma auf dem Plakat durchstreichen und neues Komma schreiben.) 

 

Der Satz lautet nun: Gnade, unmöglich im Gefängnis lassen. 

 

Diese Kommaverschiebung beendet die unmenschliche Kerkerhaft, der Mann ist frei. 

(alle gehen)

 

 

 

Predigt 

 

Liebe Gemeinde, liebe Konfirmanden, 

„Jesus, denk an mich, wenn du in dein Reich kommst!“, 

mit diesen letzten Worten richtet sich ein zum Tod Verurteilter an Jesus. 

 

Denk an mich, vergiss mich nicht!

Und Jesus - selber mit dem Tod ringend - schaut ihn an

und sagt zu ihm: „Wahrlich, ich sage dir: Heute noch wirst du 

mit mir im Paradies sein! (> Schriftlesung)

Was für Worte!

 

Karfreitag ist der Tag, an dem das Komma zu unseren Gunsten 

verschoben worden ist. 

Karfreitag ist der Tag, an dem wir begnadigte Menschen sind 

und das im Glauben annehmen dürfen!

Karfreitag ist der Tag, an dem jedem Menschen auf dieser Welt, 

Vergebung angeboten wird, obwohl alle „Dreck am Stecken“ haben. 

Da wird nicht mehr aufgerechnet, 

Schuld zugeschoben oder die Hölle heiß gemacht. 

Sondern da heißt es: Gnade!

 

Vielleicht fragt sich jetzt so mancher und so manche: Gnade? ( - ) 

Wofür brauche ich Gnade?

Ich bin doch ein rechtschaffener Mensch, 

habe noch etwas Große verbockt!

 

Aber Gott unterscheidet nicht zwischen großen und kleinen Sünden, 

wie wir Menschen es oft tun. 

Vor IHM, dem heiligen, ewigen Gott, kann niemand bestehen, 

mag er sich noch so anstrengen!

In Gottes Augen sind wir alle im gleichen Boot, 

sind wir alle Sünder!

 

Doch, in Jesus Christus, der für uns am Kreuz hing, 

gibt es eine Lösung, eine Er-Lösung für unser kleines Leben. 

 

Darf diese Wahrheit unser Leben verändern?

Kommen wir zu diesem Gott, fallen vor ihm nieder

und bekennen ihm, dass wir Sünder sind, 

dass wir diese „Lösung“ von unserer Grundschuld bei Gott brauchen,

dass wir Jesus brauchen?

 

Wie oft sind wir beschäftigt damit, 

uns selbst und andere zu beurteilen, zu verurteilen,

zu bewerten oder gar zu richten. 

Wer spricht in dieser Gesellschaft noch das erlösende JA?

Wer verrückt noch zu unseren Gunsten das Komma, 

das Gnade vor Recht ergehen lässt?

 

Liebe Gemeinde, liebe Konfirmanden, 

Karfreitag erinnert uns an den gnädigen Gott, 

der bereit war, aus Liebe zu uns,

die wir ohne Jesus, ohne sein Kreuz und seine Auferstehung, 

ohne die Vergebung, die wir bei ihm annehmen dürfen, 

alle verloren gehen müssten. 

 

Karfreitag erinnert uns an den gnädigen Gott, 

der uns den Himmel aufschließt. 

 

Martin Luther, der sich als Mönch kasteite 

und alle Anstrengungen unternommen hat, 

um gerecht vor Gott zu stehen, 

kam zu dem Schluss: 

„Mir ist es bisher wegen angeborener Bosheit und Schwachheit

unmöglich gewesen, den Forderungen Gottes zu genügen. 

Ich muss verzweifeln, 

aber das lass ich bleiben. 

Wie Judas an den Baum hängen, 

das tu ich nicht. 

Ich hänge mich an den Hals oder Fuß Christi. 

 

Ob ich auch noch schlechter bin als die anderen, 

ich halte meinen Herrn fest. 

Und dann spricht Christus zum Vater: 

„Dieses Anhängsel muss auch durch. 

Er hat zwar nichts gehalten 

und alle deine Gebote übertreten. 

Vater, aber er hängt sich an mich. 

Was will‘s!

Ich starb auch für ihn. 

Lass ihn durchschlupfen!“

 

Das soll mein Glaube sein. 

 

Und das soll euer Glaube sein, liebe Konfirmanden

und liebe Eltern und Paten, liebe Gemeinde, 

„... ich hänge mich an den Hals Christi, 

ich halte meinen Herrn fest. 

Und dann spricht Christus zum Vater: 

„Dieses Anhängsel da ... ich ... Sie / Du ... muss auch durch. 

Er hat zwar nichts gehalten 

und alle deine Gebote übertreten. 

Vater, aber er hängt sich an mich. 

Was will‘s!

Ich starb auch für ihn. 

Lass ihn durchschlupfen!“

 

Gott hat das Komma zu unseren Gunsten verschoben!

 

Amen

 




Dieser Artikel wurde von Pfarrer Bühner erstellt.

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