2012-09-30 Erntedankfest

Familiengottesdienst mit Kindergarten Dennach und Ensemble Variotono anlässlich der Wiedereinweihung der Christuskirche / Predigt über Lukas 17,11-19 / Pfarrer Friedhelm Bühner

„Lobe den HERRN meine Seele und seinen heiligen Namen. 

Was er dir Gutes getan hat, Seele, vergiss es nicht. Amen ...“

 

das haben wir gerade drei Mal als Refrain gesungen. 

 

Und ihr Kinder habt uns die schönen Früchte gezeigt ...

uns daran erinnert, dass wir dafür nicht nur dem Bauern, dem 

Bäcker oder der Marktfrau dankbar sein sollten, 

sondern vor allem Gott, ohne den nichts läuft in dieser Welt 

oder - ohne den alles schief läuft, 

weil der Segen fehlt. 

 

Wir hören heute von einer Begegnung von 10 kranken Menschen 

mit Jesus und wie das bei ihnen war (Lk 17,11-19)

„11 Und es begab sich, als Jesus nach Jerusalem wanderte, dass 

er durch Samarien und Galiläa hin zog. 12 Und als er in ein Dorf kam, 

begegneten ihm zehn aussätzige [schwer kranke] Männer; 

die standen von ferne 13 und erhoben ihre Stimme und sprachen: 

Jesus, lieber Meister, erbarme dich unser! 

14 Und als er sie sah, sprach er zu ihnen: Geht hin und zeigt euch 

den Priestern! [die waren so was wie die Amtsärzte, mussten
beurteilen, ob ihre Krankheit noch ansteckend war ...] Und es 

geschah, als sie hingingen, da wurden sie rein [gesund]. 15 Einer 

aber unter ihnen, als er sah, dass er gesund geworden war, kehrte er 

um und pries Gott mit lauter Stimme 16 und fiel nieder auf sein 

Angesicht zu Jesu Füßen und dankte ihm. 

Und das war ein Samariter. 17 Jesus aber antwortete und sprach: 

Sind nicht die zehn rein [gesund] geworden? 

Wo sind aber die neun? 

18 Hat sich sonst keiner gefunden, der wieder umkehrte, um Gott 

die Ehre zu geben, als nur dieser Fremde? 19 Und er sprach zu ihm: 

Steh auf, geh hin; dein Glaube hat dir geholfen.“

 

 

Hat so eine Erfahrung aus der Bibel auch etwas mit Erntedank zu tun?

Geht‘s bei „Erntedank“ nicht nur um Äpfel, Birnen, Zwetschgen,
vielleicht noch ganz allgemein,
dass er mir gut geht!?

 

Nein, wir sehen hier, dass Erntedank ganz viel mit dem 

Leben zu tun hat, 

also nicht nur mit dem, was wir „futtern“, 

sondern mit dem, wie ich mich sehe, 

ob als Mensch, der nach dem Grundsatz lebt: Hauptsache gesund, 

dann ist doch alles paletti. 

Aber wem soll ich denn dafür danken?

Doch höchstens dem Doc, der mich wieder auf die Beine gebracht hat!

 

Selbst das haben 9 von 10, die hier - durch ein Wunder - geheilt 

worden sind, vor lauter Happiness noch vergessen!

Sie haben gekriegt, was sie wollten ... und jetzt ist es wie so oft:

„Und Tschüss!“ - Weg waren sie ...

 

Von 10 schwer kranken Männern hören wir hier, 

die sich in ihrer Not zusammen gefunden haben zu einer Aktions-

gemeinschaft, um sich gegenseitig zu stützen. 

Alle zusammen haben sie zu Jesus geschrieen. 

Und das ist gut so, 

überhaupt ist es gut, wenn Leute sich zusammen tun

und sich nicht jeder in seiner Not verkriecht. 

Auch was sie tun, ist topp: Sie rufen zusammen zu Jesus!

„Jesus, lieber Meister, erbarme dich unser!“

 

Tun wir das auch?

Wenn wir eine unheilbare Diagnose kriegen?

Wenn ein Unfall mich zum Rollstuhlfahrer macht?

Wenn der Ehepartner schon so früh stirbt?

Wenn sich Vater und Mutter trennen?

Zu Jesus rufen?!

 

Von den 10 Aussätzigen heißt es wörtlich: 

Sie schrien laut und vernehmlich zu Jesus!

Sie wollten Jesus also in der Not nicht davon laufen, 

sondern jetzt erst recht suchen!

 

Selbstverständlich ist das nicht. 

Es stimmt auch nicht, dass Not immer beten lehrt, 

so manchen führt sie erst recht ins eigene Schneckenhaus, 

gerade nicht zu Jesus, zu Gott!

 

Alle 10e haben bis dahin total richtig gehandelt. 

Sie haben Jesus zugetraut: Du hast die Kraft, uns zu helfen!

 

Wie ist das bei uns heute?

Hältst Du an Jesus fest in der Not, gehst nicht weg von ihm?

Suchst Du seine Gegenwart, gerade hier in diesem Gotteshaus, 

das wir heute wieder in Betrieb nehmen dürfen?

 

Am Schluss der Geschichte wird Jesus zu dem einen sagen: 

„Dein Glaube hat dir geholfen!“

Dein Glaube an mich, an Jesus -, nicht an den Doc, an das Schicksal

oder den unpersönlichen Herrgott. 

 

 

Und noch etwas wird hier deutlich:

Im Dank an Jesus - geben wir Gott die Ehre!

Ich sage es noch einmal: Im Dank an Jesus - geben wir Gott die Ehre!

 

An diesem Punkt trennt sich das Aktionsbündnis der 10. 

Neun sind happy, vergessen Jesus wieder. 

Nur einer von den gesund Gewordenen kehrt zu Jesus zurück

und dankt ihm. 

Von ihm heißt es: „Er kehrte um und pries Gott mit lauter Stimme, 

fiel nieder auf sein Angesicht zu Füßen von Jesus und dankte ihm!“

 

Einer der gesund Gewordenen also ist vor Jesus auf die Knie gegangen. 

Warum? Weil er in Jesus Gottes Erbarmen gespürt hat. 

Und ihm spricht Jesus zu: „Steh auf, geh hin, dein Glaube hat dich gerettet!“

Wie das?

 

Dieser eine hat, wie Jesus anschließend sagt, Gott die Ehre gegeben, 

indem er Jesus dankt!

 

Unsere Dankbarkeit hängt also mit unserer Beziehung zu Jesus zusammen!

Komme ich zu ihm oder komme ich nicht?

Lasse ich Jesus von jetzt an den Mittelpunkt meines Lebens sein?

Sehe ich ihn jetzt als den, an dem mein Leben hängt, 

der mir alles Gute „zuwachsen“ lässt 

hier in diesem Leben - und dazu das ewige Leben?

Lasse ich mir von ihm etwas sagen?

Bin ich bereit, Schuld zu bekennen?

Oder ist er nur nützlich als Helfer in der Not - und sonst will ich mein 

Leben in eigener Regie führen?

 

 

„Wo sind die Neun?“ fragt Jesus - ein Drittes!

Hier sehen wir: Für Jesus war es ein Schmerz, 

dass die meisten der Geheilten nur drauf aus waren, 

gesund zu sein, ohne dass seine Hilfe sie zu ihm gezogen und mit ihm

verbunden hätte. 

 

Da frage ich mich: 

Wie ist das bei uns, bei mir, bei Dir?

 

Wir dürfen jetzt wieder eine wirklich schöne Kirche im Dorf eröffnen, 

viel Arbeit steckt da drin, auch viel Herzblut und

sie steht allen offen, ob Christ, ob anders Gläubig oder gar nicht gläubig. 

Aber wer geht wirklich hin?

Am Sonntag?

Wer will hier aus und ein gehen und damit deutlich machen, 

dass er mit Jesus verbunden ist und lebt? 

Dass hier das Haus ist, das dazu da ist, Gott die Ehre zu geben?

 

Das ist der nachdenklich stimmende Ausgang des Bibelwortes heute: 

Die, die Jesus am nächsten sein müssten, 

die bleiben in einem gewissen kirchlichen Rahmen - ohne direkt Jesus 

zu danken - und ihm die göttliche Ehre zu erweisen. 

 

Wie sieht es bei uns aus?

Wollen auch wir einfach nur gesund sein? - Und fertig!?

 

Jesus schmerzt das. 

Er fragt: Und wo sind die Neun?“

So wie er die Menschen seit den Schöpfungstagen sucht: 

„Mensch (Adam), wo bist du?“

 

Kennen wir das nich auch von uns?

Wenn wir gesund und zu essen haben, 

hängst das auch für uns nicht immer augenscheinlich mit Gott

oder Jesus zusammen. 

 

Wir nehmen Gottes Gaben an, 

oft genug nur, um Not oder Schmerz von uns abzuwehren

und ein gutes Leben zu haben. 

 

Aber im alltäglichen Leben Gott ganz konkret zu danken, 

scheuen wir uns immer wieder. 

 

Damals sind alle gesund geworden, aber gerettet wurde nur der eine. 

ER hat durch seine Umkehr zu Jesus das geschenkt bekommen, 

was dieser durch seinen Gang ans Kreuz für uns alle erreicht hat. 

Er hat die Mächte besiegt, die uns kaputt machen. 

Er hat uns ein reines Verhältnis zu Gott - jetzt und in Ewigkeit - ermöglicht. 

 

Das will er auch uns schenken, 

damit wir einen bleibenden Segen - durch den ewigen Anschluss an Jesus

bekommen - und nicht nur einen kleinen Gewinn für den Augenblick. 

 

Was können wir tun? - Vertrauen und danken. 

Denn Jesus sagt uns heute: „Steh auf, geh hin, Dein Glaube hat 

Dir geholfen!“

Amen




Dieser Artikel wurde von Pfarrer Bühner erstellt.

Freitag, 19.10.2018
17:30 Uhr in Schwann:
Mädchenjungschar
Sonntag, 21.10.2018
9:15 Uhr:
Kirchweih in der Schwabentorhalle in Dennach (Pfarrer Held)
10:00 Uhr in Schwann:
Kindergottesdienst
10:15 Uhr:
Gottesdienst in Schwann (Prädikant Schäfer)
Dienstag, 23.10.2018
19:45 Uhr:
Chorprobe im GH in Schwann
Mittwoch, 24.10.2018
18:00 Uhr in Schwann:
Gitarre für Anfänger
19:00 Uhr in Schwann:
Gitarre für Fortgeschrittene