2012-05-13

Predigt über Kolosser 4,2-6 in Verbindung mit Goldener Hochzeit / Pfarrer Friedhelm Bühner 

 

Liebe Gemeinde, 

liebes Ehepaar N. N., liebe Ute, lieber Fritz,

in diesem Gottesdienst heute ist beides verbunden: 

Unser aller Hören auf Gottes Wort und 

der dankbare Rückblick von zwei Menschen aus unserer Gemeinde

auf 50 Jahre gemeinsame Ehe. 

 

Und dieser zweite Schwerpunkt soll heute am Anfang stehen. 

Für Euch, liebe Ute, lieber Fritz, ist das schon ein 

besonderer Tag, wo ihr mit der Familie und Freunden 

die Goldene Hochzeit feiert. 

1962 bis 2012 - 50 Jahre seid ihr jetzt miteinander verheiratet!

50 Jahre lang habt ihr Schönes und Schweres, Freude und Leid, 

Hoffnungen und Ängste gemeinsam erfahren. 

 

Und da denke ich an ein Wort Gottes aus unserer Bibel, 

das uns gerade in dieser Woche als Leitvers begegnet (Ps 66,20):

„Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft

noch seine Güte von mir wendet.“

Da geht es ums das Gebet und den Dank an Gott. 

 

Ihr beide wollt, ja ihr beide könnt Gott loben und danken

dafür, wenn ihr auf die lange Zeit zurück schaut, 

die ihr zusammen durchschritten habt

und dazu haben auch so manche Gebetserfahrungen gehört!

 

Am 27. April, dem eigentlichen Hochzeitstag, 

sind wir zusammen gesessen bei euch daheim und ihr habt

mich einige Einblicke nehmen lassen in wichtige Etappen eures 

gemeinsamen Weges: 

( ... ) 

 

Gerade im gesundheitlichen Bereich habt ihr die Bewahrung Gottes

einige Male erlebt ...

 

Dankbarkeit, Gott loben (auch für das Schwere), 

das Gebet, das ist euch wichtig

und dass dass ihr das in einem Gottesdienst deutlich machen wollt, 

auch den nächsten Abschnitt eurer Ehe noch einmal unter Gottes 

stellen, das zeigt, bei wem ihr euer Leben festmacht!

Beim lebendigen Gott, von dem wir immer nur Gebet weit entfernt sind 

und ohne den alles, 

was wir im Leben sind und erarbeiten können, 

uns wie Sand unter den Fingern zerrinnt. 

 

Wie entscheidend besser geht es doch Menschen, 

die nach dem lebendigen Gott und seinem Willen fragen, 

die mit ihm leben wollen und sich gerade auch als Ehepaar einmal 

gemeinsam im Himmel wieder finden wollen. 

 

Solche Menschen haben vor allem eines nicht: 

Große Sorgen um die Zukunft - weil sie Gott für sich sorgen lassen. 

Solche Menschen müssen nicht aus der Vergangenheit leben, 

was sie mal alles „reißen“ konnten, 

was für tolle Hechte sie waren 

was sie alles erschafft haben - um sich bloß nicht eingestehen 

zu müssen -, dass das alles nicht wiederkehrt 

und es jetzt auf die letzte Wegstrecke zugeht. 

 

Sie können loslassen und sich umso entschiedener jeden Tag

an Gott wenden - und ausrufen: 

„Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft

noch seine Güte von mir wendet.“

 

Und das möchte ich heute morgen uns allen, 

aber gerade auch euch ans Herz legen: 

Bilanz ziehen: Was trägt eigentlich in meinem bisherigen Leben, was nicht?!

Wo sollte ich verkehrte Wege und Schuld bekennen, 

Gott um Vergebung bitten?

Vergebung annehmen, das ist die Voraussetzung, 

dass wir Gott überhaupt loben können, 

dass wir dankbar werden. 

 

Und von da aus wirklich Ernst machen mit der Nachfolge. 

Dann wird das Lob Gottes, das Lesen in der Bibel, das Gebet

zum Zentrum unseres Lebens

und alles andere wird nachrangig werden. 

 

Liebe Gemeinde, 

es ist gut, Gott zu loben (ganz bewusst auch in schweren Situationen), 

weil über dem Lob immer auch Vertrauen und Hoffnung einkehren. 

Sich der Güte und Freundlichkeit Gottes zu erinnern, 

das erinnert Christen immer auch an Jesus Christus, 

der für uns sein Leben gelassen hat und der uns den Himmel

aufschließt, wenn wir ihm unser Leben übergeben. 

 

ER will unser (euer) großes Lebensziel sein. 

IHM zu gehören, in seiner Nähe - im Gottesdienst, mit Gottes

Wort - zu leben, das macht im tiefsten Sinne froh - und frei 

auch von den leisen Befürchtungen, die in uns aufsteigen, 

wenn wir an das Alter denken. 

Und wir werden das Ziel unseres Lebens erreichen, 

wenn Jesus Christus, seine Vergebung und das neue Leben, 

das er schenkt, bei uns angekommen ist. 

Dann wird auch seine Kraft auf uns kommen ...

 

Und diese Zukunftsperspektive für unser aller (für euer) Leben, 

die wünsche ich uns.

Dass wir loslassen können, was nicht trägt, 

menschliche Sicherheiten, 

scheinbare Wichtigkeiten, die Gott im Wege stehen, 

die uns die Kraft und Zeit für ihn rauben. 

Und ich wünsche uns allen (und euch), 

dass wir das Gebet noch viel, viel wichtiger machen als bisher. 

 

Gottes Güte, darauf kommt es an!

Und Gott hält, was er verspricht. 

ER hat versprochen, dass er die Seinen

- nie verlässt, ob Jung oder Alt, 

- ob gesund oder krank,  

- zuletzt sogar im Sterben. 

 

Das Vertrauen auf IHN trägt,

auch wenn alles andere bricht. 

Auf IHN können und dürfen wir unser Leben, 

dürft ihr eure Ehe bauen. 

 

Und weil uns heute ein ganz kurzer Predigttext gegeben ist, 

der doch viel für uns alle zu sagen hat, 

will ich ihn hier noch mit einbeziehen. 

 

Er steht in Kolosser 4, die Verse 2-6:

„Seid beharrlich im Gebet und wacht in ihm mit Danksagung!

Betet zugleich auch für uns, dass Gott uns eine Tür für das Wort

auftue und wir das Geheimnis Christi sagen können, um 

dessetwillen ich auch in Fesseln bin, damit ich es offenbar mache, 

wie ich es sagen muss. 

Verhaltet euch weise gegenüber denen, die draußen sind und 

kauft die Zeit aus. 

Eure Rede sei allezeit freundlich und mit Salz gewürzt, dass ihr 

wisst, wie ihr einem jeden antworten sollt.“

 

Wichtige Dinge stecken in diesem Bibelwort: 

 

1.) Kauft die Zeit aus! (sagt Paulus)

Aber er bringt keine Liste von Dingen, 

wie wir unser vom Stress gezeichnetes Leben vielleicht noch 

optimieren können. Ob junge Leute, Berufstätige oder Rentner, 

wie knapp scheint die Zeit für uns alle zu sein!

Aber andererseits ist es doch so: 

Was uns wirklich wichtig ist, dafür haben wir immer Zeit, 

wir nehmen sie uns einfach!

 

Die Zeit auskaufen, das heißt für den Apostel Paulus

etwas, worauf wir selber nicht im Traum kommen würden: 

1. „Seid beharrlich im Gebet!“ (V2) und

2. „wisst, wie Ihr einem jeden antworten sollt“ (V6).

Und wichtig vor allem: 

das Reden mit Gott und das Reden von Gott, 

es soll in unserem Leben seine Zeit und seinen Platz haben. 

Und das nicht nur am Sonntag oder am Abend an der Bettkante

sondern an heraus gehobener Stelle. 

 

Viele haben einmal als Kind gebetet (für die Katze, das Brüder-

chen, die Weihnachtsgeschenke ...), 

sie haben gewusst: Gott hört mich, ich bin nicht allein, 

aber mit dem Älter werden ist dieses Vertrauen dann in die Krise geraten: 

Nicht jedes Gebet ist in Erfüllung gegangen, 

auch Enttäuschungen mussten verkraftet werden. 

Im Konfirmanden Unterricht ist vielleicht ein letzter Versuch 

gewagt worden. Aber wenn die Einser und Zweier dann nicht wie bestellt

im Zeugnis stehen, lassen es viele wieder bleiben. 

 

Klar, ab und zu ein Stoßgebet, das kommt schon noch, 

aber ansonsten hält man es mit der Überzeugung: 

Hilft dir selbst, dann hilft dir Gott. 

 

Das ist falsch, sagt der Apostel Paulus. 

Beten ist mehr als nur Bitten, 

Beten ist Reden mit Gott, Kommunikation!

Es ist die Zeit und der Raum, 

in dem ein Christ innere Stärkung erfährt. 

Und es ist gleichzeitig der Prüfstein meines Glaubens, 

ob ich wirklich Christ bin ...

 

Deshalb mahnt Paulus: „Seid beharrlich im Gebet!“

 

Nur wenn ich beharrlich, regelmäßig und treu bete, 

kann in mir das Vertrauen wachsen, dass ich bei Gott in guten Händen bin. 

Und dieses Vertrauen brauche ich, 

weil es mir den Mut gibt, meine Lebenszeit auszukaufen und 

zu gestalten. 

 

Martin Luther hat einmal gesagt: „Heute muss ich viel arbeiten, 

also muss ich viel beten ...“. 

Er hat gewusst, die Minuten, die er für etwas anderes als 

das Gebet einsetzt, die sind kein Gewinn, sondern ein Verlust. 

Da kann Gott nicht an uns arbeiten!

Und es geht mir etwas ab vom Segen, den er auf mein 

Tun und Lassen, mein Leben, geben will. 

 

 

2.) Sagt euren Glauben weiter - redet von Gott!

Das war für die ersten Christen viel gefährlicher als für uns 

in Deutschland. Paulus selber sitzt im Gefängnis, als er das schreibt. 

Aber die frühen Christen haben sich nicht abhalten lassen, 

in ihrem Alltag immer wieder auch über ihren Glauben zu reden: 

bei der Arbeit, mit Nachbarn, im privaten Umfeld. 

 

Warum sind wir da heute so „verklemmt“?

Christlicher Glaube ist doch nie und nimmer eine Privatsache, 

geht es doch darum, dass noch möglichst viele Menschen 

ebenfalls das Heil in Jesus finden und annehmen!

 

Zum Wie des Bekennens gibt Paulus hier zwei Hinweise: 

1.) V6 „Eure Rede sei allezeit freundlich und mit Salz gewürzt, 

dass ihr wisst, wie ihr einem jeden antworten sollt.“

 

„Freundlich ...“.

Also nicht von oben herab, sondern von Mensch zu Mensch. 

Die Leute, mit denen wir reden, sollen auch an unserem 

Verhalten etwas von der Freundlichkeit und Gnade Gottes spüren. 

 

Aber wir müssen nicht verschweigen, was uns wichtig ist: 

Unsere Reden darf „mit Salz gewürzt“ sein!

Auch wenn es dafür Widerspruch geben kann, 

wird nur mein klares Bekenntnis zu Jesus bei meinem 

Gesprächspartner auch zu einem Aha-Erlebnis führen, 

ihn heraus fordern und Appetit machen.

Ein Versteck-Spiel dagegen hilft niemand. 

 

Wir sollen unseren Glauben im Alltag so bekennen, 

dass deutlich wird: „Schmecket und sehet, wie freundlich

der HERR ist, wohl dem, der auf ihn traut ...“

 

 

2.)  „Salz“ assoziiert ein langes Haltbarkeitsdatum!

Was „mit Salz gewürzt“ weiter gesagt wird, 

das geht nicht zum einen Ohr rein und auf der anderen 

Seite wieder raus, sondern es wirkt lange nach ...

 

Auch hier gilt das „Kauft die Zeit aus ...“, 

gilt es die Gelegenheiten zu nutzen, die mir Gott ganz 

persönlich schenkt, in den Weg legt ...

 

Ihr feiert heute eure Goldene Hochzeit. 

Wie wäre es, wenn ihr die Zeit nach dem Kaffeetrinken 

dazu nutzt, den Freunden und Verwandten einmal zu erzählen, 

wie Gott euch durchs Leben geführt und begleitet hat. 

Da werden die Enkel beeindruckt sein und vielleicht sagen:

„Mensch, Opa (Oma), so haben wir das ja noch nie gehört ...“

 

Aber auch wir alle, liebe Gemeinde, 

wie viele Gelegenheit gibt es zu bekennen!

Indem Du z. B. zum Gottesdienst gehst, obwohl Du der einzige 

bist in Deiner Umgebung, der das tut (und das auch dann, wenn 

Deine Freunde um diese Zeit gerade zur Maiwanderung rufen ...)

 

Christen brauchen sich nicht zurück ziehen, 

sondern sollen Ansprechpartner sein für die Fragen der Menschen.

Sie sollen sie aufrütteln mit der Guten Nachricht von Jesus. 

Sie sollen mutig gegen den Strom schwimmen. 

Weil unser aller Lebenszeit davon rinnt!

Weil niemand unendlich viel Zeit hat. 

Auch in diesem Sinne gilt: „Kauft die Zeit aus!“

Paulus spricht hier von „denen, die draußen sind“. 

Das sind die, die sich noch nicht für ein Leben mit Jesus

entschieden haben - auch sie sollen die Möglichkeit bekommen,

Jesus noch kennen zu lernen!

 

Paulus geht es um die Liebe zu Menschen, 

die ohne Jesus verloren gehen, die ihn brauchen, 

dringend brauchen!

 

Und da fängt alles mit dem Gebet an, sagt er: 

„Macht das Gebet stark“ - und dann - geht los: 

„Kauft die Zeit aus!“

 

Unser Leben soll ein Zeugnis für den HERRN der Welt, 

für Jesus Christus, sein! Amen

 




Dieser Artikel wurde von Pfarrer Bühner erstellt.

Dienstag, 16.10.2018
19:45 Uhr:
Chorprobe im GH in Schwann
Donnerstag, 18.10.2018
14:30 Uhr in Schwann:
Paul Gerhardt (Pfarrer i.R. Herrmann Schwarze)
Freitag, 19.10.2018
17:30 Uhr in Schwann:
Mädchenjungschar
Sonntag, 21.10.2018
9:15 Uhr:
Kirchweih in der Schwabentorhalle in Dennach (Pfarrer Held)
10:00 Uhr in Schwann:
Kindergottesdienst
10:15 Uhr:
Gottesdienst in Schwann (Prädikant Schäfer)
Dienstag, 23.10.2018
19:45 Uhr:
Chorprobe im GH in Schwann