2012_04_05 Karfreitag mit Konfirmandenabendmahl

Gottesdienst mit Hlg. Abendmahl mit Konfirmanden, Eltern und Paten über "Ich dreh mich um dich" (Liedtitel) und die Botschaft des Karfreitag / Pfarrer Friedhelm Bühner

Liebe Gemeinde, liebe Konfirmanden,
viele von uns kennen - „Herbert Grönemeyer“,
nicht persönlich wahrscheinlich, aber seine Lieder.
Und vielleicht waren Sie auch schon mal auf einem seiner
großen Konzerte!?
Er ist einer der ganz wenigen „Deutsch-Rocker“,
der es zu Ruhm gebracht hat: Viele Millionen verkaufte Alben
und unzählige Auszeichnungen hat er bekommen.

Eines seiner Lieder will ich heute am Karfreitag einmal mit ihnen
und euch bedenken und es danach auf die Botschaft des Karfreitag
beziehen.

Das Lied trägt den Titel „ICH DREH MICH UM DICH ...“

(Hören Titel von CD/iPod)

Herbert Grönemeyer besingt in diesem Lied,
wie ein Mensch für einen anderen da sein sollte.
Sie als Eltern und Paten haben das versucht:
Für Ihren Konfirmanden da zu sein,
haben dafür so manches Persönliche zurück gestellt,
viel Kraft und Liebe für die Tochter oder den Sohn investiert ...

Aber, ich weiß nicht, was Ihnen bei diesem Lied durch den Kopf ging!?
Haben Sie die Erfahrung gemacht, dass das tatsächlich so ist:
„Ich dreh mich um Dich ...“?

Mir kam bei diesem Lied spontan der Gedanke:
Ach, Mensch, wenn es doch möglich wäre, dass ein
Mensch so für den anderen da sein könnte,
so umfassend, wie es Grönemeyer besingt!?

Aber so vollkommen kann doch kein Mensch für den anderen
da sein, so voll und ganz und auch bis zuletzt!
Das bleibt doch durch die Bank ein frommer Wunsch!
Trotz vieler Ansätze dreht sich letztlich doch
jeder um sich selbst und niemand um den anderen!

Gibt es wirklich einen Menschen, der so - geradezu „göttlich“ -
für mich, für dich, da sein könnte?

Ja, liebe Konfirmanden, liebe Gemeinde,
einen gibt es, von dem ich Ihnen erzählen will,
der wie kein anderer so für dich und mich da sein will,
wie es Grönemeyer besingt.
Es ist Jesus, der Gottessohn, der Mensch geworden ist
und am Karfreitag sein Leben am Kreuz für uns alle gelassen hat.


Ein 1.
Er will da sein, „wenn du dich verloren fühlst“.
Vielleicht fühlst du dich heute morgen total verloren!?
Sie, liebe Eltern: Da ist ein von Dir geliebter Mensch gestorben.
Wir, ich gehöre ja auch zu dieser Klasse, kommen so langsam in
ein Alter, wo die Klassentreffen kleiner werden ...

Oder Du, lieber Konfirmand: Deine Eltern haben sich scheiden lassen
und jetzt hoffst Du nur, dass die Konfirmation einigermaßen
stressfrei verläuft ... wo sie wieder zusammen kommen, Deine Eltern,
vielleicht Dir zuliebe ...
oder Du bist in Deiner schulischen Karriere am Scheitern,
hast Probleme mit Lehrern, mit Mathe oder einem anderen Fach,
im Beruf mit Vorgesetzten ...

Wenn Du Dich verloren fühlst, will Jesus da sein!
Er will Dich nicht untergehen lassen.
Er will Dich festhalten.
„Ich dreh mich um Dich“, sagt er, wie kein anderer!
Ich bin bei Dir! Hab keine Angst!

Es gibt eine Geschichte in der Bibel, da ist auch einer am Untergehen.
Petrus heißt er und es wird erzählt, wie er in den aufgepeitschten
Wellen eines stürmischen Sees verschwindet.
Mit vor Angst aufgerissenen Augen schreit er,
prustet er und rudert verzweifelt mit den Armen,
scheinbar rettungslos verloren.

Aber dann kommt Jesus, streckt seine Hand aus,
zieht ihn aus der Tiefe und bringt ihn in Sicherheit.
Lies einmal in der Bibel - Matthäus 14 - und denk daran, dass
diese Geschichte auch für dich und deine Verlorenheit
erzählt ist!


Ein 2.
Jesus will aber auch für Dich da sein, wenn du den
„bösen Blick“, von dem Grönemeyer singt, im Genick -
oder vor Augen hast.

Vielleicht bist Du heute morgen mit einem Gespür
hierher gekommen.
Vielleicht kennst Du den „bösen Blick“ auch?  
Dass einem das Böse hämisch ins Gesicht lacht, so,
als wollte es deutlich machen:
Es ist totaler Schwachsinn, heute noch an Gott zu glauben ...
An einen Jesus, der am Kreuz hängt, dort gestorben und
am dritten Tag auferstanden ist.
Bist Du etwa nicht aufgeklärt?
Bist Du etwa nicht auf der Höhe der Zeit, nicht „up to date“?
Komm, sei klug und lass den Unsinn!

Kennst Du diesen „bösen“, hämischen „Blick“ auch?
Oder kennst Du die böse Stimme auch?
Die Stimme, die einem ständig in den Ohren liegt und die man
nicht aus seinem Herzen bekommt!?
Die Stimme, die sagt: Na gut, zugegeben, es gibt einen Gott.
Aber jetzt lass den lieben Gott doch auch mal einen guten Mann sein!
Lass doch auch mal alle fünf gerade sein!
Ein Leben immer auf dieser Linie ist doch langweilig!
Jetzt nimm Deinen Glauben halt nicht  immer so furchtbar ernst!

Kennst Du diese böse Stimme auch?
Wenn Du unter dem „bösen Blick“ und der „bösen Stimme“ leidest,
dann will Jesus da sein.

„Ich stell mich vor den bösen Blick!“
kann er wie kein anderer sagen!
Jesus hat am Kreuz gelitten wie ein Hund,
aber er ist nicht davon gelaufen,
sondern wusste, dass Gott bei ihm bleibt
und ER diese Stimme stumm macht!
Er will nicht, dass du dem „bösen Blick“ ausgeliefert bist.
Sondern versichert Dir:
„Ich bin bei Dir im Namen des lebendigen Gottes.
Und ich will bei Dir bleiben: Dass Du die Kondition hast und die Freude,
mit mir zu leben und so bei Gott zu bleiben!“

Es gibt eine andere biblische Geschichte von Petrus, in der er auch
diesem „bösen Blick“ ausgesetzt war.
Und Jesus sieht das und sagt zu Petrus:
„Ich weiß, dass der Satan hinter Dir her ist und alles schlecht reden will,
Deine Begeisterung und Deine Überzeugung.
Ich weiß, dass er dich aus der Bahn werfen und auf den Holzweg
oder das Abstellgleis bringen will.
Aber ich bin stärker als der Böse.
Ich stehe für Dich ein, dass Dein Glaube nicht aufhört!“

In Lukas 22 steht das ...


Ein 3.
Jesus will aber auch dann da sein,
„wenn Du Dir nicht vergeben kannst“!

Vielleicht hast Du heute morgen den Eindruck,
dass es keine Vergebung für dich geben kann!?
Du weißt, dass Du Schuld auf Dich geladen hast.
Du stehst bei einem Menschen im Soll und im Minus:
    - Du hast ihn verletzt.
    - Oder hast über ihn ab gelästert.
    - hast jemand vielleicht über‘s Ohr gehauen.
    - Oder hast Schluss mit ihm gemacht und ihn abgehakt.
Du weißt, dass Du Schuld auf Dich geladen hast.

Du stehst bei Gott im Soll und im Minus.
Du hast seine Gebote vergessen,
seinen Willen in den Wind geschrieben.
Und jetzt kriegst Du Deine Schulden nicht weg.
„Auch, wenn Du Dich kasteist, auch wenn
Du haderst, Du Dich zerreißt“ ,
alle selbst gemachten Versuche sind erfolglos und
Du kriegst keine Vergebung.

Und jetzt meinst Du, Du entkommst dem leisen Fluch nicht und
damit auch nicht dem kleinen „Marterpfahl“, an den Du
gebunden bist durch dieses Verhalten Menschen gegenüber.

Und Du meinst, Du entkommst erst Recht nicht dem lauten Fluch
und damit auch nicht dem großen „Marterpfahl“, an den Du
gefesselt bist durch Deine Schuld an Gott.

Wenn Du das meinst und auch so „greinst“ und weinst,
dann ist Jesus für Dich da,
der, der für Dich ans Kreuz ging.

Er will sagen: „Ich beseitige jeden Fluch“ und
„Ich schneid Dich vom Marterpfahl“.
Er will Dich nicht im Soll und in der Schuld stecken lassen.
Er will Dich vom Minus ins Plus bringen.
„Wenn Du völlig verzweifelt bist, bin ich da“, sagt er wie kein anderer,
„bin ich da und schenke Dir Gottes Vergebung“.

Es gibt noch eine erstaunliche biblische Geschichte von Petrus.
Der hat mit Jesus einen Anfang gemacht, hat mit ihm gelebt
und doch hat er im entscheidenden Augenblick alles vermasselt,
ihn drei Mal verleugnet, gelogen: „Ich kenne den gar nicht!“ hat er gesagt.
„Ich habe mit dem null und nichts zu tun!“
Diese schwärzeste Stunde seines Lebens kriegt Petrus
nicht aus seinem Kopf!
Er denkt: „Jetzt ist alles aus!“
Und als er später Jesus wieder sieht, rechnet er mit dem Schlimmsten!

Aber Jesus macht ihn nicht „zur Minna“ und schmeißt ihn auch
nicht aus dem Jüngerkreis heraus.
Sondern er vergibt ihm und macht einen neuen Anfang möglich.
Da erlebt Petrus seine wohl größte Sternstunde im Leben.

In Johannes 21 steht das
und damit auch, wie Jesus Dir gerne einen Neuanfang möglich machen will.


4. (Letztens)
Die Älteren unter uns, deren Konfizeit schon Jahre zurück liegt,
die erinnern sich vielleicht noch an einen ganz besonders schweren
Brocken, den sie auswendig lernen mussten.
Schwierig zum Lernen, aber im Kern Top aktuell,
denn darin wird zusammengefasst, warum Jesus eigentlich
diesen ganzen schweren Weg ans Kreuz gehen musste.

Es ist die Erklärung Martin Luthers
zum zweiten Glaubensartikel.
Und da bekennt er:
„Ich glaube, dass Jesus Christus, wahrhaftiger Gott und auch
wahrhaftiger Mensch, mein HERR sein will.
Er hat mich verlorenen und verdammten Menschen
(durch seinen Gang ans Kreuz und seine Auferstehung von den
Toten am Ostermorgen) erlöst, erworben und gewonnen von allen Sünden,
vom Tod und von der Gewalt des Teufels.
Nicht mit Gold oder Silber, sondern mit seinem unschuldigen Leiden
und Sterben. Damit ich zu ihm gehöre und in seinem Reich
unter ihm lebe und ihm diene ...“

Jesus sagt: „Ich dreh mich um Dich!“
Mein Sterben am Kreuz, meine Auferstehung am Ostermorgen,
das habe ich alles für Dich getan!
Damit Du im Glauben an mich nicht mehr verloren bist bei Gott.
Dass Du den „bösen Blick“ der Anfechtung,
des Scheiterns,
den „Fluch“ über Deinem Leben vergessen kannst.

Dafür habe ich den Tod auf mich genommen.

So kann ich für Dich da sein,
wie kein anderes das je könnte.

Willst Du das in Anspruch nehmen?
Willst Du frei werden vom Kreisen um Dich selbst
und um Ziele, die alle viel zu kurz gesteckt sind,
Frieden mit Gott finden und Dir selbst?

Dann nimm mein Sterben für Dich, nimm meine Vergebung an
und folge mir nach!

„Ich dreh mich um Dich!“

Amen




Dieser Artikel wurde von Pfarrer Bühner erstellt.

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