2011-04-21 Gründonnerstag mit Jugendkreis

Predigt zum Anspiel "Hände" / FSJ Natalie Mack

"Am Anfang, Herr, gabst du uns Hände!!!"

 

So haben wir gesehen fängt das Anspiel an. Gott gibt den Menschen Hände. Und was wir Menschen nicht alles können mit unseren Händen. Der eine isst einen Burger, die nächste pflanzt etwas im Garten, da ist eine, die macht sich hübsch und wieder ein anderer malt ein Bild...Aber wir haben auch Hände nicht nur für uns selbst, sondern

"um zu geben dem, der ärmer ist als wir,

um zu lieben, den der Liebe braucht wie wir,

um zu trösten, die in Ängsten sind"

 

So hat Gott sich das gedacht. Gut. Perfekt geplant!

Am Ende des Schöpfungsberichtes heißt es: (1. Mose 1,31) "Und Gott sah alles an, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut."

 

Sehr gut! Note 1! Wunderbar! Besser geht nicht!

-> Das ist Gottes Fazit nach der Schöpfung!!!

 

 

Doch wir Menschen setzten unsere Hände nicht so ein, wie Gott sich das gedacht hat. Gott hatte alles so perfekt geschaffen, aber Sünde kommt dazwischen.

 

"statt zu geben, nahmen sie für sich,

anstatt zu lieben, schlugen sie zu,

anstatt zu trösten, verletzten sie"

 

Paulus fasst es kurz und knapp in Römer 3,23 zusammen: "Sie sind allesamt Sünder und ermangeln des Ruhmes, den sie bei Gott haben sollten,..."

 

Allesamt sind Sünder. Davon kann sich keiner ausnehmen. Auch wir nicht. Und wenn wir ehrlich sind, dann wissen wir das doch auch nur zu gut aus unserem eigenen Leben. Wie oft sind wir von Egoismus bestimmt, Hauptsache mir geht es gut, der andere soll doch selber gucken wo er bleibt, jeder ist sich selbst der nächste, das kennen wir doch alle.

 

Und wie oft schlagen wir zu, als Kinder noch ganz wortwörtlich, aber auch als Erwachsene: Wir schlägern vielleicht nicht mehr auf dem Schulhof, aber unser Verhalten ist trotzdem für andere manchmal ein Schlag ins Gesicht.

 

Wie oft verletzen wir andere, in unserer westlich zivilisierten Welt eher weniger mit den Händen, aber gerade unsere Worte sind oft sehr verletzend: Hinter dem Rücken des Arbeitskollegen reden wir schlecht über ihn, aber vorne rum sind wir natürlich nett und zuvorkommend. Oder da wird in der Schule der niedergemacht, der nicht die angesagtesten Klamotten anhat. Mobbing ist schon lange kein Fremdwort mehr. Die Bibel nennt all das Sünde.

 

Sünde zerstört!!! Sünde macht kaputt!!! Im Anspiel waren es beispielhaft die verkrüppelten Hände; nichts funktioniert mehr ... Wir können nicht mehr so leben, wie Gott es sich gedacht hat... Wir sind nicht mehr in der Lage zu geben, wir können nicht mehr lieben, wir sind nicht mehr fähig zu trösten. Die Beziehung zu unseren Mitmenschen ist durch die Sünde zerstört. Wir Menschen "ermangeln des Ruhmes den wir bei Gott haben sollten..." (Römer 3,23), unsere Sünde trennt uns von Gott.

 

 

Aber gerade jetzt in der Passionszeit, wenn wir auf Karfreitag zugehen, können wir sehen: Gott ist das nicht egal! Wir sind Gott nicht egal. Wir sind Gott wichtig und von ihm geliebt:

 

(Philipper 2,6:) "Er, der in göttlicher Gestalt war, hielt es nicht für einen Raub, Gott gleich zu sein, sondern entäußerte sich selbst und nahm Knechtsgestalt an, ward den Menschen gleich..." so haben wir vorhin im Psalm gebetet.

 

Gott lässt sich herunter in diese Welt. So groß ist Gott, dass er ganz klein wird. So groß ist Gottes Liebe, dass Jesus als Mensch auf die Erde kommt. "Er war Gott gleich, hielt aber nicht daran fest, wie Gott zu sein, ..." heißt es in einer anderen Übersetzung (EÜ). Gott ist sich nicht zu schade dazu für uns Mensch zu werden. Er ist sich nicht zu schade dazu, sich für uns ans Kreuz zu nageln lassen und jämmerlich zu sterben. Unsere Sünde schlägt Jesus ans Kreuz, aber durch eben dieses Kreuz befreit er uns von Sünde. Eigentlich paradox, aber genau darin können wir sehen wie groß Gottes Liebe ist.

 

 

"Auch heute ist Jesus in unserer Mitte"

 

Das ist nicht nur im Anspiel so, das gilt. Jesus ist in unserer Mitte. Das ist nicht nur frommes Geplapper, sondern Realität: Jesus ist da, auch heute, mitten unter uns. Und wozu?

"Um zu heilen, was wir zerstört haben,

um zu helfen, wo wir Hilfe brauchen,

um uns völlig wiederherzustellen"

 

Wo Menschen sich dem Kreuz zuwenden, zu Jesus gehen, werden sie wieder heil. Die verkrüppelten und verkrampften Hände löst Jesus wieder, Jesus er-löst, ent-krampft, er macht wieder fähig zu geben, zu lieben, zu trösten. Jesus schenkt Freude durch das Wissen: Er hat mir vergeben!!! Er hat meine Sünde weggenommen!!!

 

Und darum bleibt Paulus im Römerbrief nicht bei "Sie sind allesamt Sünder und ermangeln des Ruhmes, den sie bei Gott haben sollten,..." stehen, sondern der Text geht weiter in Kapitel 3,24: "... und werden ohne Verdienst gerecht aus seiner Gnade durch die Erlösung, die durch Christus Jesus geschehen ist."

 

Allein Jesus kann meine verkrüppelten Hände heilen. Nur Jesus kann meine verkrampften Hände lösen. Nur Jesus kann mich er-lösen. An seinem Kreuz komme ich nicht vorbei.

 

Im Heiligen Abendmahl, das wir nachher miteinander feiern werden, wird uns genau das bildhaft vor Augen gestellt. Jesus stirbt für unsere Schuld am Kreuz! "Das ist mein Leib für euch gegeben, das ist mein Blut für euch vergossen..."

 

Die Jünger waren an diesem Abend des ersten Abendmahles bestimmt verwirrt. Wie meint Jesus das? Brot soll sein Leib sein, Wein sein Blut??? Aber in der Rückschau können wir sehen und verstehen, na klar: Jesus weist hin auf sein Leiden und Sterben am Kreuz. Er wird sein Leben geben für seine Jünger und für uns!!!

 

Wenn Sie nachher zum Abendmahl vorkommen, dann bitte ich Sie. Halten Sie sich das vor Augen. Jesus starb für mich am Kreuz. Wissen Sie das? Und vor allem: Können Sie das auch glauben? Wenn ja, dann ist das Abendmahl keine traurige Angelegenheit, wo wir drandenken wie einer verraten wird und sterben wird, sondern dann haben wir schon den Blick auf Ostern. Und dann sind das nicht nur fromme Phrasen, Christi Leib, Christi Blut, sondern dann Jesus sagt uns damit ganz deutlich: Genau für dich bin ich gestorben! Dich habe ich erlöst! Und dann ist das Ganze kein Grund zur Trauer, sondern macht fröhlich und gibt uns Frieden und Hoffnung!

 

Am Schluss sollen nicht meine eigenen Worte stehen, sondern nochmal das, was Paulus im Römerbrief so gut auf den Punkt bringt. (Römer 3,23-24 - Hfa) "Alle sind Sünder und haben nichts aufzuweisen, was Gott gefallen könnte. Aber was sich keiner verdienen kann, schenkt Gott in seiner Güte: Er nimmt uns an, weil Jesus Christus uns erlöst hat."

 

Amen




Dieser Artikel wurde von Pfarrer Bühner erstellt.

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Paul Gerhardt (Pfarrer i.R. Herrmann Schwarze)
Freitag, 19.10.2018
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Gottesdienst in Schwann (Prädikant Schäfer)
Dienstag, 23.10.2018
19:45 Uhr:
Chorprobe im GH in Schwann