2010-09-19 Gemeindefest

Predigt zu einem Anspiel über 2. Könige 21-23 König Josia nach Wäsch, Familiengottesdienste S56ff / Pfarrer Friedhelm Bühner

Liebe Kinder, liebe Erwachsene, 

„Gottes Wort ist unseres Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Weg“, 

dieses Wort aus Psalm 119 (V105) ist wie der rote Faden, 

der sich durch das Leben des Königs Josia zieht. 

Nicht schon immer, aber seit seinem 20. Lebensjahr. 

Und wissen Sie, was mich an ihm am meisten beeindruckt?

Dass er, der aus einer Familie stammt, in der Gott im wirklichen Sinne

eher Randfigur war, jedenfalls nicht lebenswichtig, 

dass daraus ein Josia entspringt, 

der entdeckt: Das kann es nicht sein!

Ein halber Gott, das ist ein ganzer Unsinn. 

Und deshalb auch ein halber Glaube, 

der mal Muh und dann wieder Mäh sagt ... so wie er es in seiner

Familie und bei vielen Freunden erlebt: 

„Ja, natürlich ist Gott wichtig, aber so genau wird er‘s schon nicht nehmen ...

Noch ein paar Glücksbringer dazu können auf keinen Fall schaden ...

Außerdem, wer weiß denn, ob wir allein den richtigen Gott haben: 

Für die Fruchtbarkeit in Feld und Land, da gibt‘s bestimmt noch 

andere Kräfte und Mächte, die wir auch nutzen könnten ...“

So ein Glaube, der eigentlich gar keiner ist, 

sondern nur praktisch zusammen gebastelt, aber „ur-menschlich“, 

der macht den wirklichen Gott klein und mickrig und lässt den 

Menschen weiterhin schalten und walten, so als sei Gott nicht, 

aber -, er ist eine Lüge, ein Selbstbetrug!

Das hat Josia als 20-jähriger für sich entdeckt. 

Vielleicht gabs da noch eine gläubige Oma, die mit ihm gebetet hat

und ihm die Heilige Schrift beigebracht hat?!

Wir wissen es nicht, jedenfalls macht dieser junge König

eine Kehre um 180 Grad und das gegen die eigene Familie, 

gegen seine Freunde und Förderer, die ihn bestimmt zum Spinner 

erklärt haben. 

Josias Erkenntnis heißt:

Beim Glauben soll es ab jetzt keine halben Sachen mehr geben!

Der alte Weg, den wir gegangen sind, hat Gott zornig gemacht. 

Es ist höchste Zeit damit aufzuhören, bevor es zu spät ist. 

Beim Lesen einer gerade erst wieder entdeckten alten und verstaubten 

Schriftrolle, einem Teil des Alten Testaments, wahrscheinlich des 

5. Mosebuchs, hat ihn das wie ein Blitz aus der Höhe getroffen. 

Total krass: Auch mit einer praktisch verkleinerten und ganz auf 

harmlos abgestimmten Heiligen Schrift kann man Jahrzehnte 

lang schöne Gottesdienste halten und mitmachen. 

Das geht auch heute!

Aber es geht nicht gut!

Sondern da ist es so wie mit der Ernährung: Wer immer nur Zucker-

stückchen futtert, der ist bald zuckerkrank, dem fehlen wichtige Dinge, 

die Mineral- und Ballaststoffe, die lebenswichtig sind, 

auch wenn sie oft nicht so gut schmecken.

So ist es auch für den Glauben total wichtig, 

dass er alles zu sich nimmt und in sich aufnimmt, befolgt, 

was uns Gott in seinem Wort, der Heiligen Schrift, gibt. 

Deshalb ist es so wichtig, 

dass wir uns das ganz, ganz klar machen:

(1) Gott hat uns sein Wort gegeben

das uns nicht nur schmeichelt und mit bunten Bildern umgarnt 

wie die ungezählten Reklamebriefe, die wir jeden Tag aus dem Briefkasten 

ziehen. Die aber zu 98% auch völlig wertlos sind. 

Sondern die Bibel ist Gottes Wort an uns, an Dich, an mich, 

ein besonderer Brief, wie ein Liebesbrief zu lesen. 

Ist uns das schon klar?

Lesen wir darin auch schon so?

Und nehmen wir auch die Herausforderungen darin ernst?

Weil Gott uns überhaupt „geschrieben“ hat, 

er hätte es auch bleiben lassen können, 

uns einfach verloren gehen lassen. 

Aber er hat es nicht getan ...

Und dann finde ich (2.) so wichtig, dass wir wie Josia 

(2) etwas tun, um diesen Brief Gottes zu verstehen

Als Josia von der Entdeckung im Tempel gehört hat, 

da hat er nicht eine Kommission von Fachleuten eingesetzt, 

die sich damit befassen sollen. 

Sondern er hat sich selber mit der Heiligen Schrift auseinander 

gesetzt, sie gelesen und wieder gelesen, Fragen gestellt, 

darüber zu Gott gebetet, nicht locker gelassen.

So sollen auch wir es mit der Bibel machen. 

Ähnlich wie mit Briefen, die Preisausschreiben enthalten. 

Auch da muss man manchmal viel tun: Rubbeln, klappen, 

kleben oder sonst was. 

Da scheuen viele keine Mühe. 

Tun wir das doch auch, um Gottes Wort zu verstehen!

Schon wer regelmäßig einen Gottesdienst und Kindergottesdienst

besucht, bekommt viel mit, aber auch ein Hauskreis kann helfen

und so ein einfacher Bibelleseplan mit Erklärungen

(wenn Sie einen wollen, ich schenke Ihnen gerne einen!

Die gibt es auch für Kinder und Jugendliche!)

Der Gewinn ist viel größer als bei jedem Preisausschreiben!

Und dann ergibt sich daraus ein (3.), nämlich

(3) Wenn wir den Brief studiert haben, kann er uns leiten.

[Landkarte hochhalten!]

Was ist das? - Eine Landkarte. 

Die kann uns nur dann den Weg weisen, 

wenn wir sie studiert und verstanden haben. 

So ist es auch mit der Bibel. 

Liebe Gemeinde, liebe Kinder, 

der König Josia, von dem wir heute gehört haben, 

der hat das entdeckt: Dass Gottes Wort ein Brief an uns ist. 

Ein Brief, den man nicht nur zur Hälfte lesen und ernst nehmen kann. 

Und er hat gemerkt: 

Ein Brief verlangt nach einer Antwort. 

Er hat Gott geantwortet: Ja, ich habe gelesen und verstanden, 

dass ich zu Dir ganz zurück kehren

und mich nicht aufhalten lassen soll von anderen, 

die das nicht wollen. 

Von niemand, auch nicht von meiner Familie, 

wo so viele ganz anders denken. 

Denn „Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf 

meinem Weg“. Amen

Hier geht's zu den Bildern vom Gemeindefest




Dieser Artikel wurde von Pfarrer Bühner erstellt.

Donnerstag, 18.10.2018
14:30 Uhr in Schwann:
Paul Gerhardt (Pfarrer i.R. Herrmann Schwarze)
Freitag, 19.10.2018
17:30 Uhr in Schwann:
Mädchenjungschar
Sonntag, 21.10.2018
9:15 Uhr:
Kirchweih in der Schwabentorhalle in Dennach (Pfarrer Held)
10:00 Uhr in Schwann:
Kindergottesdienst
10:15 Uhr:
Gottesdienst in Schwann (Prädikant Schäfer)
Dienstag, 23.10.2018
19:45 Uhr:
Chorprobe im GH in Schwann
Mittwoch, 24.10.2018
18:00 Uhr in Schwann:
Gitarre für Anfänger