2010-05-09

Predigt über 1. Timotheus 2,1-6a / Pfarrer Friedhelm Bühner

Wir hören Gottes Wort für diesen Sonntag aus dem 1. Brief des

Apostels Paulus an seinen Mitarbeiter Timotheus, Kapitel 2, die 

Verse 1-6a:

„1 So ermahne ich nun, dass man vor allen Dingen tue Bitte, Gebet, 

Fürbitte und Danksagung für alle Menschen, 2 für die Könige und 

für alle Obrigkeit, damit wir ein ruhiges und stilles Leben führen 

können in aller Frömmigkeit und Ehrbarkeit. 3 Dies ist gut und wohl-

gefällig vor Gott, unserm Heiland, 4 welcher will, dass allen Menschen 

geholfen werde und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. 5 Denn 

es ist "ein" Gott und "ein" Mittler zwischen Gott und den Menschen, 

nämlich der Mensch Christus Jesus, 6 der sich selbst gegeben hat 

für alle zur Erlösung.“

Liebe Gemeinde, 

was will Gott? - Eine von Christen oft gestellte Frage ...

Was Gott will, ist gut. 

In der Mitte dieses Predigttextes heißt es in V3+4 klar und deutlich: 

„Dies ist gut und wohlgefällig vor Gott, unserem Heiland: 

Gott will, dass allen Menschen geholfen werde und sie zur Erkenntnis

der Wahrheit kommen.“

Was ist gut?

Paulus nennt nicht alles, sondern ein Thema und seine Begründung. 

1. Gott will das Gebet

Paulus stellt an den Anfang eine Ermutigung zum Gebet. 

Gleichzeitig betont er die Bedeutung des Gebets „vor allen Dingen“. 

Paulus selbst ist ein Beispiel für die zentrale Bedeutung des Gebets. 

Die meisten Briefe von ihm beginnen mit einer Reflexion über das Gebet. 

Für ihn persönlich und in seinen Briefen steht das Gebet an vorderster

Stelle. 

In diesem Text geht es ihm vor allem um Bitte und Fürbitte. 

Warum ihm das so wichtig ist, wird im zweiten Teil ausgeführt. 

Paulus sagt auch, für wen er die Fürbitte haben will.

Zwei Personengruppen nennt er: 

Zuerst: „Für alle Menschen“. 

Das ist sehr umfassend

Also nicht nur für spezielle Gruppen. 

Aber es ist auch sehr allgemein. 

Wenn für „alle“ gebetet wird, vielleicht noch etwas näher beschrieben

„alle Kranke“, „alle Hungernden“, „alle ...“, ist das nicht zu unkonkret?

Paulus ermutigt uns, dass wir im Gebet das Netz weit auswerfen

und dass wir nicht nur an uns und unsere Nachbarn denken. 

Wir sollten das Gebet auch nicht abhängig machen von unserer

persönlichen Betroffenheit. 

Es ist gut, wenn auch Gebetsanliegen aufgenommen werden für 

Menschen, die wir persönlich gar nicht kennen.

Es geht darum, dass viele Christen für viele Menschen mit Namens-

nennung konkret beten. 

Dann werden vor Gott viele Namen konkret genannt. 

Die zweite Personengruppe: „Für die Könige und für alle Obrigkeit“. 

Wieder ein sehr umfassendes Anliegen, durch das wiederholte „alle“

deutlich ausgedrückt („für alle Obrigkeit“). 

Das Gebet für die Obrigkeit - heute sagen wir besser das Gebet

für die Regierenden - ist unabhängig von der Staatsform (Demokratie

oder Diktatur) und unabhängig von deren Nähe zum Christentum, 

eben für alle Obrigkeit. 

Eine grundsätzliche Beobachtung: Mir fällt auf, dass außerhalb des

Gottesdienstes in freien Gebetsgemeinschaften sehr selten auch 

für die Regierenden gebetet wird. 

Aber warum dieses Gebet?

Dass die Regierenden gute Rahmenbedingungen für ein gemütliches

Leben der Christen schaffen?

Nein, sondern dass die Bedingungen durch die Regierenden so sind, 

dass Gemeindeleben möglich ist und Gottes Reich gebaut werden kann. 

Ich denke, dass dieses Gebet - nicht nur für unsere Regierung -, 

sondern für die Regierenden weltweit ganz neu von uns mit Leben 

gefüllt werden muss. 

2. Gott will Rettung

Das Gebet für alle Menschen hat eine Begründung. 

Das Gebet hat seine Bedeutung nicht nur im Gebet an sich. 

Auch der Inhalt ist wichtig. 

Was will Gott, wofür ist es deshalb gut zu beten?

„Gott will, dass allen Menschen geholfen werde“. 

Wieder stoßen wir auf das „alle“. 

Gebet für alle Menschen, weil Gott die Hilfe für alle Menschen will. 

Aber wie sieht Gottes Hilfe aus?

Schauen wir genauer hin, dann geht es um Rettung („dass alle Menschen

gerettet werden“). 

Damit ist ein total wichtiges, lebenswichtiges Thema berührt. 

Rettung ist nötig in einer lebensbedrohlichen Situation. 

So wie das Wort in wichtigen Begriffen vorkommt, zum Beispiel dem 

Wort „Rettungsdienst“ oder der „Bergrettung“. 

Steht es so schlimm, so rettungsbedürftig um die Menschen?

Nach biblischer Einschätzung ja.

Wir Menschen sind aus Gottes Sicht hoffnungslos verloren, 

weil wir mit Gott nicht im Reinen sind, weil wir ohne ihn oder

gegen ihn leben. 

Aber Gott will nicht, dass es bei dieser tiefen Unstimmigkeit zwischen 

ihm und uns bleibt. Gott möchte, dass wir mit ihm ins Reine kommen. 

Wie passiert das?

Durch Erkenntnis der Wahrheit. 

Die hier gemeinte Wahrheit ist aber nicht einfach eine Richtigkeit, 

sondern die Erkenntnis einer Person. 

Jesus sagt von sich: „Ich bin die Wahrheit.“

Er ist die Wahrheit über die Rettung. 

Die Rettung gibt es nur durch den Glauben an Jesus Christus. 

Glauben an Jesus bedeutet: „zur Erkenntnis der Wahrheit kommen“. 

„Einer für alle“. 

Das kleine Wort „alle“ ist jetzt schon oft vorgekommen. 

Am Ende des Predigttextes betont Paulus jetzt aber das Wörtchen „ein“, 

das dem „alle“ gegenübersteht:

Es ist „ein“ Gott und „ein“ Mittler zwischen Gott und den Menschen ..., 

der sich selbst gegeben hat für „alle“ zur Erlösung. 

„Einer für alle“. 

Alle Menschen brauchen die Rettung. 

Alle Menschen brauchen die Erkenntnis der Wahrheit. 

Möglich wird das durch den einen, durch Jesus Christus. 

ER, der eine, hat sich ganz gegeben für alle. 

3. Gott will das Gebet um Rettung

Vom zweiten Teil fällt nochmals ein Licht auf die Frage: Was sollen wir

denn für alle Menschen beten?

Der Zusammenhang macht es klar: Um Rettung und um Erkenntnis

der Wahrheit. 

Das Gebet richtet sch nicht in ersten Linie um Wohlergehen, Gesundheit, 

Erfolg, Arbeitsplatz - natürlich dürfen wir um all das auch bitten!

Das Gebet für alle Menschen hat zuerst ihre Rettung und den Glauben 

an Jesus im Blick.

Warum?

Weil Gott es so will. 

Fragen wir uns nochmals: 

Was will Gott?

Was ist in seinen Augen gut?

Die Rettung, die durch Jesus Christus für jeden Menschen möglich wird. 

Und das Gebet, das alle Menschen einschließt in die Fürbitte, 

dass sie den Retter Jesus Christus kennenlernen

und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. 

Amen

(Diese Predigt übernimmt die Vorarbeiten von Pfarrer Hartmut Schmid, Bad Liebenzell)




Dieser Artikel wurde von Pfarrer Bühner erstellt.

Donnerstag, 18.10.2018
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10:15 Uhr:
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Mittwoch, 24.10.2018
18:00 Uhr in Schwann:
Gitarre für Anfänger