2010-04-18

Predigt über 1. Petrus 5,1-4 / Pfarrer Friedhelm Bühner

Wir hören den Predigttext für diesen Sonntag aus dem 1. Petrusbrief,

Kapitel 5, die Verse 1-4

„Die Ältesten unter euch ermahne ich, der Mitälteste und Zeuge

der Leiden Christi, der ich auch teilhabe an der Herrlichkeit, die 

offenbart werden soll: 

Weidet die Herde Gottes, die euch anbefohlen ist; achtet auf sie, 

nicht gezwungen, sondern freiwillig, wie es Gott gefällt; nicht um 

schändlichen Gewinns willen, sondern von Herzensgrund; 

nicht als Herren über die Gemeinde, sondern als Vorbilder der 

Herde. So werdet ihr, wenn erscheinen wird der Erzhirte, die unvergängliche

Krone der Herrlichkeit empfangen.“  

„Selig sind, die Gottes Wort hören und bewahren!“

Liebe Gemeinde, 

im Krankenhaus liegt ein Patient, gezeichnet von einer schweren 

Krankheit. »Es müsste ihm eigentlich viel besser gehen«, 

sagt der Arzt den besorgten Angehörigen bei einem Gespräch. 

»Aber«, fährt der Mediziner nachdenklich fort, »ich habe den 

Eindruck, er hat selbst keine Hoffnung mehr.« 

Er hat selbst keine Hoffnung mehr. 

Ein Satz, der nicht nur an Krankenbetten traurige Realität ist. 

Auch manche, die in der Kirche mitarbeiten, sind angesteckt von 

fehlender Hoffnung oder anders gesagt gelähmt von Resignation.

Solche gestorbene Hoffnung hat in der Gemeinde vielerlei Gründe:

- Die Kraft des Glaubens hat abgenommen, 

- die Bedeutung der Kirche ist gesunken, 

- die Botschaft des Evangeliums verhallt immer öfter ungehört. 

- Die Gemeinde wirkt angeschlagen, wie ein Patient. 

Kennen wir das auch? 

Gerade solchen entmutigten Mitarbeitern in der Gemeinde ruft unser 

Bibelwort heute Morgen zu: Kein Grund zur Resignation! 

Schaut doch auf den Arzt, der die richtige Medizin hat, ja der selbst 

der Heiland ist. 

Unser Bibelabschnitt  heute enthält viele (wie ich hoffe) hilfreche 

Ermahnungen:

»Die Ältesten unter euch ermahne ich, der Mitälteste«,

schreibt der Apostel Petrus. 

Vielleicht können auch wir sie heute gebrauchen!? 

1. Lasst euch nicht entmutigen. 

Petrus, der Jünger und Apostel, weiß um die Bedrohung der Gemeinde. 

Deshalb ermutigt er mit aller Kraft. 

An Mitarbeiter schreibt er, an die Mitältesten. 

Damit sind natürlich die Pfarrer und die Kirchengemeinderäte gemeint. 

Aber Mitälteste sind auch alle, die in der Gemeinde Verantwortung 

übernehmen. 

Zuerst diejenigen, die einen Kreis verantwortlich leiten. 

Aber dann auch die, die treu und regelmäßig für unsere Arbeit beten

und so im Hintergrund mitwirken. 

Auch unter uns gibt es Resignierte und müde Gewordene?! 

Manche ringen mit vermeintlichen Unstimmigkeiten in der Bibel 

und sie fragen sich: Was gilt denn wirklich? 

Die anderen sind müde geworden, rechnen kaum mehr damit, 

dass Jesus wirklich ganz konkret hilft!

Wieder andere sind ganz „down“ durch Anfeindungen oder Verletzungen 

aus den eigenen Reihen! 

Und so mancher Mitarbeiter bremst sich selber aus durch Unordnung 

und Ungehorsam im persönlichen Leben. 

Angesichts von allerhand Problemen ruft uns Petrus zu: Lasst euch 

nicht entmutigen. Und er sagt es nicht theoretischoder von oben herab. 

Petrus steht ja selber mittendrin, er ist auch ein Zeuge für Jesus!

Aber – und das ergibt eine ganz neue Lage – er weiß hinter sich den 

großen Hirten der Schafe, der uns fähig macht, Gottes Willen zu tun. 

(Hebräer 13, 20f.). 

Kein Grund zur Resignation deshalb, weil wir Hirten im Auftrag sind. 

Im Auftrag des großen Hirten Jesus Christus! 

Und als solche verkündigen wir ja nicht uns selbst, sondern 

seine gute Hirtenstimme, die Stimme unseres HERRN! 

Der amerikanische Musikkonzern Emi-Ariola hat ein interessantes Logo, 

das auf vielen alten Platten und CDs zu finden ist. 

Ein Hund sitzt vor dem großen Schalltrichter eines alten Grammophons. 

Die Geschichte, die zu diesem Logo geführt hat, geht so: Damals,

als das Grammophon erfunden wurde, verstarb ein Hundebesitzer. 

Und sein Hund trauerte tagelang um seinen Herrn, so dass er bald 

mitgestorben wäre. Wie konnte man da dem Vierbeiner helfen? 

Da kam einer auf die zündende Idee: 

wir setzen den Hund vor den Trichter, aus dem die Stimme seines

Herrn kommt (also von einer Schallplatte abgespielt).

Für den Hund war jetzt klar: Da drin musste wohl sein Herrchen sein. 

Denn die vertraute Stimme seines Herrn kam aus diesem Grammophon. 

Was der Hund natürlich nicht wusste: Dass die Stimme schon 

vor dem Tod seines Herrchens aufgenommen wurde ...

His masters voice (die Stimme seines Herrn) jedenfalls

ließ seinen ganzen Kummer verschwinden! 

Das Bild „hinkt“ natürlich etwas, wenn wir es auf uns heute übertragen: 

Denn Christen legen keine alten „Platten“ auf, wenn es um Jesus geht. 

Aber so viel drückt es schon aus: 

Lasst euch nicht entmutigen. Wir haben die klare Stimme unseres

himmlischen Herrn. 

Wir sehen ihn zwar nicht, aber wir haben sein Wort, das uns den 

Weg weist. 

Einige Verse vor unserem Predigttext schreibt Petrus: »Denn ihr wart

wie die irrenden Schafe; jetzt aber seid ihr bekehrt zu dem Hirten und 

Bischof eurer Seelen.« 

Deshalb: Lassen wir uns nicht entmutigen, sondern auf seine

Stimme hören! 

2. Steht zu seinem Auftrag.

Petrus ist selbst ein Mit-Arbeiter Gottes, deshalb kann er alle ermutigen, 

die mitten in der Arbeit für den Herrn stehen. 

»Steh zu deinem Auftrag« ruft Petrus uns zu. 

Er weiß, wovon er schreibt. 

Denn wir kennen die dunkelste Stunde in seinem Leben zu gut. 

Damals, als er seinen Herrn und seinen Auftrag verleugnet hat. 

Was für ein Zerbruch ist im Angesicht des Kreuzes Jesu in Petrus wohl 

geschehen? 

Aber am Ostertag gab der Auferstandene dem Jünger die Chance, 

neu anzufangen. »Hast du mich lieb?« fragte ihn Jesus dreimal. 

Und jetzt stand Petrus mit jeder Antwort zu seiner Berufung. 

Der Herr vom Kreuz ist seine Liebe. 

»Du weißt, dass ich dich lieb habe!« (Johannes 21,17). 

Petrus erlebt Vergebung und er erfährt eine neue Berufung: »Weide 

meine Schafe«, leite meine Gemeinde, steh zu deinem Auftrag. 

Seither steht Jesu Kreuz in der Mitte seines Dienstes. 

Petrus ist Augenzeuge des Kreuzes. 

Er ist gleichzeitig Lebenszeuge für die Vergebung durch das Sterben

von Jesus am Kreuz! 

Und diese Zeugenschaft prägt ihn. 

So schreibt er seinen Brief an die Christen in Kleinasien als »Mitältester 

und Zeuge der Leiden Christi« (V. 1). 

Zeuge Jesu zu sein, ist der ureigenste Auftrag der Gemeinde Jesu zu 

aller Zeit. Denn das Kreuz Jesu ist der Ort, an dem Menschen Kraft und 

Orientierung bekommen. 

Hier stirbt der Herr, der unserem Leben Zuversicht und Stärke gibt. 

Wie viel hängt doch am »Leiden Jesu« für uns!? 

Die größte Liebe der Welt zeigt sich hier. 

Auch das Zerschlagensein aller menschlichen Erwartungen. 

Mehr noch: das ganze Erlösungswerk Gottes wird hier sichtbar. 

Denn erst durch das Blut Jesu am Kreuz werden wir erlöst. 

Darum geht es zentral bei allen Mitarbeitern in der Gemeinde Jesu: 

dass wir das Leiden Jesu bezeugen, weil es das Heil bringt! 

Darüber sollten wir reden!

Das sollte uns wichtig sein! 

Petrus ruft uns auf: Mach Jesu Passion zu deiner Passion. 

Steh zum Auftrag, das Kreuz zu verkündigen! 

3. Folgt Jesu Weisungen. 

Die erste Anweisung heißt: Seid Hirten - weidet die Herde! 

Das Fundament, das unsere Gemeinde und jede Gemeindegruppe 

braucht, ist das Wort – das ganze Wort Gottes. 

Und es ist uns vielleicht gar nicht immer klar, was für ein 

Geschenk das ist!? 

Wir haben es in verständlicher Sprache, in einer Vielzahl von Über-

setzungen und Übertragungen. 

Verstehbar, anwendbar, ins Schwarze treffend. 

Was die saftige grüne Weide für die Schafe ist, das ist Gottes 

gutes Wort für die Gemeinde. 

Gerade auch, wenn Versuchungen über uns kommen, wenn uns 

dieses Wort madig und unsicher gemacht werden soll, dann 

gilt der Auftrag umso mehr: Seid Hirten, die das Wort austeilen. 

Eine zweite Anweisung heißt: Seid willig – dient der Herde! 

Ein erzwungener Dienst taugt nichts. 

Wo es um Gottes Aufgaben und um Gottes Gemeinde geht, 

darf die Freude nicht fehlen. 

Deshalb müssen Mitarbeiter von innen heraus überzeugt sein 

von der Wichtigkeit der guten Nachricht. 

Sie müssen angesteckt sein von der Liebe Gottes, die alles 

einsetzt - für unsere Rettung. 

Seid willig – nicht um selbst dabei groß herauszukommen,

sondern von Herzensgrund. 

Es muss uns eine Herzensangelegenheit sein, für Jesus zu arbeiten, 

seiner Gemeinde zu dienen. 

Nur so erfüllen wir unsere Aufgabe recht. 

Darf ich Sie fragen: Geht uns der Auftrag Jesu so zu Herzen, dass 

wir andere - für IHN - gewinnen wollen? 

Noch eine dritte Anweisung wird genannt: 

Seid Vorbilder – geht der Herde voran! 

Vorbilder sind Menschen, an denen andere ablesen können, 

was Glaube heißt. 

Hinter dem griechischen Wort für Vorbild stecken eine ganze Reihe 

von Begriffen: die Spur, die einer zieht, und in der andere folgen 

können, die Spur zu Jesus hin. 

Oder das Modell, das ein Künstler möglichst originalgetreu auf 

die Leinwand überträgt. 

Mitarbeiter ahmen Jesus nach und verkörpern das, was Jesus 

tun kann. 

Auch der Abdruck auf einer Münze, wodurch diese ihren Wert gewinnt, 

schwingt hier mit. 

Es geht nicht zuerst darum, dass wir uns gut ausdrücken können, 

sondern darum, dass Jesus einen klaren Eindruck in unserem 

Leben hinterlässt. 

Wir merken schnell: Unser Bibelabschnitt liefert Material für ein 

ganzes Mitarbeiterhandbuch. 

Seid Hirten, seid willig, seid Vorbilder – Anweisungen, die uns helfen 

den einen Auftrag gut zu erfüllen. 

Nämlich: werdet Christen, die einen guten Eindruck hinterlassen 

für ihren Herrn. 

Werdet Mitarbeiter, die zum Ausdruck bringen, welche Kraft im Kreuz 

Jesu steckt. 

Dazu aber muss unser persönliches Leben geordnet werden. 

Deshalb das Letzte: 

4. Lebt auf Jesus zu. 

Nicht nur der gekreuzigte, auch der wiederkommende Jesus strahlt 

in unseren Versen auf. 

Das hat seinen tiefen Grund. 

Mit der Wiederkunft Jesu kommt das Ende allen Ringens und zugleich

der Lohn der Gnade in Sicht. 

Wir brauchen diesen weiten Horizont, damit wir uns von den Wellen 

und Stürmen des Augenblicks nicht mitreißen lassen. 

Der Blick auf den wiederkommenden Herrn hin schenkt unserem 

Glauben und aller Mitarbeit in der Gemeinde seine Standfestigkeit: 

Für diesen Herrn aller Zeiten wollen wir als Mitarbeiter leben und 

arbeiten. 

An ihm wollen wir unser Leben ausrichten. 

Und für ihn sind wir bereit, auch schwierige und scheinbar fruchtlose 

Arbeit in Treue zu tun.

Denn er ist der lebendige und wirksame Herr, auch dann, wenn wir es 

vor Augen gerade nicht sehen. 

Amen




Dieser Artikel wurde von Pfarrer Bühner erstellt.

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