2010-04-04 Auferstehungsfeier

7 Uhr Auferstehungsfeier mit dem Posaunenchor vor der Schlosskirche Schwann / Ansprache Pfarrer Friedhelm Bühner

Liebe Frühstaufsteher am Ostermorgen, 

die Osterbotschaft, die wir heute einmal aus dem Johannes-

Evangelium gehört haben, ist eine un-erhörte Botschaft. 

Sie sprengt unser Fassungsvermögen. 

Sie ist einfach unglaublich und stellt alles in Frage, 

was wir Menschen erwarten und deshalb bereit sind zu glauben. 

Vielleicht ist ihnen das Foto mit dem Blinden und einem Schild 

um den Hals im Amtsblatt aufgefallen!?

„Ich glaube nur, was ich sehe!“ steht auf dem Schild - wohl 

gemerkt - auf dem Schild des Blinden!

Es war natürlich als „Hingucker“ gedacht, 

als „Wachrüttler“ und diese Funktion hat das Bild auch wirklich 

gehabt: Jemand hat daraufhin geschrieben (hat es falsch 

verstanden), einige waren eher „not amused“ (weil sie die 

Aussage verstanden haben, sich wiedererkannt haben als 

Menschen, die nur glauben, was sie sehen), 

andere hat sie gefreut!

Es gibt viele Dinge, die diese alte Diktum (dass es nicht geben

kann, was wir nicht sehen oder sinnlich wahrnehmen können), 

längst als überholt gelten lassen, 

gerade in der Wissenschaft, wo in der vergangenen Woche 

der teuerste Versuch aller Zeiten (1, 7 Mrd Euro) unternommen 

wurde mit einem Protonenbeschleuniger, der nur den einen Zweck

hatte zu zeigen und zu verstehen, welche Teilchen und Vorgänge

es im unsichtbaren Bereich der kleinsten Materie, der Protonen, 

Neutronen und Quarks noch gibt - obwohl ihr Erscheinen mit der 

klassischen Physik vielfach in Widerspruch steht. 

Hier würde niemand bezweifeln, dass es diese heute noch un-

bekannten (weil unsichtbaren) Teilchen wirklich gibt, 

nur bei der Auferstehung des Sohnes Gottes von den Toten, 

da rührt sich in den meisten Menschen großer Widerspruch. 

Widersprüchlicher Widerspruch übrigens, wie eine ganz 

akutelle Erhebung aus der Woche vor Ostern zeigt: 

64,6 % der Deutschen geben an: „Mit dem Tod ist alles aus.“

Aber 49 % sagen gleichzeitig: „Ich werde Freunde nach dem Tod

wiedersehen.“

Das kann eigentlich gar nicht sein. Über 15% glauben an beides, 

was aber gar nicht sein kann: Nach dem Tod ist alles aus und 

trotzdem hoffen sie Freunde wiederzusehen. 

Daran sieht man, wie sehr die Frage nach der Auferstehung

mehr vom glauben wollen als vom glauben können abhängt. 

Wir Menschen glauben viel, wenn es uns gefällt. 

Und wir verdrängen viel, was uns nicht gefällt. 

Die Bibel ist hier ein klarer Spiegel und erweist sich einmal 

mehr als Wort Gottes. 

Die Osterberichte zeigen genau dieselbe zweifelnde Schlagseite

der Menschen und durchstoßen sie, 

sagen dem Menschen Gottes Herrlichkeit und Größe an: 

„Der HERR ist auferstanden. Er ist wahrhaftig auferstanden!“

Wer‘s glaubt, wir selig!

Und demütigt sich, stellt sich ins Licht der unglaublichen 

Möglichkeiten des Höchsten. 

Dazu schreibt ein Bestatter in einer Besinnung für die Osterwoche 

(Idea-Spektrum Nr. 13/2010, S. 36):

„Als Bestatter habe ich täglich mit Tod und Trauer zu tun. 

Wenn ich gerufen werde, weiß ich in den meisten Fällen, 

was mich im Trauerhaus erwartet. Meist ist es natürlich tiefe Traurigkeit. 

Vor einigen Wochen aber hatte ich ein Erlebnis, das mich sehr berührt hat. 

Ich saß im Kreis der Familie des Verstorbenen und spürte zwischen der

Trauer um den Verlust noch etwas anderes. „Wir haben die Todesanzeige

schon fertig“, sagte die Witwe. 

Ich nahm den Entwurf und las folgende Zeilen: 

„Die Freude an Jesus, unserem Herrn, 

und seiner vergebenden Liebe und Gnade prägte sein Leben 

und lies ihn dankbar zum Segen und zur Freude werden. 

Die Gewissheit, ihn bei seinem himmlischen Vater in der 

ewigen Freude zu wissen, tröstet uns in unserem Abschiedsschmerz. 

Gottes Wort wird auch unsere Zuversicht und Kraftquelle bleiben.“

Diese Hoffnung kam während des gesamten Trauergesprächs 

zum Ausdruck. „Der Herr hat meinen Alfred zu sich genommen und hat

mich hier gelassen. Aber so kann ich noch vielen Menschen von Jesus

erzählen.“

Die Trauer beim Verlust eines lieben Menschen ist immer da und 

auch natürlich ... Die Hoffnung aber, die tief im Herzen dieser Witwe

saß, begegnet mir sehr selten. 

Aber sie hat mich in meinem Glaubensleben tief bewegt. Ich musste

mich selbst fragen: Freust du dich auch so an der Liebe Jesu und über

seine Gnade, dass du das alles auch im Leid ausstrahlen würdest?

Könnte ich auch in der Situation, wo wir mir ein lieber Mensch

genommen wurde, anderen Menschen von der Geborgenheit in 

Christus erzählen? Andere trösten?

Ich weiß eines: Die Kraft dazu kommt aus dem Wort Gottes. 

Und: Wir können Gottes Zusagen für unser Leben „beim Wort nehmen““. 

Nehmen wir das doch mit in diese österliche Zeit und unser ganzes Leben: 

Gott kann. Ob ich es verstehe oder nicht. 

Er kann über Bitten und Verstehen. 

Und Jesus ist der Schlüssel in seine Gegenwart. 

Zum ewigen Leben, für Kraft, Mut und Trost. 

Amen

Hier geht's zu den Bildern vom Osterfrühstück




Dieser Artikel wurde von Pfarrer Bühner erstellt.

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