2010-04-01 Passionsandacht

Predigt über 1. Kor 11,23-26 / Pfarrer Friedhelm Bühner

Wir hören heute als Wort Gottes einen Abschnitt des Apostels 

Paulus an die Korinther - 1. Korinther 11, die Verse 23-26

darin spricht er sie auf die Bedeutung des Leidens und Sterbens

von Jesus an und wie wir im Hlg. Abendmahl den Segen seines

Todes und seiner Auferstehung ganz konkret schmecken können:

„Denn ich habe von dem Herrn empfangen, was ich euch 

weitergegeben habe: Der Herr Jesus, in der Nacht, da er 

verraten ward, nahm das Brot, dankte und brach‘s und sprach:

Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird; das tut zu

meinem Gedächtnis.

Desgleichen nahm er auch den Kelch nach dem Mahl und

sprach: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut; 

das tut, sooft ihr daraus trinkt, zu meinem Gedächtnis. 

Denn sooft ihr von diesem Brot esst und aus dem Kelch 

trinkt, verkündigt ihr den Tod des Herrn, bis er kommt.“ ( - ) 

  

Liebe Gemeinde, 

das, woran der Apostel hier die Christen in Korinth erinnert, 

das führt uns zurück an Anfang seines Weges ans Kreus. 

"So war das damals, am Gründonnerstag", will er sagen.

So hat's angefangen, das Abendmahl feiern!"  und nicht direkt, 

aber indirekt durchklingend die Frage: 

"Was habt ihr bloß daraus gemacht? - 

Kehrt um! - findet wieder zurück zu den Anfängen!" 

  

Was würde er wohl uns in Schwann schreiben?

Würde er uns loben über die Art, wie wir das Abendmahl feiern?

Den Korinthers hat er geschrieben: 

"Ich kann's nicht loben" .

Ihr habt etwas ganz Anderes daraus gemacht ...

    

Und deshalb geht er weit zurück: 

"Ich erinnere euch einfach noch einmal daran 

was ich vom Herrn empfangen habe und ihr eigentlich kennen 

müsstet: "Der Herr Jesus in der Nacht, da er verraten ward, 

nahm das Brot, dankte und brach's ..."  

  

Wie die Korinther damals werden auch wir heute von Paulus 

erinnert an das, was jedes Abendmahl ausmacht, 

das Abendmahl, das eigentlich wörtlich „das dem HERRN gehörende

Mahl“ heißt. 

Denn ER ist der Tischherr und wir sind seine Gäste. 

ER gibt und deutet die Gaben - wir empfangen. 

Und dieses Empfangen ist das ganze Evangelium, ist spürbares 

und schmeckbares "FÜR EUCH"! 

Evangelium nicht nur für den Kopf, sondern auch für den Bauch, 

das Herz  und den ganzen Menschen! 

  

Jesus weiß, dass wir manchmal mehr brauchen als ein Wort! 

Auch hier im Seniorenwohnheim. 

Er weiß, dass Worte nicht leicht den Weg vom Kopf ins Herz finden!  

wie vergesslich wir sind für sein Wort, wie anfällig für andere Worte! 

Deshalb gibt er dieses Mahl, damit wir es auch auf andere Weise 

spüren: "Ich bin bei euch alle Tage" - "ich bin mitten unter euch!" - 

"Ich bin FÜR EUCH". 

  

  

1. Das Mahl des Herrn will uns ein VORZEICHEN sein! 

Paulus beginnt und beendet seine Erinnerung an die 

Anfangssituation je mit einer Zeitangabe: "In der Nacht, 

da er verraten ward ... bis dass er kommt." 

  

Alle Abendmahlsfeiern haben einen Anfang genommen und so 

werden sie auch einmal ein Ende nehmen! 

Sie finden nicht schon immer und auch nicht für immer statt, 

sondern haben ihre Zeit zwischen Jesu erstem und seinem zweiten 

Kommen, wo Jesus nicht mehr sichtbar bei seinen Jüngern ist,  

also in unserer Zeit. 

  

Sie sind deshalb viel mehr als nur Erinnerung!

Ja, jedesmal sollen wir uns dabei an die Zeit erinnern "als Jesus 

verraten wurde, als er seinen Weg ans Kreuz ging". 

Das ist das Anfangsdatum, das durch kein anderes zu ersetzen ist! 

Aber auch: "Bis dass er kommt!" 

  

So ist das Abendmahl eine Zwischen-Mahlzeit, 

noch nicht das große Festmahl! - aber bereits jetzt vom HERRN, 

der einmal das viel größere "Festmahl" ausrichten wird, gegeben. 

  

Bis dahin sind wir alle noch unterwegs. 

Keiner von uns ist schon am Ziel, 

manche aber sind schon mehr als erschöpft, 

am Rande ihrer Hoffnung, ja ihres Glaubens, 

haben sich's vielleicht lange Überlegt, ob sie heute überhaupt 

kommen sollen - oder etwa kommen dürfen!? 

  

Ihnen - ganz besonders - will das Abendmahl so ein 

stärkendes Vorzeichen sein! 

Gerade ihnen gilt: FÜR EUCH. 

Die es am nötigsten brauchen, die Erinnerung an den Herrn, 

der kommt und vor dem alle Herren und Mächte dieser Welt einmal 

abtreten müssen. 

Auch die Herren und Mächte, die ihnen gerade jetzt so zusetzen: 

Sie müssen gehen, aber unser Herr kommt! 

Jetzt schon ist er da, lädt ein an seinen Tisch, vergewissert uns 

über sein Kommen, durch ein leibhaftiges Vorzeichen. 

  

2. Das Abendmahl will ein HEILSZEICHEN sein. 

Gleich nach unserem Text hat Paulus jene Worte vom unwürdigen 

Essen und Trinken geschrieben, jene Worte, die schon manchen 

ernsthaften Menschen vom Gang zum Abendmahl abgehalten haben. 

Daran ist aber nicht Paulus schuld, sondern die traurige 

Auslegungsgeschichte dieses Wortes. 

  

Ganz kurz dazu nur so viel: 

Wäre mit dieser Würdigkeit unsere Schuldlosigkeit vor Gott 

und den Menschen gemeint, dann hätte Jesus damals am 

Gründonnerstag in Jerusalem ganz allein am Tisch gesessen: 

und Menschen wie Petrus, Judas oder Thomas hätten von Anfang an 

keinen Platz gehabt. 

  

Ja, noch zugespitzter: Wenn die Würdigkeit so verstanden werden 

müsste, dann hätte Jesus erst gar nicht auf die Welt zu kommen 

brauchen, sein Leben hätte er behalten können, 

wir wären aus eigener Kraft gerechtfertigt. 

Aber wozu dann sein Tod? 

  

Nein, das kann damit nicht gemeint sein! 

Das Mahl des HERRN ist nicht das Mahl der Vollkommenen 

sondern: der Sünder!

Die Versammlung derer, die seine Vergebung suchen, 

die Gott suchen und sein Heil! 

Es gilt mir und Dir! 

Deine Bedürftigkeit macht dich zu einem würdigen Gast am Tisch 

des HERRN! (Und die Bereitschaft, umzukehren von falschen

Wegen).

Dein Wissen, dass du Hilfe brauchst, dir nicht aus eigener Kraft 

helfen kannst, ist Eintrittskarte und festliche Garderobe! 

  

So, wie es keine Vorbedingungen zum Heil gibt, so gibt es auch 

keine Vorbedingungen zum Empfang des Abendmahls,

dem "Zeichen des Heils". 

  

  

3. Das Mahl des Herrn will uns ein ABZEICHEN sein

"Denn sooft ihr von diesem Brot esst und aus diesem Kelch trinkt, 

verkündigt ihr den Tod des Herrn, bis er kommt!"  

  

Die Teilnahme am Abendmahl ist Verkündigung! 

Ein seltsamer Gedanke!  

Aber so hat Paulus es geschrieben: Ihr verkündigt damit den Tod des Herrn! 

Er benützt damit eine abkürzende Redeweise: 

Denn es geht ja nicht darum, dass der Herr tot ist, 

sondern um die Verkündigung der Heilsbedeutung seines Todes! 

Und das in aller Öffentlichkeit!

Christen, die das Mahl des Herrn feiern, sind ein Abzeichen 

ihres Herrn! - Ein sichtbares und spürbares Zeichen in der Welt - 

wohltuend, rettend und helfend! 

Es sind Menschen, die weitergeben, was sie selbst empfangen haben. 

Und so ist das auch mit Ihnen heute morgen, 

wenn Sie bekommen sind zum Gottesdienst, um damit zu bekennen: 

Ja, ich bin Christ. 

Ich, brauche Jesus. 

Ich kann ohne ihn nicht leben. 

Er ist mein Ein und Alles. 

Gerade auch hier im Heim gibt es viele, die nicht an Jesus glauben

und die brauchen dieses Zeichen von Ihnen: Dass Sie kommen 

und damit bekennen: Dieser Jesus, der für alle unsere Schuld

sein Leben gelassen hat, zu dem gehöre ich!

  

So hat sich auch irgendwo in Asien eine kleine Christengemeinde zur 

Abendmahlsfeier versammelt. 

Sie haben keine Kirche mit vier Wänden und Türen, nur ein 

Blätterdach. Und daher kommt es, dass auch andere sehen können, 

was unter diesem Dach passiert. 

Einige Nichtchristen schauen zu und sind beeindruckt. 

Sie lassen sich erklären, dass das Abendmahl ein Zeichen der 

Gegenwart Gottes sei: "Gott nimmt Wohnung unter uns", erklären 

ihnen die Christen. 

Aber zwei Tage später kommt es zum Streit unter den Christen. 

Und die andern sagen: "Eure Religion ist gut. Es ist gut, wenn 

Gott so nahe bei uns Menschen ist. Aber: eure Gastfreundschaft 

ist schlecht! Ihr habt ihn nur zwei Tage bei euch wohnen lassen!" 

  

Diese Nichtchristen haben das sehr genau gespürt: 

Wer so unmittelbar in der Gegenwart Gottes lebt, der ist selber 

ein Zeichen Gottes. 

Und diese Christen waren eben ein schlechtes Zeichen! 

Die in Korinth übrigens auch! 

Und wir hier in Dennach / Schwann? 

Völlig zu Recht schauen unsere Nachbarn und Bekannten

auf uns, wenn wir vom Abendmahl zurück nach Hause kommen. 

Zu Recht fragen sie: Und jetzt? - Was macht er (sie) jetzt? 

Streitet er so weiter wie bisher? 

Schweigt er so weiter wie vorher? 

Ist er so launisch, bitter, zänkisch und selbstgerecht wie bisher? 

Und zu Recht sagen sie dann: Dann kann an der ganzen Sache 

nicht viel dran sein! 

Es lohnt sich offenbar nicht, sich darauf einzulassen! 

  

Was mich trotzdem froh stimmt, liebe Gemeinde im 

Seniorenwohnheim, ist, dass Paulus das gerade den Korinthern 

geschrieben hat, gerade denen, bei denen es so „drunter und 

drüber“ (katastrophal) zugegangen ist. 

Anscheinend ist selbst für sie noch nicht alles zu spät,  

können selbst sie sich noch korrigieren lassen. 

  

Jesus, der Herr, er will neu beschenken! 

will aufs Neue vergeben! 

Und beauftragen!. 

Auch uns heute. 

Und deshalb feiern wir jetzt gemeinsam das Hlg. Abenmahl.

Amen




Dieser Artikel wurde von Pfarrer Bühner erstellt.

Sonntag, 24.06.2018
9:15 Uhr:
Gottesdienst in Dennach (Pfarrer M.Gerlach)
10:00 Uhr in Schwann:
Kindergottesdienst
10:15 Uhr:
Gottesdienst in Schwann (Pfarrer M.Gerlach)
Dienstag, 26.06.2018
17:45 Uhr:
Jungschar für alle Jungen und Mädchen im GH in Dennach
19:45 Uhr:
Chorprobe im GH in Schwann
Mittwoch, 27.06.2018
19:00 Uhr:
Teenkreis 13+ im GH Schwann
Donnerstag, 28.06.2018
18:30 Uhr:
Biblellesen und Austausch für Jugendliche im GH Schwann