2009-11-18 Buß- und Bettag

18.11.2009 Gemeinsamer Abendgottesdienst mit Hlg. Abendmahl in der Christuskirche Dennach unter Mitwirkung von Konfirmanden und Jugendkreis / Anspiel und Predigt unter Bezug auf 1. Johannes 1,8+9 / Pfarrer Friedhelm Bühner


Anspiel Konfirmanden

Predigt

Liebe Konfirmanden, 

liebe Gemeinde, 

zunächst herzliches Dankeschön den Akteuren des Anspiel, 

10 mutige Konfirmanden, wir sind richtig stolz auf Euch!

Meist noch junge Leute haben wir da erlebt, 

zielstrebig, selbstbewusst, dynamisch, 

die lassen sich nichts vormachen! 

Einige davon werden es bestimmt zu was bringen. 

Die Frage ist nur, wie lange ihre Erfolgssträhne anhalten wird. 

Aber es waren auch so richtig „fertige“ Leute darunter, 

so richtig abgewracke, enttäuschte, deprimierte ...

Ich muss dabei unwillkürlich an Robert Enke denken, 

der in der vergangenen Woche beerdigt worden ist: 

Nationaltorhüter aus dem Stall von Hannover 96.

35000 Leute bei der Beerdigung. 

Erfolgreich, hoch geehrt, aber - was keiner wahrhaben wollte -,

seit Jahren depressiv. 

Der Leistungsdruck hat ihn fertig gemacht. 

Bis er keinen Ausweg mehr gesehen und sich vor einen Zug

geworfen hat. 

Auch bei ihm hieß es einmal „Fußball mein Leben!“

Er hatte genug Geld, war glücklich verheiratet, 

aber es gab da auch ein Leben hinter der Fassade. 

Schein und Sein, zwei Gegensätze so alt wie die Menschheit. 

Wie bei einem Eisberg sieht man oft nur 20 Prozent aus dem Wasser 

ragen, alles andere ist unter Wasser. 

Wir Menschen inszenieren uns gern, 

manchmal auch pragmatisch, wenn wir denken, 

es könnte uns zum Vorteil sein.  

Der Buß- und Bettag, den wir heute begehen, 

stellt uns ein Mal im Jahr bewusst vor das Angesicht Gottes, 

der uns besser kennt und durchschaut als wir selber. 

Gott weiß, dass wir uns abstrampeln müssen im Leben, 

er weiß aber auch, wie wir zu IHM stehen, zu seinem Anspruch 

auf unser Leben. 

Und diese Sicht muss uns erschrecken.

Er fragt uns: 

Welche Rolle spiele ich denn ganz konkret in Deinem Leben?

Betest Du so zu mir, dass Du tatsächlich was erwartest?

Hältst Du einen lebendigen Kontakt zu mir?

Oder bin ich nur Deine Beruhigungspille?

Deine letzte Rückversicherung?

Der gute, wenn auch nicht mehr ganz so mit meiner Wirklichkeit 

vertraute gute Opa im Himmel,

An den ich denke, wenn‘s eng wird im Leben?

Liebe Konfis, liebe Erwachsene, 

dass in Deutschland der Buß- und Bettag abgeschafft worden ist, 

das zeigt etwas vom Selbstverständnis unserer Zeit und der Menschen. 

Gott ist zwar nicht abgeschafft, 

aber dass er unser Leben bestimmen will, 

das juckt nur noch wenige. 

Sie leben - so lange wie es geht fröhlich und zufrieden - 

auf ein ungewisses Ende zu

und das in trügerischer Illusion, 

als ob sie noch viel Zeit für Gott hätten. 

Später ... Jetzt noch nicht ...

Aber das kann ein böses Erwachen geben: 

In den letzten drei Wochen sind allein bei uns in Schwann und Dennach 

7 Menschen verstorben, darunter zwei in den Fünfzigern ...

Der lebendige Gott möchte heute, am liebsten schon in jungen 

Jahren Dein Leben in die Hand nehmen dürfen. 

Weil Glauben eine Beziehungsangelegenheit ist, 

eine Liebesbeziehung von Gott zu Dir, 

die nur zustande kommt, wenn Du sie beantwortest und lebst. 

Und zu so einer Beziehung gehört, 

dass man sie von Zeit zu Zeit auch neu aufleben lassen kann, 

sich aussprechen und dann neu durchstarten!

Die Menschen aber denken oft:

Ihr Leben sei ein Selbstläufer. 

Solange du gesund ist und gut drauf, 

solange die Mädels oder die Jungs auf dich fliegen,

solange du einen guten Job, der ordentlich Kohle bringt, 

solange - brauchst du Gott nicht wirklich, 

nicht so, dass du regelmäßig seine Nähe suchst im Gottesdienst

und dich von ihm motivieren lässt, 

das Leben nach seinen Vorstellungen zu ordnen. 

Stattdessen denken sie: 

Gott müsste doch mit ihrem Leben zufrieden sein!

Eine gefährliche Illusion!

Warum?

Ich höre schon die Einwände ...

Damals hat er mir doch auch nicht geholfen und 

warum lässt er überhaupt das ganze Leid in dieser Welt zu?

Und übrigens, die Kirchgänger, was da für Leute drunter sind!

Aber diese Einwände ziehen nicht bei Gott: 

Bei ihm ist jeder nur für sich verantwortlich!

Niemand kann sich so ein Alibi verschaffen!

Gott sagt uns einfach und klar: 

„Wenn wir sagen, wir haben keine Sünde [d. h. Gott müsste doch 

mit mir zufrieden sein, ich stehle nicht, gehe nicht fremd und so ...], 

dann betrügen wir uns selbst und die Wahrheit ist nicht in uns. 

Wenn wir aber unsere Sünden bekennen,

dann ist er treu und gerecht, 

dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von 

aller Gottlosigkeit“. 

Das steht in 1. Johannes 1, Vers 8+9

„Gottlosigkeit“ ist hier dasselbe wie „Sünde“ 

und meint etwas allgemein Menschliches!

Das, was jeden von uns betrifft!

Denn niemand kann mit Ernst sagen: 

„Ich bin schon recht vor Gott ...“

„Ich halte seine Gebote, das wird doch wohl reichen!?“

Nein, jeder hat hier seine Defizite, auch ich!

Und weil wir uns dafür nicht einfach selbst entschuldigen können, 

braucht jeder Mensch die Vergebung durch Jesus, 

immer wieder. 

Ein anständiges Leben ist gut, 

aber nur durch Jesus und seine Vergebung wird es auch vor Gott „gut“.

Gott hat ihn auf die Erde gesandt, 

damit ER der Regisseur unseres Lebens werden kann 

und Gott dadurch sein Drehbuch mit unserem Leben schreiben kann. 

Gott hat kein Interesse an irgendeiner „Rolle“ in unserem Leben.

Er will mich und Dich ganz unter Vertrag nehmen. 

Wenn Johannes in seinem Brief hier von „Sünde“ schreibt, 

dann meint er damit: Wir alle verfehlen, wenn wir ohne Jesus leben, 

unser Ziel, zu dem uns Gott berufen hat - 

die Herrlichkeit in seinem Reich. 

Und davor will er uns bewahren, er will uns davor bewahren, 

dass wir am Ende so abgewrackt und fertig dastehen 

wie viele der Schauspieler, die wir gesehen haben. 

Wir dürfen zu ihm kommen mit allem, was uns von Gott trennt. 

Und er vergibt uns gern, 

will ein neues Kapitel aufschlagen. 

So ist der Buß- und Bettag eine Einladung zum Leben, 

die Einladung, unsere Selbstgerechtigkeit abzulegen

und mit Jesus ganz neu anzufangen. 

„Wer bekennt, ... dem ist er treu und gerecht, 

dem vergibt er, richtet ihn auf das neue große Ziel aus.“

(Gebet:)

Danke, Vater im Himmel, 

dass Du unsere ganze Selbstgerechtigkeit durchkreuzt hat 

an deinem Kreuz. 

Dass wir auch heute noch zu Dir kommen dürfen, 

abladen und ganz neu beginnen. 

Hilf uns dazu und gib uns den Mut, unser ganzes Leben 

von Dir ordnen zu lassen.

So, wie es Dir gefällt. Amen.

Hier geht's zu den Bildern




Dieser Artikel wurde von Pfarrer Bühner erstellt.

Sonntag, 19.08.2018
9:15 Uhr:
Gottesdienst in Dennach (Pfarrer Schüssler)
10:15 Uhr:
Gottesdienst in Schwann (Pfarrer Schüssler)
Sonntag, 26.08.2018
10:15 Uhr:
Gottesdienst in Schwann (Dr. Difäm)
Sonntag, 02.09.2018
9:15 Uhr:
Gottesdienst in Dennach (W.Dölker)
10:15 Uhr:
Gottesdienst in Schwann (W.Dölker)
Sonntag, 09.09.2018
9:15 Uhr:
Vorstellungs-Gottesdienst in Dennach (Pfarrer Held)
10:15 Uhr:
Gottesdienst in Schwann (Prädikantin Donath)