2009-06-14

Predigt über Lukas 16,19-21 / Pfarrer Friedhelm Bühner

Liebe Gemeinde, 

in einer Kolumne der Fernsehzeitung hat der Redakteur

vor kurzem einen Tipp der New York Times zitiert, wie man auch in 

Zeiten der Finanzkrise sein Geld gewinnbringend anlegen könne.

Der Ratschlag: „Langfristig investieren. Langfristig planen“. 

Allerdings fragt dann der Kolumnist auch, was denn langristig ist 

und vor allem, was denn langfristig noch sicher sei. 

Darauf seine süffisante Bemerkung: „Übrigens ist die New York

Times hoch verschuldet und steht auf der Kippe.“

Doch nicht langfristig geplant?

Nicht sicher genug angelegt?

Angespartes doch von Finanzkrise, Motten und Rost zerfressen ...?

Planen Sie langfristig genug?

Wo werden Sie Ihre Ewigkeit verbringen?

Und Ihre Lieben?

Ich weiß nicht, ob Sie sich darüber schon Gedanken gemacht haben. 

Was kommt nach dem Tod?

Meist erstrecken sich unsere Lebensplanungen ja auf die nächsten Jahre - 

in der Hoffnung, dass uns „noch ein paar schöne Jahre“ vergönnt sein mögen.

Aber planen Sie für die Ewigkeit?

Jesus erzählt in unserem Gleichnis von einem, der zu kurz geplant hat ...

Ich lese aus Lukas 16 die Verse 19-31:

„Es war aber ein reicher Mann, der kleidete sich in Purpur und 

kostbares Leinen und lebte alle Tage herrlich und in Freuden.

Es war aber ein Armer mit Namen Lazarus, der lag vor seiner Tür

voll von Geschwüren und begehrte, sich zu sättigen mit dem, was

von des Reichen Tisch fiel; dazu kamen auch die Hunde und leck-

ten seine Geschwüre.

Es begab sich aber, dass der Arme starb, und er wurde von den 

Engeln getragen in Abrahams Schoß. Der Reiche aber starb auch

und wurde begraben. 

Als er nun in der Hölle war, hob er seine Augen auf in seiner Qual

und sah Abraham von ferne und Lazarus in seinem Schoß.

Und er rief: Vater Abraham, erbarme dich meiner und sende Lazarus,

damit er die Spitze seines Fingers ins Wasser tauche und mir die 

Zunge kühle; denn ich leide Pein in diesen Flammen. 

Abraham aber sprach: Gedenke, Sohn, dass du dein Gutes empfan-

gen hast in deinem Leben, Lazarus dagegen hat Böses empfangen;

nun wird er hier getröstet, und du wirst gepeinigt. 

Und überdies besteht zwischen uns und euch eine große Kluft, 

dass niemand, der von hier zu euch hinüber will, dorthin kommen 

kann und auch niemand von dort zu uns herüber. 

Da sprach er: So bitte ich dich, Vater, dass du ihn sendest in meines

Vaters Haus; denn ich habe noch fünf Brüder, die soll er warnen,

damit sie nicht auch an diesen Ort der Qual kommen.

Abraham sprach: Sie haben Mose und die Propheten; die sollen sie

hören. Er aber sprach: Nein, Vater Abraham, sondern wenn einer

von den Toten zu ihnen ginge, so würden sie Buße tun. Er sprach

zu ihm: Hören sie Mose und die Propheten nicht, so werden sie sich

auch nicht überzeugen lassen, wenn jemand von den Toten 

auferstünde.“ 

1. Zu kurz geplant!

Liebe Gemeinde, 

da ist ein Mitglied der upper class, äußerst wohlhabend, 

stets elegant gekleidet, alles vom Feinsten. 

Ein glänzender Gesellschafter, immer gut drauf, beliebt und angesehen. 

Jesus zeichnet sein Portrait nur mit wenigen, kräftigen Strichen, 

aber damit ist alles gesagt. 

Kurz: Ein reicher Glückspilz, lebt alle Tage herrlich und in Freuden. 

Im scheint nichts zu fehlen. 

Nur eines hat er nicht: einen Namen. 

Warum gab ihm Jesus keinen Namen?

Vielleicht um deutlich zu machen: Auch ein großer Name kann aus der 

Sicht der Ewigkeit ganz unbedeutend sein. 

Vielleicht aber auch, damit man da andere Namen einsetzen kann. 

Die Namen der Stars heute, der Glamourwelt, der Bonzen und 

Superreichen. Aber nicht nur die. 

Vielleicht auch meinen oder Ihren Namen. 

Denn verglichen mit den meisten Menschen in Nordkorea, Zimbabwe oder

Peru zählen ja auch wir europäischen Durchschnittsbürger zu den Reichen.

Und haben eigentlich alle ein gutes Leben. 

Hat Jesus etwa was dagegen?

Will er uns unseren Wohlstand madig machen? Nein!

Jesus macht ihm nicht zum Vorwurf, dass er reich war, 

dass er sich öfter mal was Schönes gegönnt hat. 

Er kritisiert auch nicht, dass er sein Leben genossen und gefeiert hat. 

Aber er zeigt, wie fatal es ist, wenn einer nicht mehr von seinem Leben 

sagen kann als: gelebt, gearbeitet, gut gelebt, Ruhestand genossen, 

in Urlaub gefahren ... 

Könnten Sie mehr von Ihrem Leben sagen?

Jesus zeigt, wie fatal es war, dass der Reiche bei alledem zu kurz

geplant hat. 

Dass er nicht an die Not des Armen vor seiner Tür gedacht hat. 

Sondern nur an sich. 

Dass er nicht an Gott gedacht hat, sondern seine Pläne ignoriert hat, 

dass er nicht an seine Ewigkeit gedacht hat. 

Sondern lebte, als gäbe es nur dieses Leben und da wollte er alles

hineinpacken. 

Jesus sagt: Zu kurz geplant! 

Zu kurz geplant, wenn Du nur bis zur Beerdigung und allenfalls bis zur

Grabpflege denkst, aber nicht daran, wo Du Deine Ewigkeit zubringen wirst. 

Plötzlich geht alles ganz schnell: Der Reiche stirbt und wird begraben. 

Ein würdige Bestattung, bewegende Nachrufe: „Wir werden ihm ein 

ehrendes Andenken bewahren.“ Punkt. Ende. Aus. 

Nein, nicht Ende! Die Geschichte geht weiter. 

Jesus erzählt eine Fortsetzungsgeschichte. 

So wie auch mein und Ihr Leben eine Fortsetzungsgeschichte ist. 

Wie geht es weiter? Wo geht es weiter?

„Als er nun im Totenreich war und Qualen litt, hob er seine Augen 

auf und sah ...“

Jesus erzählt hier ganz knapp. 

Er malt das Totenreich nicht aus, er heißt das Höllenfeuer nicht an. 

Er sagt nur: „Er litt Qualen.“ Und: „Er sah ...“

Er sah plötzlich, was er versäumt hatte. 

Er sah plötzlich, was er im Leben übersehen hatte. 

Und das verursachte höllische Qualen. 

Weil er nichts mehr ändern konnte. 

Weil er genau wusste: Es ist zu spät. Ich habe das Entscheidende 

im Leben übersehen. 

Das, was direkt vor meinen Füßen lag, den, der direkt vor seiner Tür lag, 

hatte er übersehen. 

Er war blind gewesen für die Not des Armen, blind für die Herausforderung, 

die ihm Gott vor die Tür gelegt hatte. 

Eine kleine Anekdote dazu: Ein Jude kommt zu einem Rabbi und klagt: 

„Es ist entsetzlich. Gehst du zu einem Armen - er ist freundlich, er hilft dir, 

wenn er kann. Gehst du zu einem Reichen - er sieht dich nicht einmal. 

Was ist das nur mit dem Geld?“ 

Da sagt der Rabbi: „Tritt ans Fenster. Was siehst du?“ - „Ich sehe eine

Frau mit einem Kind. Ich sehe einen Wagen. Ich sehe ...“ - 

„Gut“, sagt der Rabbi, „und jetzt stell dich hier vor den Spiegel! Was 

siehst du?“ - „Nu, Rebbe, was werd‘ ich sehen? Nichts. Mich selber.“

Darauf der Rabbi: „Siehst du, so ist es. Das Fenster ist aus Glas 

gemacht und der Spiegel ist aus Glas gemacht. 

Kaum legst du ein bisschen Silber hinter die Oberfläche und schon 

siehst du nur noch dich selber.“ (1)

Was ist für mich das Silber, das mich abhält, den anderen zu sehen?

Was ist für Sie das Silber, das Sie blind macht für die Not, für die 

Aufgaben, die Gott ihnen vor die Tür legt?

Denn es geht hier ja nicht um die Not der Welt, sondern um den einen, 

den Gott dem Reichen vor die Tür gelegt hat. 

Den hatte er übersehen im Leben. Und jetzt war es zu spät. 

Das ist das Zweite, das Jesus uns mit dieser Geschichte sagt: 

2. Zu spät gesehen!

Zu spät!

Haben Sie schon mal einen schweren Fehler gemacht, den Sie nicht

wieder rückgängig machen konnten?

Das tut weh! Ständig der Gedanke: Hätte ich doch bloß nicht ... 

Einmal zu schnell über die Kreuzung gefahren, einen Menschen übersehen ...

Zu spät ...

So, sagt Jesus, ist das in der Hölle. 

Ständig quälend erleben zu müssen, wie du versagt hast. 

Wie du Gott verdrängt hast. Und dass es zu spät ist. 

„Das ist ja das Teuflische an der Hölle. Dass sie zwar einen Eingang hat, 

aber keinen Ausgang ... Sie hat nur ein Fenster. Durch das muss man 

ständig sehen, was man vorher nicht wahrhaben wollte. Dass es Gott bit. 

Und was er von mir erwartetet hatte. Und dass es zu spät ist.“ (2)

Der Reiche kommt nicht mehr raus. 

Kein Hinüberwechseln in den Himmel möglich, oder umgekehrt. 

Es wird ihm gesagt: Da ist ein tiefer Abgrund dazwischen, so hat es 

Gott festgelegt. Keine Möglichkeit zur Entscheidung mehr!

Kein Zurück! Die Entscheidung ist gefallen. Im Leben. 

Der Tod bringt dann die große Scheidung: Entweder ewig gerettet, 

gleichsam „in Abrahams Schoß“ - oder ewig verloren, in ewiger Qual.

Es gibt viele, die sagen: Im Tod, da sind doch alle gleich. 

Aber das stimmt nicht. Im Sterben sind sie alle gleich, das schon. 

Aber dach, im Tode, da sind sie nicht mehr alle gleich. 

Da geht die Schere weit auseinander, noch weiter als es im Leben 

zwischen Arm und Reich je sein kann. 

Der Tod bringt die große Scheidung, endgültig und unüberwindlich.

Und so sitzt der Reiche, bei dem im Leben alles vom Feinsten war, 

jetzt im dreckigsten, entsetzlichsten Loch, das es gibt, in der Hölle. 

Wodurch kam der Reiche in die Hölle?

Durch seine Schulden. Durch sein Nicht-Tun. 

Was muss man tun, um in die Hölle zu kommen? Nichts!

Und wie er da sitzt, sieht er als Erstes in die Ferne ... ausgerechnet 

jenen Lazarus, diesen absoluten „Underdog“, den er im Leben keines

Blickes würdig fand, muss er selig, im himmlischen Glanz entdecken. 

Wie kam der Lazarus dahin?

Hatte der etwa keine Schulden?

War er der Gute, bloß weil er arm war?

Nein, auch er hatte sicher versagt, auch er war ein Sünder. 

Wieso kam er dann in den Himmel, trotz seiner Schulden?

Fragen wir uns: Was muss man denn tun, wenn man überschuldet ist?

Investieren? Da ist nichts mehr zu investieren. 

Da hilft einzig und allein ein Investor, der Schulden übernimmt und in 

Dein Leben neu investiert!

Und den kannte Lazarus, deshalb nennt ihn Jesus so: Lazarus, das heißt

„Gott hilft“. 

Meine einzige Hilfe, meine einzige Rettung ist Gott!

Alles hat er von ihm erwartet. 

Was du getan hast im Leben und was du nicht getan hast im Leben, 

all das zieht dich runter in die Hölle. 

In den Himmel bringt dich allein, was Jesus getan hat. 

Er hilft, Er rettet - das ist deine einzige Chance, in den Himmel zu kommen. 

Weißt Du das schon?

Dann schrei zu ihm. Dann komm zu ihm. 

Dann zieh den Mantel seiner Gerechtigkeit an. 

Er ist deine einzige Chnace. 

Das er kennt jetzt auch der Reiche. 

Da fallen ihm seine Brüder ein. Wenn er schon nicht, dann sollen doch 

sie wenigstens in den Himmel kommen. 

Und jetzt tut der Reiche etwas, woran er in seinem Leben nie gedacht hat: 

Er tut Fürbitte! - Dass wenigstens seine Brüder in den Himmel kommen.

Erstaunlich! 

Warum hat er das eigentlich in seinem Leben nie gemacht?

Aber auch da gilt für den Reichen wieder: Zu spät gesehen. 

Auch seine Brüder hat er zu spät gesehen. 

Was er in der Hölle bittet, wird nicht erhört. 

Keine Möglichkeit, zu spät. 

Eine erschreckende Geschichte!

Ist tatsächlich mit dem Sterben alles festgelegt?

Gibt es keine Möglichkeit, doch noch in den Himmel zu kommen?

Muss man der Frau sagen: Ihr Gebet für Ihren verstorbenen Vater ist 

vergeblich, kommt zu spät?

Wo ist denn da die Liebe Gottes?

Die Liebe Gottes besteht darin, dass er uns rechtzeitig sagt, was 

nötig ist. Immer wieder. Deshalb ist die Botschaft von Jesus in 

dieser Geschichte: 

3. Rechtzeitig hören!

„Sie haben Mose und die Propheten. Die sollen sie hören ...“

Die Bibel, die sollen sie lesen. 

Sie ist der Wegweiser für unser Leben und für unser Sterben. 

Wenn du die Bibel hast, wenn du die Bibel liest, 

wenn du auf die Bibel hörst, dann bist du auf dem Weg zum Himmel. 

Bloß: Leider nehmen wir die Bibel nicht so ganz ernst, haben sie 

oft schon lange abgehakt, erwarten nichts mehr von ihr. 

Das war offenbar schon damals so. 

Auch der Reiche hat sich nicht um die Bibel geschert und  seine 

Brüder tun es auch nicht. 

Deshalb empfiehlt er von der Hölle aus, mal was anderes zu probieren, 

was Spektakuläres, mit dem man Gott besser auf sich aufmerksam 

machen könnte: Wenn Zeichen und Wunder geschähen, „wenn einer

von den Toten aufstehen würde“, dann würden die Leute doch bestimmt

aufhorchen. 

Wenn die Menschen eine Jenseitserfahrung machen könnten, 

dann würden sie sich doch bestimmt ändern. 

Und wie viele suchen heute solche Jenseitserfahrungen bei Wahrsagern

oder fernöstlicher Meditation oder in esoterischen Praktiken, um ihre

innere Leere zu füllen?!

Aber Jesus sagt klar und deutlich: Alles das ist es nicht. 

Das rettet Menschen nicht. 

Das bringt sie nur in neue Abhängigkeiten.

Allein das Wort Gottes, das bringt‘s. 

Allein das Wort Gottes, das reicht. 

Da ist alles drin, um in den Himmel zu kommen. 

Deshalb: Lesen Sie die Bibel!

Da hören Sie die Stimme Gottes im unverfälschten O-Ton. 

Deshalb: Lernen Sie die Bibel neu schätzen!

Es ist das Kostbarste, was es hier auf der Erde gibt, denn es trägt bereits

die Ewigkeit in sich. 

Deshalb: Hören Sie auf die Bibel!

Es gibt nichts Besseres, um in den Himmel zu kommen. 

Und ein Zweites: Beten Sie für die, die noch nicht auf dem Weg sind. 

Jetzt ist noch Gelegenheit. 

Haben Sie das eigentlich schon gemacht?

Für Ihren Mann, Ihre Frau? Für Ihre Kinder. Ihre Eltern. Ihre Geschwister. 

Ihre Nachbarn ...?

Dass Jesus sie in den Himmel retten möge?

Dieses Gebet hat Gewicht für die Ewigkeit!

Es gibt so viele Menschen, für die jemand viele Jahre im Stillen gebetet

hat und die schließlich doch noch zum Glauben gefunden haben!

Was für eine Gelegenheit!

Für Menschen zu beten. Sie einzuladen. 

Ihnen notfalls auf die Nerven zu gehen. Damit sie Jesus finden. 

Gott will Sie dafür gebrauchen, solange sie leben. 

Was für eine Möglichkeit!

Ich bin überzeugt davon: Aus dem Blickwinkel der Ewigkeit gibt es 

nichts Größeres als mitzuhelfen, dass Menschen für den Himmel 

gerettet werden. 

Amen

Anmerkungen:

(1) Zitiert nach: Heinz Schäfer, Mach ein Fenster auf, Nr. 962

(2) Nach Theo Lehmann, Mensch, wenn du wüsstest, S. 32

Die Predigt nimmt die Vorarbeiten von Pastor Manuel Janz, Lüdenscheid, auf.

Hier geht's zu den Bilder vom Musical Mission Team Choir aus Studenten der Bob Jones University, Greenville USA, die im Gottesdienst zu Gast waren




Dieser Artikel wurde von Pfarrer Bühner erstellt.

Sonntag, 24.06.2018
9:15 Uhr:
Gottesdienst in Dennach (Pfarrer M.Gerlach)
10:00 Uhr in Schwann:
Kindergottesdienst
10:15 Uhr:
Gottesdienst in Schwann (Pfarrer M.Gerlach)
Dienstag, 26.06.2018
17:45 Uhr:
Jungschar für alle Jungen und Mädchen im GH in Dennach
19:45 Uhr:
Chorprobe im GH in Schwann
Mittwoch, 27.06.2018
19:00 Uhr:
Teenkreis 13+ im GH Schwann
Donnerstag, 28.06.2018
18:30 Uhr:
Biblellesen und Austausch für Jugendliche im GH Schwann