2009-05-21 Christi Himmelfahrt

Predigt über Lukas 24,50-53 / Pfarrer Friedhelm Bühner

An diesem Himmelfahrtstag hören wir auf die letzten vier Verse des

Evangeliums nach Lukas im 24. Kapitel (Vv50-53):

„Er (Jesus) führte sie (die Jünger) aber hinaus nach Betanien

und hob die Hände auf und segnete sie. 

Und es geschah, als er sie segnete, da schied er von ihnen und

fuhr auf gen Himmel. 

Sie aber beteten ihn an und kehrten zurück nach Jerusalem 

mit großer Freude und  waren allezeit im Tempel und priesen Gott.“ 

Liebe Gemeinde, liebe Konfirmanden,

„Sie kehrten zurück nach Jerusalem mit großer Freude!“, das ist 

das Schlusswort des Lukas-Evangeliums!

Und darin ist es bezeichnenderweise identisch mit seinem Anfang, 

wo es heißt: „Siehe, ich verkündige euch große Freude!“

„Große Freude“, weil der Sohn Gottes Mensch geworden war. 

Und jetzt am Schluss, weil er nach vollbrachtem Werkin Gottes

unsichtbare Wirklichkeit heimkehrt. 

Das Kommen von Jesus in diese Welt 

und seine Rückkehr aus dieser Welt 

machen die beiden Brennpunkte der Frohen Botschaft aus, die Lukas 

im Evangelium verkündigt. 

Es geht um Jesus, allein um ihn!

Und ER ist der Grund ihrer Freude und Zuversicht. 

Wie es auch für uns heute sein sollte. 

Und auch wir uns den Blick dafür schärfen lassen sollten, 

weil seit jenem Tag ganz realistisch gilt: 

„Jesus Christus herrscht als König ...“ 

1. Jesus Christus: Der erhöhte HERR 

Wir berühren damit einen Punkt, der vor allem Zeugen Jehovas zum 

Widerspruch reizt: Jesus Christus ist nicht nur Lehrer, nicht nur Prophet, 

sondern er ist der HERR und damit der Retter derer, 

die an ihn glauben. 

Seine Erhöhung in die Sphäre Gottes beweist das. 

40 Tage sind inzwischen seit der Auferstehung vergangen 

und mehrfach hat sich Jesus schon seinen Jüngern gezeigt und mit ihnen 

über „Gottes Königsherrschaft“ gesprochen. 

Es war eine ganz besondere Zeit für seine Jünger!

Ihr HERR war bei ihnen und doch anders als bisher.

All die schrecklichen und niederschmetternden Ereignisse seit

seiner Kreuzigung konnten sie von ihrem HERRN doch nicht trennen. 

Und das hatten sie gerade jetzt gelernt und im Glauben erfasst: 

Jesus, der Irdische, ist gleichzeitig der HERR, 

HERR über alle Herren und Damen dieser Welt. 

Jetzt aber ist der Augenblick gekommen, dass Jesus Christus 

in die für Menschen unsichtbare Welt Gottes zurückkehrt. 

Er führt sie hinaus „nach Bethanien“ und wird aufgehoben in den Himmel. 

Ganz schlicht berichtet Lukas davon: „... da schied er von ihnen 

und fuhr auf gen Himmel“ (V51). 

„Er wurde in den Himmel aufgenommen“, auch so kann man Lukas 

wiedergeben.  

Wer kann ermessen, was damit ausgesagt ist? 

Machen wir uns wirklich klar, welche Tragweite das Berichtete hat? 

Werden Könige gekrönt, dann ist das fast immer ein Medienereignis.

Auf eine gewonnene Meisterschaft im Fußball oder Eishockey gibt

es Straßenparaden mit Feiern über eine ganze Woche. 

Für „Werder Bremen“ hats gestern leider nicht geklappt, deshalb haben sie 

die Party erst gar nicht eröffnet ...

Und doch: Was ist das alles im Vergleich zu dem Ereignis, 

das uns die Bibel hier berichtet?

Hier wird deutlich, wer Jesus in Wirklichkeit war und ist, nämlich

der HERR, der aus der Herrlichkeit kam. 

Er ist der Sohn des lebendigen Gottes, König aller Könige -, 

Gottes- und Menschensohn. 

Nach erfülltem Auftrag kehrt er zum Vater zurück. 

Und wir verstehen die Worte des Apostels Paulus (Phil 2,9+11):

„Darum hat ihn auch Gott erhöht und hat ihm einen Namen gegeben,

der über alle Namen ist ... und alle Zungen sollen bekennen,

dass Jesus der HERR ist, zur Ehre Gottes, des Vaters“.

Was für ein Siegesjubel muss Jesus empfangen haben in der für uns 

bis heute unsichtbaren Welt Gottes!

In der Offenbarung lesen wir, wie das „Lamm Gottes“ das versiegelte

Buch nimmt und spontane Freude im Himmel ausbricht:

„Das Lamm, das geschlachtet ist, ist würdig zu nehmen: 

Kraft und Reichtum und Weisheit und Stärke und Ehre und 

Preis und Lob“ (Apk  5,12).

Auch am Himmelfahrtstag dürfte es so ähnlich geklungen haben! 

Und ab jetzt gilt: „Alle Macht im Himmel wie auf Erden“, sie liegt bei

Jesus Christus.

Was auch immer auf dieser Welt und in meinem Leben passiert, 

es muss erst an Jesus im Himmel vorbei!

Dem, der alles lenken und auch wenden kann. 

Das ist für mich unheimlich wichtig angesichts der Befürchtungen 

um unser Weltklima, um zu Ende gehende Resourcen, um Terrorismus

und der Unberechenbarkeit des Lebens. 

Alles, was auf dieser Welt und in meinem Leben passiert, 

es muss erst an Jesus im Himmel vorbei!

Und wer Jesus kennt und zum HERRN hat, der weiß, was er an IHM hat!

So haben wir es heute im Glaubensbekenntnis bekannt und

dürfen es wissen: ER hat alles in seinen Händen 

und wird die Weltgeschichte zu ihrem Ziel führen. 

und so dürfen wir wissen, 

Auch und gerade, wenn die Krisen und Konflikte weltweit im zunehmen sind.

Eduard Thurneysen, er war Professor in Basel, berichtet einmal von einem 

Telefonat, das er am Abend des 9. Dezember 1968 mit seinem 

Freund Karl Barth geführt hat. Der „Prager Frühling“ in der Tschechslowakei

war gerade mit brutaler Gewalt niedergeschlagen worden. 

Da schreibt er: 

„Er (Karl Barth) wusste wohl, dass ihm sein Ende bevorstand; 

aber er ahnte nicht, dass es schon in der kommenden Nacht eintreten

würde. Er war sogar wohl gelaunt und heiter gestimmt. Wir sprachen 

über die Weltlage von heute. Er meinte: „Ja, die Welt ist dunkel!“ Aber

dann fügte er etwas hinzu, was ich nicht vergessen werde. Er rief mir 

nämlich zu: „Nur ja die Ohren nicht hängen lassen! Nie!

Denn es wird regiert, nicht nur in Moskau oder in Washington oder in 

Peking, sondern es wird regiert und zwar hier auf Erden, aber ganz 

von oben, vom Himmel her! Gott sitzt im Regiment! Darum fürchte ich 

mich nicht!“ 

Liebe Gemeinde, liebe Konfirmanden, 

wenn und weil Jesus Christus heute als der erhöhte HERR regiert, 

dürfen wir seit seiner Himmelfahrt bekennen: „Es wird

regiert!“ „Alle Macht im Himmel und auf Erden“ liegt bei ihm.

Ihm dürfen wir vertrauen, auf ihn dürfen wir hoffen!

(er sorgt für mich und nicht nur für mich, auch für die Zukunft

unserer Kinder, für die Zukunft dieser Gemeinde.

Ihm will ich gehören, im Glauben, in der Hoffnung und in der Liebe. 

2. Jesus Christus: Der segnende Retter

Wie war das eigentlich möglich, dass die Jünger am Tag der

Himmelfahrt „mit großer Freude nach Jerusalem“ zurückkehren konnten? 

Gerade noch waren sie enttäuscht weggelaufen? 

Sie hatten ihren HERRN ganz neu sehen gelernt! 

Jesus ist für ihr Leben der Retter geworden, unter dessen Segens-

händen sie leben und bleiben.

Es war das letzte „Bild“, das sich ihnen eingeprägt hat: 

Während „Jesus vor ihren Augen gen Himmel fuhr“, hatte er „seine 

Hände erhoben und sie gesegnet“ (Vv50.51a). 

So berichtet es Lukas. 

Und was damals geschehen ist, das soll ab jetzt für immer gelten:

Jesu Jünger bleiben unter seinen segnenden Händen und erfahren 

seine Hilfen Tag für Tag. 

Das ist das Vorrecht der Gemeinde Jesu, auch unser Vorrecht, 

dass wir unter den aufgehobenen Händen Jesu leben dürfen. 

Ist uns das schon klar?

Und leben wir unter diesem Vorzeichen?

Die segnenden Hände Jesu sind die gleichen Hände, 

die sich für uns ans Kreuz nageln ließen, liebe Gemeinde, 

die Hände, die Menschen verachtet und weggestoßen haben 

und die sie beseitigen wollten.

Das allein aber sind die Hände, die uns wirklich segnen können.

Und sie tun im Verborgenen mehr als alle helfenden Hände dieser

Welt zusammen genommen. 

Adolf Schlatter, noch mal ein Professor - diesmal aus Tübingen - 

hat noch in seinem letzten Lebensjahr (1938) ein Andachtsbuch 

herausgebracht, in dem er auch zur damaligen politischen und 

kirchlichen Situation Stellung nehmen wollte. 

So verdeckt, wie das damals eben nur möglich war im Dritten Reich.

Unter dem Titel „Kennen wir Jesus?“ schrieb er „Wenn uns seine

Kenntnis entschwindet, kennen wir uns selbst nicht mehr ...

Mich bewegt die Frage: Können wir nicht mehr von Jesus empfangen,

als wir in unserer völkischen und kirchlichen Gemeinschaft schon 

besitzen? Sind seine Gaben nicht reicher als (alles), was wir haben?

Über diese Frage verwundert sich keiner, der das Neue Testament kennt ...“

Immer wieder versuch(t)en Menschen mit ihren Glücks-, Wohlstands-

oder Heilsversprechen Jesu segnende Hände zu ersetzen. 

Aber da bleibt bis heute immer nur ein großes Vakuum. 

Und wir Menschen beginnen, „uns selbst nicht mehr zu kennen ...“

Das Zeugnis des Lukas vom segnenden Retter will uns zeigen, 

wie sehr der Auferstandene seine Gemeinde - Dich und mich - und 

diese Welt beschenken und segnen kann. 

Zu diesem Segen gehört auch, dass er in der himmlischen Welt  vor

Gott für seine Leute eintritt, dass er ihr Fürsprecher und Anwalt ist.

Deshalb ist es nur konsequent für die Jünger, wenn sie am 

Himmelfahrtstag vor ihrem HERRN niederfallen und ihn „anbeten“ (V52a), 

als er segnend seine Hände über sie hebt (die Zeugen Jehovas müssen 

an dieser Stelle die Bibel regelrecht falsch übersetzen, weil Jesus für 

sie unmöglich auf der Ebene Gottes stehen kann. Dabei wird aus

dem segnenden Jesus dann logischerweise ein fordernder Jesus).

Dagegen sind Jesu wahre Jünger zu allen Zeiten vor ihm als dem 

erhöhten HERRN niedergefallen und haben damit bekannt: 

„Du bist der HERR unseres Lebens. Wir gehören Dir.

Wir wollen ohne Dich nicht mehr leben!“

Und deshalb gilt auch für uns heute: Wer den segnenden HERRN erkannt

und erfahren hat, betet ihn an. 

Mit Worten, die unsere Hingabe an ihn zum Ausdruck bringen, aber auch 

mit Gehorsam im alltäglichen Leben.

Denn Anbetung wird zu einer billigen Kiste, 

wenn wir nicht auf das Gottes Wort achten und Jesus dienen mit Herz, 

Hand und Verstand. 

Aber Anbetung, das können wir hier lernen, führt zum Lobpreis Gottes (V53),

wenn wir  - wie die Jünger damals - vor Augen behalten, wie Jesus

seinen Ehrenplatz zur Rechten des Vaters einnimmt 

und uns unter seinen segnenden Händen leitet. 

Wir gehen nach diesem Gottesdienst nicht nach Jerusalem und nicht

in den Tempel, wie die Jünger damals. 

Sondern wir gehen heim in unsere Wohnungen und zu unseren Familien.

Gerade dort und in unserem Alltag sollen wir den HERRN mit Lob und 

Dank verherrlichen und aus seiner Kraft leben. 

Amen




Dieser Artikel wurde von Pfarrer Bühner erstellt.

Sonntag, 21.10.2018
9:15 Uhr:
Kirchweih in der Schwabentorhalle in Dennach (Pfarrer Held)
10:00 Uhr in Schwann:
Kindergottesdienst
10:15 Uhr:
Gottesdienst in Schwann (Prädikant Schäfer)
Dienstag, 23.10.2018
19:45 Uhr:
Chorprobe im GH in Schwann
Mittwoch, 24.10.2018
18:00 Uhr in Schwann:
Gitarre für Anfänger
19:00 Uhr in Schwann:
Gitarre für Fortgeschrittene
20:00 Uhr in Schwann:
Hauskreis Tankstelle für junge Erwachsene bei Steffi