2009-03-08 Familiengottesdienst mit Behinderten

Predigt über das Lied "Amazing grace" und seinen Autor John Newton / Pfarrer Friedhelm Bühner

Das Leben des John Newton als Sklavenhändler und seine Bekehrung ...
siehe www.wikipedia.de 


Lied "Amazing grace" gesungen auf englisch mit "Ruck Zuck Band" 
der Lebenshilfe Pforzheim e. V. 


Ansprache

          „O Wunder der Barmherzigkeit, du Licht in meiner Nacht!

Ich war verirrt, dem Tod geweiht, du hast mich heimgebracht“

Das hat John Newton gedichtet, 

nachdem er aufgehört hat, Sklaven in Amerika zu verkaufen

und erkannt hat, dass er selber ein Sklave der Sünde war. 

Wie ein Blitzstrahl aus der Höhe 

hat ihm Gott gezeigt, wer er in Wirklichkeit war: 

Ein verlorener Mensch, obwohl er alles hatte, sogar zur oberen 

Gesellschaft gehörte: 

- Ein großes Sklavenschiff, Geld, Macht ...

Aber er lebte sein Leben ohne Gott: 

- Obwohl auch er wahrscheinlich als Kind einmal getauft 

worden war, 

- obwohl auch er ganz bestimmt einmal  im christlichen 

Glauben unterwiesen worden war. 

Aber das alles war jetzt ganz weit weg für ihn. 

Das war einmal, das war die Kindheit. 

Jetzt lebte er für andere Ziele. 

Für Gott hatte er schon lange keine Zeit mehr und - was notwen-

digerweise daraus folgt - schon bald auch keinen Nerv mehr. 

Je mehr er sich von ihm entfernte, je überheblicher und 

spöttischer wurde er. Aber auch die Menschen verachtend, 

von den Sklaven ganz zu schweigen. 

Die waren für ihn eh nur Dreck, wertvoller Dreck um Geld zu 

verdienen. 

„O Wunder der Barmherzigkeit, du Licht in meiner Nacht!

Ich war verirrt, dem Tod geweiht, du hast mich heimgebracht“

Dichtet er jetzt nach seiner Bekehrung. 

Nachdem er erkennt: Ich war ein voll und ganz verlorener Mensch!

Hätte Gott heute mein Schiff untergehen lassen und mich 

und die Sklaven an Bord nicht gerettet, 

ich wäre zur Hölle gefahren - mit meinem ganzen Hochmut, 

mit meiner Überheblichkeit. 

Aber Gott hat mich eingeholt. 

Er war immer noch auf der Suche nach mir und wollte mich 

retten, bevor es zu spät für mich ist.

„O Wunder der Barmherzigkeit ...“ 

Nun sind wir heute keine Sklavenhändler. 

Und trotzdem drückt dieses Lied von John Newton eine Wahrheit

aus, die uns Menschen total unbequem ist und die für alle 

Menschen gilt: 

Jeder Mensch, der die Gnade Gottes in seinem Leben noch 

nicht angenommen hat, ist ein verlorener Mensch, sagt die Bibel.

Denn die Gnade Gottes brauchen nicht nur Sklavenhändler 

und böse Menschen, sondern auch die Anständigen und gut

Erzogenen. 

Niemand ist von Natur aus so gut und dankt Gott, wie es ihm 

zustehen würde. Sondern folgt seinen eigenen Zielen und 

Plänen und kann deshalb von Gott nicht angenommen werden.

Der Apostel Paulus schreibt davon in seinem Römerbrief (1+2). 

Und John Newton, der ganz bestimmt keine Bibel mit an Bord

seines Schiffes hatte, so dass er darin hätte lesen können,

als der schreckliche Sturm los ging, 

dem lässt Gott in dieser Situation ein Flutlicht aufgehen. 

Er darf erkennen, wer er wirklich vor Gott ist. 

Wie er vor Gott dastehen würde, wenn er jetzt sterben müsste: 

„(Ich bin) verirrt, dem Tod geweiht“ - Keine Chance auf Annahme!

Es sei denn, Gott gewährt mir Gnade, 

Barmherzigkeit“, unverdient. 

Und darum fleht er. 

Wie der verlorene Sohn in der Bibel wendet er sich zurück 

an seinen Ursprung, fällt vor ihm nieder und bittet um Gnade. 

Und dieser Vater schenkt sie ihm. 

Am tiefsten Punkt seines Lebens erlebt John Newton das größte 

Wunder, das es für uns Menschen gibt: „Das Wunder der 

Barmherzigkeit Gottes“

die Vergebung seiner Sünden. 

Gott nimmt ihn wieder an als sein Kind. 

In der Schriftlesung heute haben wir davon gehört:

„So sehr hat Gott die Welt geliebt, 

dass er seinen eingeborenen Sohn (Jesus, für mich) dahin gab, 

damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren wird, 

sondern das ewige Leben hat“ (Joh 3,16). 

Dieses Bibelwort ist die frohe Botschaft von der Gnade Gottes, 

die nicht nur John Newton „heimgebracht“ hat, sondern auch 

viele Menschen in unseren Tagen, die begonnen haben, 

ihr Leben mit Jesus noch einmal neu zu beginnen. 

Mit seiner Gnade. 

Mit Vergebung, ohne die es keinen Neuanfang gibt, keine 

Rettung. 

Aber Gott schenkt sie, wenn Menschen ihn darum bitten. 

Er hat es in der Bibel versprochen. 

Aber nicht nur versprochen, sondern gehandelt: Er hat 

Jesus für jeden Menschen am Kreuz sterben lassen. 

Weil wir den Rückweg aus uns selber nicht schaffen können. 

So stark ist seine Liebe. 

Und so mächtig wird sich auch seine Gnade auswirken, 

wo ein Mensch sein Leben Jesus ganz vor die Füße legt 

und neu beginnt. 

Da verändert sich nicht nur die Schale, sondern alles. 

John Newton hat fortan für die Abschaffung der Sklaverei

in England gekämpft. Wenigei Jahre nach seinem Tod ist sie 

Wirklichkeit geworden.

Und sein Lied wirkt noch heute fort, lädt ein, die Gnade Gottes

anzunehmen. Wenn es verstanden wird. 

Und wenn Menschen sich von Gott retten lassen. 

Dazu möchte ich auch heute einladen, weil es keine bessere

und befreiendere Botschaft gibt auf der ganzen Welt. 

„O Wunder der Barmherzigkeit, du Licht in meiner Nacht!

Ich war verirrt, dem Tod geweiht, du hast mich heimgebracht. 

Die Gnade hat mich aufgeschreckt, aus falscher Sicherheit, 

den Glauben dann in mir geweckt, aus aller Angst befreit. 

In Nöten, Mühsal und Gefahr, hat Gnade mich bewahrt; 

ich weiß, sie führt mich wunderbar, bis hin zur letzten Fahrt. 

Wir werden einst nach dieser Zeit, Gott loben immerdar. 

Und rühmen die Barmherzigkeit, die unsere Rettung war.“

Wir singen dieses großartige Lied zum Schluss auf deutsch. 

Lied "O Wunder der Barmherzigkeit" (Amazing grace)

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Dieser Artikel wurde von Pfarrer Bühner erstellt.

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