2008-12-26

26.12.2008 Liedpredigt über EG 37,1 im Gottesdienst mit Kinderchor und Jungbläsergruppe / Pfarrer Friedhelm Bühner

Predigt mit Leine und Texten an Wäscheklammern ...

 

Liebe Kinder, liebe Erwachsene, 

 

es gibt ein Lied in unserem Gesangbuch, das wir am Heilig

Abend schon gesungen haben und das uns dazu bringen kann, 

dass wir mit dem Kind in der Krippe wirklich ins Gespräch kommen. 

Paul Gerhardt hat das Lied gedichtet, das die allermeisten von 

uns kennen „Ich steh an deiner Krippen hier o Jesu du mein Leben; 

ich komme, bring und schenke dir, was du mir hast gegeben. 

Nimm hin, es ist mein Geist und Sinn, Herz, Seel und Mut, 

nimm alles hin und lass dir‘s wohl gefallen ...“

 

 

Ich

Dieses Lied beginnt mit „Ich“ ...

Geht das überhaupt? 

Schon Euch Kindern versuchen doch die Eltern beizubringen: 

Es heißt nicht »Ich und meine Mutter«, sondern „meine Mama

und ich“, also andersherum. 

 

Aber hier, ausgerechnet am „Fest der Liebe“, soll es vorne stehen?

Kann das sein?

Müsste da nicht „Gott“ stehen und was er tut?

 

Aber der Liederdichter hat mit voller Absicht „Ich“ am Anfang ge-

schrieben. 

Hat jemand eine Idee, warum er das tut? 

 

Nun, weil es ja auch um uns geht in der Weihnachtsgeschichte. 

Weil wir darin vorkommen und weil das nicht nur eine längst

vergangene Geschichte ist. 

An Weihnachten soll auch jeder von uns sich melden: „Hier, Gott, 

hier bin ich!“ - Du hast mich doch gerufen!

 

 

Jetzt heißt das zweite Wort „steh“, „Ich steh ...“

 

Steh

Die meisten Menschen jagen und hetzen in der Weihnachtszeit. 

Da stehen wir nur ganz selten. 

Wir haben so viel zu tun, denken wir. 

Aber: Ist ein Weihnachtsfest nicht ganz umsonst, an dem wir nicht

still stehen und staunen, mit großen verwunderten Augen?

Worüber können wir denn staunen an Weihnachten? (> Jesus ...)

 

Dass Er in die Welt gekommen ist von Gott, da können wir 

nur staunen!

Da ist die Tür aus der Ewigkeit aufgegangen.

Und wir können eigentlich nur noch „stehen“!

Nicht mehr länger Zuschauer von Ferne bleiben, vielleicht aus 

dem Fernsehsessel, weil wir in diesen Tagen so viel Zeit haben ...

 

„Ich steh ...“ heißt es in diesem Lied. 

Und das möchte ich auch. 

Vor Jesus stehen. 

 

 

An deiner Krippe

Auch wenn es ein komischer Thronsaal ist, ein seltsamer Platz, 

wo normalerweise Könige nicht sind. 

An der Krippe, da riecht man das Parfüm des Elends. 

Es rennen keine Hofdamen und Diener herum. 

Aber Sie sind ja auch gar nicht so wichtig. 

Nur Jesus ist wichtig. 

 

Und wenn ich an seiner Krippe stehe, dann ist er mir ganz nah. 

Und ich überlege: Wie groß muss doch der sein, 

der es sich leiten kann, so beschämende klein zu sein. 

So klein, dass auch der letzte Außenseiter sich hier noch 

willkommen fühlen darf. 

Denn wo Jesus ist, da ist Gott. 

„Gottes Herberge zur ewigen Heimat“. 

 

 

Hier

Wieso „hier“? 

Wir leben doch nicht mehr in Bethlehem, sondern 2000 Jahre später. 

„Ich steh an deiner Krippen hier ...

Also auch heute, hier in Schwann!

 

Und das stimmt. 

Das „Christkind kommt zwar nicht alle Jahre wieder“, sondern ist 

ein einziges Mal in Bethlehm zur Welt gekommen, aber auch wir 

heute werden von Gott herein geholt. 

Können mitten dabei sein, umleuchtet wie damals. 

So dass Jesus, der ja kein Baby geblieben ist, sogar alle Tage Deines

Lebens bei Dir ist. 

Wenn Du das wilst ...

 

 

O Jesu, du...

Da ist es wieder, das große „Du“, mit und zu dem wir jeden Tag beten

dürfen: „Du, Jesus!“ 

Und es kommt mir vor, als will der Liederdichter sagen: Ich höre da eine

leise Stimme aus der Krippe, die uns fragen will: 

„Mensch, Du, sag, hast Du mich lieb?“

 

Und ich darf ihm froh ein Lebenszeichen geben!

 

 

Mein Leben

Darauf kommt es Jesus an. 

Und der Liederdichter sagt: Mein Leben, das liegt dort, beim Kind in 

der Krippe!

 

Wenn ich nur diesem Kind gehöre, das ja Gottes Weihnachtsgeschenk

ist, dann weiß ich: Da hat sich Gott selber mir geschenkt!

Und ich darf dieses Geschenk annehmen, in Empfang nehmen. 

Und wenn ich das tue, dann habe ich „mein Leben“ bekommen. 

„O Jesu, du (bist jetzt) mein Leben!“

Ich werde mit ihm einmal im Himmel sein, Angst und Tod können

mir nichts mehr anhaben.

 

Gott schenkt uns Jesus 

und wer an diesem Geschenk nicht achtlos vorüber geht, sondern 

sich darüber freut, der bekommt das ewige Leben geschenkt, das Jesus

bringt. Sein Leben ist dann wie das Leben von Jesus. Es ist unzerstörbar

und da ist alles vergeben, was mich bisher von Gott getrennt hat.  

 

 

Ich komme, bring und schenke dir

 

So geht das Weihnachtslied weiter. 

Jetzt beginnt dieser froh gewordene Mensch so richtig wuslig zu werden. 

Er wird lebendig, so wie Kinder Gottes immer für Jesus unterwegs sein 

wollen. Die Freude macht ihnen Beine. 

»Jesus, Du hast Dich selber mir zum Geschenk gemacht, 

hast mir damit mein Leben gebracht, 

hier ist jetzt mein kleines Dankeschön, mein Weihnachtsgeschenk für Dich!«

 

 

...Was du mir hast gegeben

»Aber was kann ich IHM schon bringen? 

Dir, dem Schöpfer, gehört doch sowieso schon alles. 

Sogar das Gold, der Weihrauch und die Myrrhe, die die Weisen aus dem 

Morgenland vor Dich hingelegt haben ...

 

Ich kann Dir nur »zurückgeben«, was Du mir gegeben hast. 

Mein ganzes Leben soll jetzt für Dich leben, alles, was ich bin und habe ...

Weil ich jetzt Dir gehöre, will ich Dir auch alles zur Verfügung stellen.

Mach‘ mit mir, was du willst!

 

 

Nimm hin, es ist mein Geist und Sinn, Herz, Seel und Mut, nimm 

alles hin 

Nicht etwas will ich Dir geben, das wäre ja ein miserables

Weihnachtsgeschäft, sondern „Nimm mich!“

„Nimm mich und das Meine!“

 

 

Und lass dir’s wohl gefallen

Das ist meine Weihnachtsbitte! 

Dass mein Leben etwas sei, was zur Gott zur Ehre dient. 

Und dass ich IHM immer mehr gehorchen lerne und immer

mehr mit ihm rechne, jeden Tag!

Ob es mir gut geht oder schlecht!

Weil ich weiß: Dieses Geschenk Gottes kann mir niemand 

mehr nehmen und kann Gott nicht genug dafür dankbar sein!

Amen

 

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Dieser Artikel wurde von Pfarrer Bühner erstellt.

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