2008-12-02 Seniorenwohnheim

Predigt über das Adventslied "Macht hoch die Tür, die Tor macht weit" (EG 1) / Pfarrer Friedhelm Bühner

 

Liebe Gemeinde im Seniorenwohnheim Schwann, 

man schrieb das Jahr 1623. In Europa tobte der 30jährige Krieg:

Tod, Leid und bittere Armut hatte er den Menschen gebracht. 

Im fernen Königsberg zog im Spätherbst des Jahres -

der polnische König Wladislaw IV. ein. 

Er kam zu Verhandlungen.

Die ganze Stadt war auf den Beinen und in den Straßen jubelte 

man ihm zu!

 

Georg Weissel, Pfarrer der Altrossgärtner Kirche Königsbergs 

aber lag schwer krank in seinem Bett. 

Ob er am 1. Advent wohl den Gottesdienst halten könnte? 

 

Von seinem Bett aus konnte er das schöne Eingangsportal 

seiner Kirche sehen. Und er hörte den Jubelgesang der Menge. 

Da verwandelte sich plötzlich für ihn das Bild!

Die Verheißungen des AT nahmen Gestalt an und er sah den ganz

anderen König:

Keinen, der Blut und Tod bringt! 

Keinen auf einem stolzen Ross! 

 

Nein, dieser König war ganz anders als der Polenkönig Wladislaw!

Auch ganz anders als alle bis dahin bekannten Könige und 

Herrscher dieser Erde.

 

Das Tor seiner Kirche verwandelte sich für diesen kranken 

Pfarrer bei diesem Erleben in ein Stadttor 

oder das Tor des alten Tempels von Jerusalem,

vor dem die Priester und Leviten den 24. Psalm sangen:

"Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch!",

Ja, "macht hoch die Tür, die Tor macht weit!" und es entstand 

vor dem inneren Auge dieses Pfarrer dieses großartige Adventslied!

 

Er selber konnte keinen Gottesdienst mehr halten.

Sondern starb bereits in den Januartagen des darauffolgenden Jahres.

Trotzdem ist er zum Adventsboten geworden dieses großen "Königs aller

Königreich"! 

 

Aber was für ein König?  

 

1. Er ist der König Gottes.

Georg Weissel hat den ganz anderen König gesehen! 

Was waren doch die Herrscher ihrer Zeit für schlechte Vorbilder! 

Da waren die Könige und Feldherren des 30jährigen Krieges: 

Unfähig zum Frieden mordeten sie in Dörfern und Städten und 

zerstörten die Länder. 

 

Da gab es sogar in Israel Könige wie einen "Zedekia", deren 

Name "Gott ist gerecht" hieß und selbst der hat Gott keine 

Ehre gemacht!

Er war willensschwach und charakterschwach und hat sein 

Volk in den Untergang geführt. 

Er hat nicht auf die Propheten Gottes gehört. 

Gewollt hat er vielleicht schon, aber er hat es nicht durch gehalten!

 

Immer wieder folgen Menschen falschen Ratgebern, falschen Hirten

und laufen damit schnell ins Verderben. 

Auch in unseren Tagen ist das so. 

Da sind wir so fasziniert von Leuten, die gut reden können, 

die nach außen "glänzen", aber sie alle sind Könige auf Zeit. 

 

Das hat der Dichter  unseres Adventsliedes gemerkt und 

seinen Blick gewendet zum "König Gottes", 

zu dem, er uns aus der Höhe besucht, dem Sohn Gottes. 

ER wird ein Neues schaffen!

ER wird wird treu sein!

ER wird ein echter Helfer sein!

 

Aber wie sieht dieser König denn aus? 

 

Er hatte keine Krone auf dem Kopf. 

Stattdessen wird er einmal eine Dornenkrone tragen!

Er hatte Heere - Engelsheere. 

Aber: Er hat sie nicht eingesetzt!

Er war gerecht. 

Aber: Er hat seine Gerechtigkeit hergegeben!

Er ist am Kreuz gestorben, um uns gerecht zu machen!

 

Und so hat Georg Weissel ganz großartig gedichtet: 

"Sein Königreich ist Heiligkeit, sein Zepter ist Barmherzigkeit;

all - unsre Not zu End er bringt; derhalben jauchzt, mit Freuden

singt: Gelobet sei mein Gott mein Heiland groß von Tat"

(Wir singen die Verse 1+2 von "Macht hoch die Tür, die Tor macht 

weit, Lied Nr. 1 im EG)

 

 

Wer ist dieser König? 

 

2. Er ist der König, der recht regiert.

Jesus, den wir erwarten, ER schaut wirklich auf den Willen Gottes, 

ER ist ihm ganz gehorsam!

Und ER sieht die Not dieser Welt. 

ER sieht meine und Deine Not!

Wie auch immer es Dir gehen mag, ob Du noch Besuch 

bekommst oder ob schon lange niemand mehr gekommen ist ...

ER sieht Dich!

ER hilft Dir!

ER ist "gerecht" und wird alles wohl hinaus führen!

 

Ganz oft steht in der Bibel von Jesus, dass er "gesehen" hat, z. B. 

- hat er den Zachäus gesehen, der auf einem Baum saß, 

- er hat die Aussätzigen, die Blinden und Kranken gesehen, 

auch Sie hier im Heim "sieht" er und hört, wenn Sie 

zu IHM beten oder wenn wir heute morgen das 

Abendmahl zusammen feiern. 

Und wenn er "sieht", dann hilft er auch. 

 

Er "sieht" die Not jedes einzelnen!

Und er "sieht" sogar die innere Leere von uns Menschen!

Den Hunger nach wirklichem Frieden, nach Erlösung!

ER "sieht" ihn!

Er sieht, wenn wir kaputt und müde sind, wenn nicht mehr aus 

noch ein wissen!

Er sieht, wenn jemand noch Schuld mit sich herum schleppt 

und sie gerne abgeben will bei IHM!

 

ER ist auch unser König, der uns vergibt und der sich nur eines

wünscht, dass auch wir IHM ganz gehören wollen. 

Ja, "wohl dem Land und wohl der Stadt, so diesen König bei sich hat"

(Wir singen die Verse 3+4)

 

Wer ist dieser König? 

 

3. Er ist der König, der Frieden schenkt

Noch gibt es in unserer Welt ganz viel Terror und Gewalt, 

noch werden Menschen unterdrückt und haben wenig zu lachen. 

Aber vergessen wir eines nicht: 

Wo unsere Hoffnungen am Ende sind, da kann Gott noch 

ganz viel machen!

Und das wird er auch tun!

 

Am Ende der Zeit wird Gott einmal alles auf den Kopf stellen, 

was wir heute sehen: 

Da wird es wirklichen Frieden geben!

Da wird Jesus sichtbar regieren und alle, die IHM heute ihr

Leben schon anvertrauen, werden dabei sein in seinem Reich!

 

Wer heute Jesus in sein Leben aufnimmt, 

der darf wissen: ER ist unser König!

ER hat die Geschichte (alles!) in seiner Hand! 

ER regiert!

Nichts geht an IHM unbesehen vorbei!

 

Und er wird einmal wiederkommen um die Lebenden und die 

Toten zu richten. Dann wird Friede sein!

 

Und deshalb ist auch auch eine große erwartung in der Advents-

zeit, dass Jesus wiederkommen wird. 

Um sein Reich aufzurichten, um allem Leid und Elend ein 

Ende zu machen. 

 

Sind wir dann dabei?  

Haben wir / Sie diese Hoffnung auf die Ewigkeit? 

Trauen wir / Sie das dem König Jesus Christus zu? 

 

Wenn wir es ihm zutrauen, 

dann können wir mit dem Liederdichter auch den letzten Vers 

seines Adventslieds singen.

Für ihn war diese Hoffnung genug. 

Er konnte mit ihr sterben, weil er wusste:

Dieser Herr führt mich den Weg zur ewgen Seligkeit.

Dort ist wirklicher Friede.

 

Lasst uns also zum Abschluss bitten:

"Komm, o mein Heiland Jesu Christ ..." (Wir singen gemeins. V5)

Amen

  




Dieser Artikel wurde von Pfarrer Bühner erstellt.

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