2008-11-19 Buß- und Bettag mit Konfirmanden

Anspiel der Konfirmanden "40.000 Punkte" von Thorsten Hebel mit Ansprache zu Lukas 13,22-30 / Pfarrer Bühner

Liebe Konfirmanden, liebe Gemeinde, 

 

Jürgen Noske steht im Vorzimmer zum Himmel und 

ist frustriert, ja entsetzt. 

Da hat er doch sein Leben lang geglaubt, „Punkte“  zu sammeln, 

die auch Gott einmal beeindrucken sollten und jetzt so was: 

Gerade mal 4-5 Punkte bringt sein Leben zusammen und 

das obwohl sein Leben doch nicht schlecht war, 

na ja, die Frau des Kollegen war so ein schwarzer Tag dazwischen, 

aber ganz unschuldig war sie bestimmt auch nicht. 

Und außerdem ist er doch auch nur ein Mensch!

 

Auf jeden Fall war er getauft, er war konfirmiert, kirchlich

verheiratet und auch so bestattet. 

Gibt das nicht satte „Punkte“ für den Himmel?

 

Also, um es gleich zu sagen: Das gibt schon Punkte, aber 

wie wir gesehen haben, muss noch etwas Anderes dazu kommen, 

sonst kann das unmöglich gelingen ...

Oder genauer gesagt, da muss noch Jesus dazukommen

und das nicht einfach so, sondern er muss zuerst mein ganz 

persönlicher „Herr“ werden. Der, dem ich gehöre. 

Nur das gibt so viel Punkte, dass mir der Himmel aufgeht. 

 

Ich lese aus dem Lukas-Evangelium, Kapitel 13 die Verse 22-30

Von der engen Pforte und der verschlossenen Tür

22 Und Jesus ging durch Städte und Dörfer und lehrte und nahm 

seinen Weg nach Jerusalem.23 Es sprach aber einer zu ihm: 

Herr, meinst du, dass nur wenige selig werden? Er aber 

sprach zu ihnen: 24 Ringt darum, dass ihr durch die enge Pforte 

hineingeht; denn viele, das sage ich euch, werden danach trachten, 

wie sie hineinkommen, und werden's nicht können. 25 Wenn der 

Hausherr aufgestanden ist und die Tür verschlossen hat und ihr 

anfangt, draußen zu stehen und an die Tür zu klopfen und zu sagen: 

Herr, tu uns auf!, dann wird er antworten und zu euch sagen: Ich 

kenne euch nicht; wo seid ihr her? 

26 Dann werdet ihr anfangen zu sagen: Wir haben vor dir gegessen 

und getrunken und auf unsern Straßen hast du gelehrt. 27 Und er 

wird zu euch sagen: Ich kenne euch nicht; wo seid ihr her? 

Weicht alle von mir, ihr Übeltäter! 

28 Da wird Heulen und Zähneklappern sein, wenn ihr sehen werdet 

Abraham, Isaak und Jakob und alle Propheten im Reich Gottes, 

euch aber hinausgestoßen. 29 Und es werden kommen von Osten 

und von Westen, von Norden und von Süden, die zu Tisch sitzen 

werden im Reich Gottes. 30 Und siehe, es sind Letzte, die werden 

die Ersten sein, und sind Erste, die werden die Letzten sein.“

 

„40.000 Punkte“ - in diesem Wort von Jesus geht es gewisser-

maßen auch um diesen Passierschein, von dem wir im Anspiel der 

Konfis gehört haben. 

Ein Passierschein, von dem die meisten Menschen meinen, 

dass man sich den erarbeiten kann im Leben, 

- durch Taufe und Konfirmation, 

- durch ein ordentliches Leben, das Gott doch gefallen müsste, 

- um eigene Anstrengungen, die „punkten“ sollen. 

Der aber so nie erreicht werden kann, 

weil der Preis dafür offenbar so hoch ist, dass wir alle - uns - ihn 

gar nicht leisten, nicht verdienen können. 

 

Und das Spannende dabei ist: Es gibt offenbar Leute, die diesen 

Passierschein schon mitbringen, wenn sie auf einmal

im Vorzimmer des Himmels stehen, 

Menschen, die die „40.000 Punkte“ schon auf ihrem Konto haben, 

obwohl sie vielleicht ganz abgewrackte Typen sind, 

Menschen mit viel auf dem Kerbholz,

bei denen man denken müsste, dass sie vor allem Minuspunkte

mitbringen - und die trotzdem in den Himmel einfach „durchgewunken“ 

werden. Wegen dieses „Gutscheins“ in ihrer Hand. 

 

Wahrscheinlich habt ihr und haben Sie es längst gemerkt, 

was es mit diesem „Gutschein“ auf sich hat: 

Er stammt von Jesus, 

- der mit diesem Menschen eine lebendige Beziehung eingehen durfte,

- der mit diesem Menschen einen ungleichen Tausch machen durfte: 

> GIB DU MIR DEINE SÜNDE, DANN GEBE ICH DIR EIN

  NEUES LEBEN! 

> DANN GEHÖRST DU MIR UND FOLGST MIR NACH

„AUS GANZEM HERZEN, AUS GANZER SEELE UND 

MIT ALL DEINER KRAFT“ 

Und dieser Besitzer-Wechsel ist der „Gutschein“, der „40.000 Punkte“

bringt, ist uns das wirklich klar?!

Dass ich dadurch unvergleichlich mehr bekommen kann, als ich mir 

selber jemals erarbeiten könnte durch Gutes tun und eigene 

Anstrengungen!

 

Aber um nicht falsch verstanden zu werden: Gutes tun und sich 

entschuldigen bei Menschen und Gott, wenn es nötig ist, das gefällt

Gott, er erwartet das sogar. 

Damit das in unserem Land nicht noch völlig vergessen wird, 

halten wir ja auch den Buß- und Bettag hoch, obwohl er mitten in der

Woche liegt. 

Gott will keine Überflieger. 

Er verteilt auch keine Persilscheine für das, was selbst Christen noch 

alles verbocken. Aber sie dürfen zu ihm kommen und dafür um 

Vergebung bitten. Und das freut Gott und er fängt mit mir von vorne an!

Das können wir heute auch im Abendmahl erleben.

 

Aber am Wichtigsten ist für Jesus, dass wir schon lange bevor wir im 

Vorzimmer des Himmels stehen, durch eine „Tür“ gehen, von der 

Jesus in diesem Bibelwort spricht. 

Eine „enge“ Tür, kein schmuckes Portal und auch nicht die Kirchentür, 

durch die man locker-flockig hindurch schreiten kann, sondern 

eine „enge“ Tür, durch die ich mich zwängen kann, was Angstrenung

kostet. Aber durch die jeder, der zu Gott will, wirklich gehen kann!

 

Und Jesus fordert jeden auf: „Ringt darum!“

Das geht nicht von selbst. 

Dazu braucht es alle Kraft und Energie. 

Wie in einem Ringkampf geht es um Gewinnen oder Verlieren, 

um das Durchkommen oder Zurückbleiben. 

 

Und diese Tür steht jetzt noch offen.

Sie heißt „Jesus“, das Eintreten in eine lebendige Beziehung mit IHM. 

Wer diesen Schritt macht, diesen Schritt macht, um den man „ringen“

muss, der ist schon drin im ewigen Leben, 

hat mit Jesus den Passierschein, die „40.000 Punkte“ für den Himmel

in der Hand und kann ruhig leben, bis er stirbt 

und ist danach für immer am Ziel. 

 

Umgekehrt aber gibt es auch ein zu spät, 

die größte Täuschung, der leider so viele Menschen folgen, dass

sie meinen, selber genug Punkte für die Ewigkeit bei Gott 

sammeln zu können. 

Und am Ende stehen sie vor einer verschlossenen Tür, obwohl 

sie so nah an Jesus dran waren, aber den letzten Schritt hin zu 

IHM nicht gegangen sind. 

Sie wollten seinen Gutschein nicht. 

Wie traurig muss das sein?

 

So lädt uns Jesus auch heute noch ein: Komm doch zu mir!

Ich gebe Dir, was Du Dir selbst nicht geben kannst. 

„40.000 Punkte“ für das ewige Leben. 

Wenn Du sie willst. 

Amen

 

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Dieser Artikel wurde von Pfarrer Bühner erstellt.

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