2008-07-06 Gottesdienst im Grünen

Predigt zu einem Anspiel des Jugendkreises mit Bezug auf Philipper 3,14 / Pfarrer Friedhelm Bühner
Anspiel „Der Lauf des Lebens“ (aus: T. Geiger, ErlebnisGottesdienste
für Konfirmanden und ihre Eltern, Calwer, 2002, S. 67ff)



Ansprache


Liebe Gemeinde im Grünen, liebe Kinder, Erwachsene, Konfirmanden,

was bringt uns nach vorne im Leben?
Schönheit? Intelligenz? Geld?
Oder schneidet der am Besten ab, der jede Menge Spaß hat
und sich amüsiert?

Fünf verschiedene Typen haben wir gesehen - aber nur einer hat
das Ziel erreicht!
Nur einer hat kapiert, worauf es ankommt.
Die anderen haben gemeint, sie könnten die Regeln selber festlegen
und ihr eigenes Spiel spielen.

„Ich bin so schön, ich kann gar nicht verlieren“, sagt Vanessa.
Wenn wir uns umschauen im Alltag, dann stimmt das ja auch:
Schöne Menschen haben‘s leichter.
Wer attraktiv ist, wird beachtet und findet schnell Freunde.

Aber Stefan Schlaukopf sagt: „Mit Grips im Kopf kommt man immer
nach vorne.“
Auch das ist richtig: Es ist ein Vorteil, wenn man seinen Kopf nicht
nur zum Haarewaschen einsetzt.
Wer was erreichen will im Leben, muss die richtigen Antworten wissen!

Als nächstes kommt Gerhard Geldack mit seinem Motto: „Für Geld
bekommt man alles!“
Ohne Moos nix los, ohne Knete keine Fete, Geld regiert die Welt.
Ein paar Scheine mit der richtigen Zahl drauf und schon läuft der Laden.

Für Johnny Joystick dagegen ist das Leben ziemlich einfach: „Ich will
Spaß haben!“ - Hauptsache, iPod und Gameboy funktionieren - alles
andere ist ihm egal.

Alle vier wollen das Beste für sich herausholen - und doch sind sie am
Ende die Verlierer.
Schönheit, Intelligenz, Geld und Spaß haben - vier Möglichkeiten,
um das Leben zu gestalten.
Doch gewinnen kann man damit nicht.
- Weil das Leben kein Laufsteg ist, wo wir unsere Schokoladenseite
    präsentieren können;
- das Leben ist kein Quiz, bei dem es auf unser Wissen ankommt;
- keine Versteigerung, wo wir uns so viel leisten können, wie wir zu
    bieten haben;
- und auch kein Vergnügungspark mit Spaß ohne Grenzen.

Aber was ist das Leben dann?
Gibt es ein Ziel wie bei einem Wettlauf?
Und bleiben am Ende tatsächlich einige als Verlierer auf der Strecke?

Den Vergleich des Lebens mit einem Wettlauf haben wir uns nicht
selber ausgedacht. Er steht schon in der Bibel drin.
Als der Apostel Paulus vor 2000 Jahren nach Griechenland gekommen
ist, ist er dort auf sportbegeisterte Menschen gestoßen.
Fast alle Sportarten der Leichtatlethik waren schon bekannt - schließlich
haben die alten Griechen die Olympiade erfunden.

Und bestimmt ist Paulus auch einmal in einem Stadion gewesen und
hat die Begeisterung gespürt.
Ganz oben in der Beliebtheit stand damals der 400-Meter-Lauf.
Wer hier gewinnen konnte, war ein gemachter Mann.
Der Sieger ist mit Geschenken überschüttet worden,
brauchte keine Steuern mehr zu bezahlen und seine Heimatstadt
spendierte ihm lebenslang ein Mittagessen.
Der zweite Platz dagegen war nichts wert.
Nur der Sieg zählte.

Und auf den besten Plätzen an der Zielgerade, da saßen die oberen
Zehntausend und wetteten hohe Summen auf ihre Favoriten.
Von einer Minute auf die andere sind ganze Vermögen verloren
gegangen.

Aber wenn einer der reichen Kaufleute sein Geld davon schwimmen
sah, dann hat er auch schon mal in die Trickkiste gegriffen:
So konnte es vorkommen, dass dem führenden Läufer plötzlich ein
Goldklumpen vor die Füße geworfen wurde.
Und in Sekundenschnelle musste sich der Sportler entscheiden:
Bleibe ich stehen?
Bücke ich mich und hebe das Gold auf?
Oder laufe ich weiter um zu gewinnen?
Behalte ich das Ziel im Auge oder lasse ich mich von anderen
Dingen ablenken?

So mancher ist stehen geblieben und dann von den Nachfolgenden
überholt worden!
Andere sind weiter gelaufen: Der Sieg war ihnen mehr wert!
Vielleicht hat Paulus einmal so einen spannenden Augenblick mit-
erleben können!?

An einer Stelle in der Bibel jedenfalls vergleicht er sein Leben mit
einem Wettlauf. Er schreibt:
    „Ich halte geradewegs auf das Ziel zu, um den Siegespreis
    zu gewinnen. Dieser Preis ist das ewige Leben, zu dem Gott
    mich durch Jesus Christus berufen hat.“ (Philipper 3, Vers 14)

Vorhin haben wir gesehen:
Es gibt Menschen, die falsche Schwerpunkte setzen.
Da dreht sich alles um mich selbst:
    - um meine Schönheit und mein Wissen
    - um mein Geld und meinen Spaß.
Und bei diesem Um-mich-selber-Drehen verliere ich das Ziel aus
den Augen.
Ich kann nicht mehr einschätzen, worum es im Leben wirklich geht
Und davor will uns Paulus warnen.

Er kann ganz genau sagen, was das Ziel seines Lebens ist:
Das neue Leben mit Gott, das er als junger Mann gefunden hat,
als er umgekehrt ist und Jesus erkannt hat.
Dafür lässt er jetzt alles stehen und liegen.
Nichts und niemand darf ihn ablenken.
Alles andere muss dahinter zurück stecken!
Jesus allein - das ist jetzt sein Ziel im Leben.

Aber ist dieses Ziel wirklich den vollen Einsatz wert?
Gibt es nicht auch noch andere Dinge, für die es sich zu leben lohnt?
Wie viele Todesanzeigen unserer Tage bringen es zum Ausdruck!
Da steht oft in großer Ehrlichkeit, was einem Menschen wirklich
wichtig war!

Aber Paulus würde antworten:
Alles, was Jesus im Weg steht, verhindert letztendlich deinen Sieg!
Das Ziel des Lebens, das ich dir Augen stelle, ist gerade deshalb
wo wertvoll, weil es dich von anderen Dingen frei macht!

Im Anspiel haben wir gesehen, wie Menschen sich festgelegt haben
auf Schönheit, auf Leistung und Wissen, auf Geld und Spaß.
Aber wenn ein Mensch sein Leben auf Jesus hin ausrichtet,
dann holt ihn das heraus aus diesen Festlegungen:
    - Da muss ich nicht mehr ein Sklave meines Spiegelbildes sein
        und ein Leben lang Komplexe mit mir herumtragen wegen
        einer zu großen Nase oder wegen schiefer Zähne.
    - Da werde ich nicht aussortiert, wenn mein Intelligenzquotient
        vielleicht nur zweistellig ist.
    - Da bin ich mehr wert als mein Kontostand und das, was ich
        mir alles an Luxus leisten kann.

Da erlebe ich: Durch Jesus ruft Gott mich zu sich.
Er schenkt mir, wenn ich das will, ein ganz neues und ewiges Leben,
ich kann jetzt ganze Sache mit ihm machen.
Und das ist Freiheit!

Meine Fähigkeiten und Stärken, aber auch meine Fehler und
Schwächen darf ich mitbringen.
Aber - und das ist das Entscheidende! - Ich muss nicht bleiben,
wie ich bin.
Die für mich jetzt alles entscheidende Größe „Jesus“ - verändert mich,
macht mich zu einem anderen Menschen.

Hören wir noch einmal Paulus: „Ich halte geradewegs auf das Ziel zu,
damit ich den Siegespreis gewinne!“
Darum geht es ihm und darum sollte es uns gehen:
    - Dass wir alle, die wir heute beim Gottesdienst im Grünen sind,
        einmal Sieger sind und nicht Zweiter, Dritter oder gar
        Vierter im Ziel. Weil dieser Platz nichts wert ist.
Und es geht darum, dass wir uns nicht ablenken lassen.

Wir alle sind berufen, das ewige Leben mit Jesus zu gewinnen.
Keiner ist chancenlos, keiner zu unsportlich, keiner noch zu jung oder
schon zu alt.
Jesus hat versprochen: Ich mache es möglich!

Aber du musst mir Dein Leben dazu voll und ganz zur Verfügung stellen!
Dann wirst Du als allererstes eine unbändige Freude verspüren
und ich werde Dir die Kraft und Ausdauer zukommen lassen,
die du brauchst.

Es geht um den Siegespreis des ewigen Lebens.
Um alles oder nichts.

Und Paulus sagt: Mit Jesus - vor allem anderen - gewinnst Du!
Stehst Du am Ende als strahlender Sieger da!
Mit Jesus - als einem - unter vielem anderen - wirst Du
weder froh noch kannst Du irgendetwas gewinnen. Du wirst am
Ende als Verlierer dastehen.

Deshalb sein väterlicher Rat auch an uns heute morgen: „... halte
geradewegs auf das Ziel zu und du wirst den Siegespreis gewinnen!“
Amen

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Dieser Artikel wurde von Pfarrer Bühner erstellt.

Freitag, 22.06.2018
17:00 Uhr:
Bubenjungschar 6-12 Jahre im GH Schwann
18:15 Uhr:
Mädchenjungschar 8-13 Jahre im GH Schwann (Gewusst wie)
Sonntag, 24.06.2018
9:15 Uhr:
Gottesdienst in Dennach (Pfarrer M.Gerlach)
10:00 Uhr in Schwann:
Kindergottesdienst
10:15 Uhr:
Gottesdienst in Schwann (Pfarrer M.Gerlach)
Dienstag, 26.06.2018
17:45 Uhr:
Jungschar für alle Jungen und Mädchen im GH in Dennach
19:45 Uhr:
Chorprobe im GH in Schwann